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Zürich-"Tatort": Mord im Superreichen-Milieu

"Schoggiläbe" ist der zweite Fall für die Kommissarinnen Grandjean und Ott - 24.02.2021 15:20 Uhr

Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zurcher, re.) und Tessa Ott (Carol Schuler) sind nicht gerade ein harmonisches Team.

24.02.2021 © Sava Hlavacek, dpa


Der Auftakt im Oktober war vielversprechend. Leider kann der zweite Fall für das neue "Tatort"-Ermittlerinnenteam aus Zürich da so gar nicht mithalten. Das ist umso erstaunlicher, als von den Drehbuchschreibern über die Kostümbildnerin bis zur Regisseurin dasselbe Team zugange war.

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"Schoggiläbe": Der Züricher "Tatort" in Bildern

Zweiter Einsatz für das neue Ermittler-Duo aus der Schweiz. Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) fahnden nach dem Mörder eines stadtbekannten Schokoladenfabrikanten.


"Schoggiläbe" heißt die Folge. Das bedeutet Schokoladenleben, also ein Dasein auf der Sonnenseite. Das führte – zumindest finanziell betrachtet – der schwule Schokoladenfabrikant Hans-Conrad Chevalier, der aber von Depressionen geplagt war. In seiner Luxusvilla am noblen Zürichberg wird er ermordet. Eine Beziehungstat? Erpressung? Oder gar jemand aus der Familie, der sich die Firma unter den Nagel reißen will?

Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zurcher) und Tessa Ott (Carol Schuler) übernehmen den Fall. Für Ott gewissermaßen ein Heimspiel: Sie stammt aus einer dieser superreichen Familien, ist selbst am Zürichberg aufgewachsen. "Wie hast du es geschafft, hier rauszukommen?" fragt das Töchterchen der Schokoladen-Dynastie die ehemalige Nachbarin Ott, die jetzt Polizistin ist. Schon erstaunlich, welche Sorgen den Schweizer Milliardärs-Nachwuchs so umtreiben. . .

Im Einsatz versagt

Sind Ott und Grandjean in der ersten Folge noch lautstark aufeinander losgegangen, so steht ihr Teamwork zwischenzeitlich kurz vor einem stillen Aus. Die eine will wieder weg aus Zürich, die andere versagt im Einsatz mit der Waffe. Ein Team mit Zukunft sieht anders aus. Schauspielerisch überzeugen können die beiden Hauptdarstellerinnen aber.

Die Regie hatte in der ersten Folge ziemlich aufs Tempo gedrückt, diesmal wird – man kennt das aus Schweizer "Tatorten" – allzu gemächlich erzählt (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD). Wirkliche Spannung kommt nicht auf, auch weil die Figuren von der gefühlskalten Mutter des Opfers bis zu dessen Möchtegern-Schwiegersohn so klischeehaft sind. Und völlig unverständlich bleibt, warum sich die Ermittlerinnen mitunter direkt an den Zuschauer wenden, um über Geld in der Schweiz zu sprechen. Fazit: Lieber mit Schokolade und einem guten Buch aufs Sofa!

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