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Wohnungsnot im Freien: Nistkästen helfen Vögeln beim Brüten

Einige Arten finden gerade in besiedeltem Gebiet nur schwer geeignete Plätze - 14.02.2020 17:00 Uhr

Ob Kohlmeise, Amsel oder Spatz: Nach dem Winter sind viele Vögel auf der Suche nach einer neuen Behausung. © Holger Hollemann/dpa


Die Tage werden länger, und die Temperaturen waren schon im Januar kaum mehr winterlich: Langsam aber sicher wird es Frühling. Das merken auch die Vögel - und beginnen langsam, nach einem Partner zu suchen. Bei den Singvögeln ist das morgendliche Gezwitscher kaum mehr zu überhören. Um den Nachwuchs großziehen zu können, brauchen die Tiere nun möglichst schnell ein neues Nest. Das ist für manche Arten aber gar nicht so einfach. Denn bei den Vögeln herrscht laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) Wohnungsnot.

Nistkästen helfen Höhlenbrütern

"Ihre Suche nach einer passenden Bleibe wird immer schwieriger, denn natürliche Brutplätze sind rar", sagt LBV-Biologin Annika Lange. Die intensive Nutzung offener Flächen erschwere die Suche genauso wie reine Schotter- oder Rasenanlagen in Gärten. Was der Mensch kaputt gemacht hat, kann er aber kompensieren: Nistkästen in Gärten und auf Balkonen helfen Höhlenbrütern wie Meisen und Staren bei der Familiengründung. Spatzen und Schwalben freuen sich laut LBV über Nisthilfen direkt am Haus, anderen Vögeln wie Amsel oder Rotkehlchen könne man mit einer Hecke aus heimischen Sträuchern bei der Wohnungssuche helfen.


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Mit einem Besen kann man alte Nistkästen reinigen, bevor neue Bewohner einziehen. © Peter Bria/LBV


"Wer gerne Nisthilfen aufhängen möchte, sollte sich jetzt aber beeilen", sagt Lange. Einige Vogelarten wie Blau- oder Kohlmeisen verschaffen sich bereits einen Überblick über Nistmöglichkeiten in der Umgebung. Wer bereits im letzten Jahr einen Nistkasten aufgehängt hat, sollte diesen nun dringend reinigen. Alte Nester entfernt man dafür einfach per Hand, alter Dreck wird mit dem Besen ausgekehrt. Klappt das in den kommenden Tage nicht mehr, sollte man die Vögel lieber nicht mehr stören, rät Lange: "Wo schon fleißig an Nestern gebaut und Nisthilfen bereits regelmäßig angeflogen werden, sollte die Reinigung auf den Herbst verschoben und die Vögel nicht gestört werden."

Nistkästen selber bauen

Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich eine neue Vogelwohnung auch selbst bauen. Dafür sollten allerdings nur naturnahe und keine chemisch behandelten Materialen verwendet werden. Den fertigen Nistkasten platziert man dann in einer Mindesthöhe von 2,5 Metern mit einer stabilen Aufhängung an einem passenden Platz. Die Höhe ist wichtig, damit Nesträuber wie Katzen und Marder nicht herankommen. Wer es den Vögeln besonders leicht machen will, richtet das Einflugloch so aus, dass es zwischen Süden und Osten hängt. "Wird ein Kasten gar nicht angenommen, sollte man ihn einfach in eine andere Gartenecke umhängen", empfiehlt Lange.

Anleitungen zum Bau von Nistkästen und viele weitere wichtige Infos gibt es unter www.lbv.de/nistkasten. Wer es nicht mehr schafft, selbst eine Nisthilfe zu bauen, kann zum Beispiel auf das Angebot im LBV-Naturshop zurückgreifen.

jru

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