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Zwei Hausverbote: Wieder Ärger für Stadtrat Dinar

Neuerliche Ausfälle: 36-Jähriger in Kneipenschlägerei verwickelt - 10.02.2017 17:03 Uhr

Hatte sich offenbar nicht im Griff: Erkan Dinar, Stadt- und Kreisrat der Linken, erhielt zwei Lokalverbote. © Archiv


Nach Aussage der zwei Gaststättenbetreiber war es diesmal zu Handgreiflichkeiten, verbalen Auseinandersetzungen, Beleidigungen und unschönen Begebenheiten gekommen. "Ich habe noch nie einen so aggressiven Gast in meinem Lokal erlebt", sagte einer der Wirte gegenüber dem Weißenburger Tagblatt.

Erkan Dinar soll im berauschten Zustand nach Aussage eines Zeugen vor ein Lokal uriniert haben. Auf den Hinweis des Zeugen, dass es in der Wirtschaft auch Toiletten gebe, habe Dinar ihn wüst beschimpft. Der Zeuge bat den Gaststättenpächter mit den Worten „Komm mal raus, mit dem Dinar gibt’s Probleme“ um Hilfe. Der Stadt- und Kreisrat machte sich aber aus dem Staub. Als er wenig später zu der Kneipe zurückkehrte, fing ihn der Wirt bereits vor der Eingangstür ab und erteilte ihm Hausverbot.

Dinar kam wohl betrunken in das Lokal

Daraufhin habe Dinar ihn "zur Seite geschubst" und gefragt, was er hier zu sagen habe. Das habe er ihm dann deutlich gemacht und erklärt, dass er die Polizei holen werde, erzählt der Wirt. Daraufhin habe sich der 36-Jährige entfernt. Dem Wirt zufolge war Dinar bereits betrunken in das Lokal gekommen. Nach den Vorfällen seien "alle Gäste total entsetzt" gewesen.

Doch damit nicht genug. Der Linken-Politiker zog weiter zur nächsten Lokalität. Dort kam er nach Auskunft des Wirtes ebenfalls deutlich angetrunken an und bestellte ein Bier. Die Bedienung servierte es ihm zwar, nahm es aber, nachdem sie kein Geld erhielt, wieder weg. Dinar soll sich danach am Getränk einer Frau in dem Lokal bedient haben.

Der Wirt wurde beleidigt

Der Wirt und der Begleiter der Frau machten ihm daraufhin deutlich, dass er dies zu unterlassen habe, woraufhin Dinar nach Aussage des Kneipiers den Begleiter der Frau bespuckte und angriff. Der Linken-Stadtrat wurde da­raufhin des Lokals verwiesen. Vor der Türe sei es dann "richtig zur Sache gegangen", schildert der Wirt. Er sei von Dinar mehrfach beleidigt worden. Unter anderem habe er ihn als "Glatzen-Nazi" beschimpft. Als der 36-Jährige aber mitbekommen habe, dass die Polizei verständigt wurde, habe er sich aus dem Staub gemacht.

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Die Polizei bestätigte gegenüber dem Weißenburger Tagblatt, dass sie zu einem entsprechenden Einsatz an eine Innenstadtkneipe gerufen wurde. Ermittlungen wurden eingeleitet. Elke Schönwald, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, zufolge wurden der Polizei Pöbeleien ge­genüber Gästen und ein Disput mit Kneipenbesuchern berichtet. Sie bestätigte, dass das Hausverbot des Gastwirts aktenkundig wurde. Der Wirt sei angeblich beleidigt worden, als er den pöbelnden Gast des Lokals verwies.

Erkan Dinar wollte sich gestern bei einem Telefonat vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern. Er wolle sie sich erst genau anhören und dann darauf reagieren, sagte er.

Strafbefehl akzeptiert

Es ist nicht der erste einschlägige Vorfall, mit dem Dinar von sich reden macht. 2014, kurz nach seiner Wahl zum Stadt- und Kreisrat, hatte er auf der Weißenburger Kirchweih unter anderem einem Polizisten ins Gesicht geschlagen. Später akzeptierte er einen Strafbefehl, was viele als Schuldeingeständnis werteten. Rücktrittsforderungen von allen Seiten ließen ihn kalt. Er bot aber seiner Partei den Rückritt vom Stadtratsmandat an und überließ damit ihr die Entscheidung.

Robert Renner

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