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Dienstag, 23.07.2019

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So campt es sich beim Burning-Beach-Festival

Vier Tage Zelten am Brombachsee - 24.06.2019 14:18 Uhr

Ein kleines Dorf im Wald: Der Festival-Campingplatz beim Burning Beach war diesmal kein Ort für Warmduscher. Starkregen machte den Daueraufenthalt zu einer Herausforderung. Einer, die mit Dosenravioli, Bier und einer unerschütterlich guten Laune zu bewältigen war. © Foto: Leah Mühlöder


Das Burning-Beach-Festival ist vorbei. Das Einzige, was jetzt noch brennt, ist vermutlich der Kater mancher Festivalbesucher. Am Montag sind auch die letzten hartgesottenen Fans abgereist. Die Nächte von Donnerstag bis Montag konnte man auf dem Campingplatz des Festivals in Allmannsdorf verbringen. Das Campen ist für viele ein Muss. Aber: Wie vertreibt man sich hier eigentlich Tag und Nacht?

Alles startet Donnerstag um 16 Uhr. Die breite Masse beginnt am Parkplatz die sorgfältig bis zur Decke gefüllten Autos zu entladen. Die tetrisähnlichen Packkünste verdienen Respekt. Kaum zu glauben, was man alles in einen handelsüblichen Kleinwagen geladen bekommt. Voller Vorfreude und mit den ersten Dosen Bier intus machen sich alle auf den Weg zum Campingplatz. Unglücklicherweise rührte das den Wettergott wenig.

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Genau zum Campingplatzaufbau kam ein starker Wind auf und die Fichten begannen sich bedenklich zu biegen. Die Veranstalter entschieden sich, den Campingplatz zu evakuieren, was professionell über die Bühne ging, für die Camper allerdings ungünstig war, denn all die Zelte, Stühle und bereits aufgeblasenen Wassertiere samt palettenweise Bier mussten wieder akkurat ins Auto zurückgestapelt werden.

Zwei Stunden lang schüttet es, der Himmel ist schwarz. Dann endlich Entwarnung: Der Campingplatz ist wieder geöffnet. Schon steht die nächste Herausforderung an. Ein Kampf um die besten Zeltplätze beginnt. Aber wodurch zeichnen diese sich eigentlich aus? Erstens: möglichst kurzer Weg zum Konzertgelände. Zweitens: eine geringe Distanz zu den Dixi-Klos, aber auf keinen Fall das Zelt in Blick- und Geruchsrichtung der Toiletten ausrichten. Drittens: besonders diejenigen Pavillons in der näheren Umgebung vermeiden, in denen riesige Bassstationen gelagert werden.

Der Körper vibriert

Hier bekommt man nämlich nicht nur 24 Stunden täglich eine akustische Dröhnung verabreicht, sondern auch eine physische Malträtierung. Denn die Vibrationswellen des Basses erreichen den Körper problemlos, wenn er auf den dünnen Isomatten ruht.

Was Körper und Zelt ebenfalls zu schaffen macht, ist der Starkregen, der sich Samstagnachmittag über dem Zeltplatz ergießt. Zelte laufen voll, alles verwandelt sich in Matsch. Die wirklich schönste Eigenschaft der Festivalfans ist aber, dass sie unter keinen Umständen ihre gute Laune verlieren. So wird einfach mit Anlauf auf dem Bauch durch die Schlammpfütze gerutscht.

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Davon abgesehen treten auch in Allmannsdorf Herausforderungen auf, die auf jedem Festival den angetrunkenen Kopf zum Glühen bringen: Wie genau funktioniert noch mal das Prinzip Dosenöffner? Legt man ihn horizontal oder vertikal zur Raviolidose an? Auf welcher Höhe über dem Boden muss man den Trichter im Verhältnis zum Trichterende halten, damit die persönliche Bestzeit im Trinken von 0,5 Litern Bier unterboten werden kann? Und, sobald die Dose leer ist: Wann erreicht sie die optimale Flugkurve, wenn man sie als Baseball verwendet? Fragen über Fragen.

Eines kann damit allerdings beantwortet werden: die anfangs gestellte Frage, mit welchen Beschäftigungen zwei bis vier Tage auf dem Zeltplatz wie im Flug vergehen. Ganz einfach, es gibt genug interessante, skurrile und existenzielle Herausforderungen, die es unter Erhalt von maximalem Spaß während dieses Wochenendes zu bestehen gilt. 

LEAH MÜHLÖDER

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