Mehr Schlaf

Achtung, Zeitumstellung! Wann beginnt die Winterzeit 2023?

Simone Madre
Simone Madre

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15.11.2022, 13:38 Uhr
Vom 28. auf den 29. Oktober 2023 werden wieder alle Uhren auf die Winterzeit umgestellt.

© Thomas Lohnes, epd Vom 28. auf den 29. Oktober 2023 werden wieder alle Uhren auf die Winterzeit umgestellt.

Die Zeitumstellung bedeutet: Um drei Uhr morgens springt die Uhrzeit in Deutschland auf zwei Uhr zurück. Das bedeutet eine Nacht potentiell mehr Schlaf - und die Umstellung aller Uhren, die nicht automatisch die aktuelle Zeit erhalten. Dadurch ist es morgens früher hell, dafür jedoch abends auch früher dunkel.

Über den Sinn und Zweck der Zeitumstellung wird seit langem gestritten. Fraglich ist, ob damit tatsächlich Energie gespart wird. Mit diesem Ziel wurde die Sommerzeit 1980 in Deutschland eingeführt. Die sogenannte Winterzeit ist somit die Normalzeit. Konkret ging es darum, an Sommerabenden weniger elektrisches Licht zu benötigen - und sich den Nachbarländern anzupassen, die die Zeitumstellung bereits eingeführt hatten.

2023 gilt das Gleiche wie sonst auch: Am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober gibt es in allen EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz die Zeitumstellung. Dafür, dass der Vorgang in Deutschland problemlos klappt, sorgt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Ihre Mitarbeiter programmieren einen Zeitsender im hessischen Mainflingen, der zwei Mal im Jahr das Signal zur Umstellung an die Uhren aussendet.

Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

2021 sollte die Zeitumstellung eigentlich abgeschafft werden, so zumindest beschloss es das Europäische Parlament im Jahr 2019. Davor hatte sich bei einer europaweiten Umfrage die deutliche Mehrheit der Teilnehmer für eine Reform der Zeitumstellung ausgesprochen. Nach wie vor würde die Mehrheit der Deutschen die Zeitumstellung gerne abschaffen.

Dass es überhaupt zur Abschaffung der Zeitumstellung kommt, ist mittlerweile allerdings fraglich. Ein schnelles Ende der halbjährlichen Zeitumstellung auf europäischer Ebene ist derzeit nicht in Sicht, weil der Ball bei den 27 Mitgliedstaaten liegt. Unter ihnen gibt es keine Mehrheit, welche Zeit künftig gelten soll. Außerdem will nicht jedes Land die Zeitumstellung abschaffen: Portugal und Griechenland würden sie lieber behalten. Gleichzeitig soll ein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen unter Nachbarstaaten vermieden werden. Das wäre beispielsweise für den Bahn- und Flugverkehr ein Problem. Faktisch liegt das Thema somit seit einigen Jahren auf Eis. Durch die Corona-Krise und nun auch durch den Krieg in der Ukraine stehen zudem andere Themen im Vordergrund der Politiker.

Durchgängige Sommerzeit oder Winterzeit: So würde sich eine Neuregelung auswirken (mit Daten von 2020).

Durchgängige Sommerzeit oder Winterzeit: So würde sich eine Neuregelung auswirken (mit Daten von 2020).

Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde es im Westen des Kontinents im Winter sehr spät hell werden. Bei einer ständigen Winterzeit würde die Sonne im Sommer im Osten sehr früh aufgehen. Im Frühling 2021 schlug eine Parlamentarierin deshalb einen Kompromiss vor: die halbe Sommerzeit. Demnach sollen die Uhren im Frühjahr einmalig um 30 Minuten vorgestellt werden und die Standardzeit dann so bleiben. Dazu hat der Rat der Mitgliedsstaaten aber keine Stellung genommen.

So kann man sich merken, wie die Zeitumstellung 2023 funktioniert

Wer sich jedes mal aufs Neue fragt, ob die Uhren nun eine Stunde nach vorne oder hinten gestellt werden müssen, kann auf eine von mehreren Eselsbrücken rund um die Zeitumstellung zurückgreifen:

"Im Frühjahr muss man früher aufstehen." Weniger Schlaf hat man, weil die Uhr eine Stunde vorgestellt wird.

"Im Frühling kommen die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen."

"Die Zeitumstellung ist wie ein Thermometer". Im Frühling sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus.

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