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Sensation im Kuhstall: "Bärli" bringt Vierlinge zur Welt

Die Chance auf solch eine Geburt liegt bei eins zu elf Millionen - 29.04.2021 09:47 Uhr

Gleich vierfaches Mutterglück auf einmal wurde nun in Stopfenheim der Kuh „Bärli“ beschert, um die sich Martin Gruber hier kümmert. Der Nachwuchs hört auf die Namen James, Jaxon, Georg und Emil. Michelle Gruber passt auf, dass keines der Tiere ausbüxt, während die Verwandtschaft neugierig zuschaut.

27.04.2021 © Foto: Jürgen Leykamm


Nebenerwerbslandwirt Martin Gruber konnte die Rekordgeburt erst gar nicht fassen. Zurecht: Denn die Chance auf Vierlinge bei Rindern liegt etwa bei eins zu elf Millionen.

Eine Wahrscheinlichkeit, die sich fast schon in der Sechs-Richtige-
Dimension befindet. "Vielleicht solltest Du mit dem Lottospielen anfangen", regte deswegen auch Tochter Daniela Lichei an, kurz nachdem Nummer vier das Licht der Welt erblickt hat. Lotto will er zwar nicht spielen, aber als selbstständiger Schornsteinbauer ist er ja bereits in einer "Glücksbringerbranche" tätig.

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Rekordgeburt in Stopfenheim: Kuh "Bärli" bringt Vierlinge zur Welt

Die Kuh "Bärli" hat in Stopfenheim für eine Sensation gesorgt: Sie hat gleich vier gesunde Kälbchen zur Welt gebracht. Die Chance auf eine Vierlingsgeburt liegt bei Rindern etwa bei eins zu elf Millionen. Die Kälbchen tragen die Namen James, Jaxon, Georg und Emil.


Zufrieden denkt er an das Geburtsgeschehen selbst zurück. Es ist an einem schönen, wenn auch noch etwas kühlen frühen Nachmittag, als der Bauer Besuch von Tierarzt Dr. Anton Puff aus dem benachbarten Theilenhofen bekommt.

Es geht um eine künstliche Besamung. Derweil ist "Bärli" schon am Ende ihrer Trächtigkeit angelangt. "Sie hatte einen Bauch wie ein Ballon", erinnert sich Gruber. Und das schon eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin.

Es sind mindestens zwei

Als die Wasserblase platzt, bittet er den Tiermediziner vor seinem Weggehen, sich bereitzuhalten. Der Tierhalter auf dem Stopfenheimer Hof fühlt indessen schon einmal vor: "Plötzlich hatte ich vier Füße und zwei Köpfe auf einmal in der Hand", stellt er überrascht fest.

Damit ist klar: Es sind mindestens zwei Kälber. Als die beiden geboren sind, rührt sich aber noch etwas in "Bärli", wie es dem Landwirt sein Instinkt verrät und wie er es bald auch spürt.


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Ursprünglich hat er mit höchstens zweifachem Nachwuchs gerechnet. Jetzt wird es brenzlig: Kalb Nummer drei will statt mit den Vorder- zuerst mit den Hinterfüßen auf diese Welt. Es muss schnell gehen. Denn ist erst einmal die Nabelschnur gerissen, wird das Kleine sofort nach Luft schnappen – und dann sollte auch welche da sein.

Da ist aber zum Glück rechtzeitig auch wieder der telefonisch verständigte Tierarzt, der sein Handwerk als Geburtshelfer bestens versteht. "Jetzt ist es aber mal gut", meint Gruber, als drei Kälber auf der Strohmatratze liegen. Verblüfft nimmt er ein sanftes "Nein" des Doktors zur Kenntnis, bevor dieser Tier Nummer vier aus dem Geburtskanal holt.


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Auch er hat noch nie zuvor Vierlingen zum Start ins Leben verholfen. Auf dem Stopfenheimer Hof fand sich ebenso bislang nie ein solches Quartett. "Vor einigen Jahren gab es bei uns mal Drillinge, Zwillinge haben wir schon öfter gehabt", erinnert sich Gruber.

Aber vier auf einen Streich? Von einem solchen Fall habe er in der Region noch nie gehört. Vor Jahrzehnten seien allerdings sogar einmal Fünflinge in Wachstein geboren.

Nach zwei Stunden auf den Beinen

In Stopfenheim machen die vier Kälber nach zwei Stunden unter freiem Himmel ihre ersten, staksigen Gehversuche. Und die Mutter? Die wird von Grubers Tochter Sabrina Maria Draffin gemolken, während ihr Vater sich um die Kälber kümmert.

"Bärli hat die gut einstündige Geburt sehr gut verkraftet und nach einer Viertelstunde schon wieder gefressen", ist der Stopfenheimer erleichtert. Für die Kuh war es die zweite Kalbung – bei der ersten kam lediglich ein einziges Kalb zur Welt.

Dessen vier neue Brüder haben übrigens allesamt Namen aus dem menschlichen Umfeld bekommen. Und zwar die von James und Jaxon, zwei Enkeln des Landwirts, sowie von den Nachbarskindern Georg und Emil. Allesamt stolze Namenspaten.

Noch sind sie tragbar

Apropos Nachbarschaft: Die hat reges Interesse an den Neuankömmlingen. Allenthalben machen sich die Dorfbewohner zu einem Besuch auf. Die Kälber selbst können von Gruber noch auf Händen getragen werden, falls sie sich allzu selbstständig machen: "Aber das ist in zwei Wochen auch vorbei", meint er.


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Die Begeisterung aber etwa bei den Namensgebern wird noch lange anhalten: "Das ist so cool", strahlt zum Beispiel Drittklässler James. Sein Bruder Jaxon, der den Schulbesuch noch vor sich hat, zeigt sich selbstbewusst: "Mein Kälbchen ist das größte!" Alle vier aber "sind so süß!"

Die Jungs sind übrigens Söhne von Sabrina Maria Draffin, deren bald vierjährige Tochter Aria es schon in die Schlagzeilen schaffte, als ihr vor fast zwei Jahren ein Herz transplantiert wurde. Und auch sie hat die Kälber schon besucht.


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JÜRGEN LEYKAMM

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