Mehr Schlaf

Zeitumstellung 2022: Wann beginnt die Winterzeit?

Simone Madre
Simone Madre

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26.3.2022, 08:26 Uhr
Vom 29. auf den 30. Oktober 2022 werden wieder alle Uhren auf die Winterzeit umgestellt.

© Thomas Lohnes, epd Vom 29. auf den 30. Oktober 2022 werden wieder alle Uhren auf die Winterzeit umgestellt.

Die Zeitumstellung bedeutet: Um drei Uhr morgens springt die Uhrzeit in Deutschland auf zwei Uhr zurück. Das bedeutet eine Nacht potentiell mehr Schlaf - und die Umstellung aller Uhren, die nicht automatisch die aktuelle Zeit erhalten. Dadurch ist es morgens später hell, abends wird es nicht so früh dunkel.

Über den Sinn und Zweck der Zeitumstellung wird seit langem gestritten. Fraglich ist, ob damit tatsächlich Energie gespart wird. Mit diesem Ziel wurde die Sommerzeit 1980 in Deutschland eingeführt. Die Winterzeit ist somit die eigentliche "Normalzeit". Konkret ging es darum, an Sommerabenden weniger elektrisches Licht zu benötigen - und sich den Nachbarländern anzupassen, die die Sommerzeit bereits eingeführt hatten.

Immer am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober wird jeweils am Zeiger gedreht - in allen EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz. Dafür, dass die Zeitumstellung in Deutschland problemlos klappt, sorgt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Ihre Mitarbeiter programmieren einen Zeitsender im hessischen Mainflingen, der zwei Mal im Jahr das Signal zur Umstellung an die Uhren aussendet.

Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

2021 sollte die Zeitumstellung eigentlich abgeschafft werden, so zumindest beschloss es das Europäische Parlament im Jahr 2019. Davor hatte sich bei einer europaweiten Umfrage die deutliche Mehrheit der Teilnehmer für eine Reform der Zeitumstellung ausgesprochen. Nach wie vor würde die Mehrheit der Deutschen die Zeitumstellung gerne abschaffen.

Dass es überhaupt zur Abschaffung der Zeitumstellung kommt, ist mittlerweile allerdings fraglich. Ein schnelles Ende der halbjährlichen Zeitumstellung auf europäischer Ebene ist derzeit nicht in Sicht, weil es keine Mehrheit unter den 27 Mitgliedstaaten gibt, welche Zeit künftig gelten soll. Bislang haben die Regierungen also keine gemeinsame Lösung gefunden. Ein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen unter Nachbarstaaten soll vermieden werden. Faktisch liegt das Thema somit seit einigen Jahren auf Eis.

Durch die Corona-Krise und nun auch durch den Krieg in der Ukraine stehen zudem andere Themen im Vordergrund der Politiker. Die halbjährliche Debatte über Sinn und Zweck dieser Maßnahme blieb bei der Zeitumstellung im Frühjahr 2022 fast völlig aus. Diesen Eindruck teilten auch die PTB-Physiker, die sonst deutlich mehr Anfragen zu dem Thema bearbeiteten. Laut Informationen der Morgenpost hat die EU-Kommission die Zeitumstellungs-Termine für die nächsten fünf Jahre amtlich festgeschrieben.

Durchgängige Sommerzeit oder Winterzeit: So würde sich eine Neuregelung auswirken (mit Daten von 2020).

Durchgängige Sommerzeit oder Winterzeit: So würde sich eine Neuregelung auswirken (mit Daten von 2020).

Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde es im Westen des Kontinents im Winter sehr spät hell werden. Bei einer ständigen Winterzeit würde die Sonne im Sommer im Osten sehr früh aufgehen.

So kann man sich merken, wie die Zeitumstellung funktioniert

Wer sich jedes mal aufs Neue fragt, ob die Uhren nun eine Stunde nach vorne oder hinten gestellt werden müssen, kann auf eine von mehreren Eselsbrücken rund um die Zeitumstellung zurückgreifen:

"Im Frühjahr muss man früher aufstehen." Weniger Schlaf hat man, weil die Uhr eine Stunde vorgestellt wird.

"Im Frühling kommen die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen."

"Die Zeitumstellung ist wie ein Thermometer". Im Frühling sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus.

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