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Die geheime Bestecksprache

Der Freiherr von Knigge hat vor über 200 Jahren Benimmregeln aufgestellt, die auch heute noch interessant sind - 06.09.2012 10:00 Uhr

Wusstest du, dass dein Besteck "reden" kann? Je nachdem, wie du es auf den Teller legst, sagst du dem Kellner damit etwas anderes. Übrigens: Ganz perfekt machst du diese Zeichen, wenn du die Schneide des Messers nach links drehst - also weg von deinem Nebensitzer.

06.09.2012 © Ralph Meidl


Knigge - wer soll das eigentlich sein? Adolf Freiherr von Knigge ist der Vater der Benimmregeln. Vor über 200 Jahren hat der Adelige sich Vorschriften für gutes Benehmen ausgedacht. Auch heute sind diese noch sehr wichtig! Wer sich an Knigges Ideen hält, hinterlässt bei anderen Leuten einen guten Eindruck und kann sie beim ersten Treffen richtig beeindrucken.

In dem Eckentaler Ferienkurs haben die Kinder von Knigge-Expertin Martina Bissel ein paar Sachen gelernt, die auch du bestimmt für deinen Alltag brauchen kannst.

1. Sich richtig präsentieren

Das ist Adolf Freiherr von Knigge, der vor über 200 Jahren ein Benimm-Buch geschrieben hat. Damit wollte er erreichen, dass die Menschen besser miteinander umgehen.

05.09.2012 © dpa


Auf einem Plakat steht: „Fare una bella figura.“ Das ist italienisch und für Kinder richtig knifflig zu erraten. Alisa (12) weiß trotzdem sofort, was das heißt: „Eine schöne Figur machen!“ Ganz genau! Mit einer guten Körperhaltung kannst du andere Menschen beeindrucken. Achte dafür auf Mimik (also den Ausdruck deines Gesichts) und Gestik (Bewegungen, die du beim Sprechen machst)!

Wie man „eine schöne Figur macht“, zeigt Martina Bissel vor einem Spiegel. „Deine Füße bilden ein leichtes V und deine Beine sollten gerade stehen. Die Arme hängen locker, und der Kopf ist nach vorne gerichtet“, beschreibt die Knigge-Trainerin. Nun versucht jeder aus der Gruppe, sich so gerade wie möglich hinzustellen. Übe du doch auch einmal, so aufrecht zu stehen!

Wer aufrecht daherkommt, macht auch auf fremde Personen einen guten Eindruck. Wenn du dich dann noch richtig vorstellst, hast du schon mal viele Pluspunkte gesammelt. Schau die Person an,d er du dich vorstellst. Außerdem solltest du aus Respekt vor dem anderen aufstehen und ihm die rechte Hand reichen.

2. Mit anderen sprechen

Dann kommt das nächste Thema: Sprache! Was du so vor dich hinbrabbelst, hat natürlich auch Einfluss darauf, wie dich andere finden. Beachte, was du sagst und wie du es sagst. Aqulina (11) weiß Bescheid: „Man muss den richtigen Ton treffen.“ Sprich nicht angenervt, sondern sachlich. Die Ferienkinder haben die richtige Aussprache mit einer Übung geprobt, die auch Schauspieler machen: Mit einem Korken im Mund haben sie Zungenbrecher nachgesprochen!

3. Verhalten beim Essen

So ist der Tisch richtig gedeckt: Alles hat seinen festen Platz. Die Gläser etwa stehen rechts vom Essenden, der Salatteller links.

05.09.2012 © Stefanie Goebel


Dafür hat Knigge wohl die meisten Regeln aufgestellt. Grundsätzlich gilt: Setze dich außerdem aufrecht hin und nimm deine Ellenbogen vom Tisch. Das kennst du sicher schon. Aber weißt du, dass Knigge auch festgelegt hat, wo welches Geschirr steht und wie man sein Besteck richtig ablegt? Nein? Dann pass mal auf:

Laut Knigge hat auf dem Tisch alles seinen festen Platz: Links neben dem Teller liegt die Gabel und rechts das Messer mit der Schneide nach innen. Neben dem Messer liegt der Löffel. Über dem Teller liegt eine Kuchengabel und zeigt nach rechts. Darüber liegt ein kleiner Löffel, der nach links zeigt – für das Dessert. Das Glas steht oben rechts und der Salatteller oben links. Auf dem Teller findest du eine Serviette. Manchmal liegt sie auch unter dem Besteck.

Die Serviette ist wichtig, sagt Frau Bissel: "Legt sie auf euren Schoß. Wenn ihr etwas trinken wollt, tupft euch vorher mit der Serviette den Mund ab.“ Denn Fettspuren, die deine Lippen auf dem Glas hinterlassen, sehen unschön aus!

Eine gute Nachricht von Knigge: Pizza darf man - wie es Thomas hier zeigt - mit der Hand essen, damit man kein Chaos veranstaltet!

05.09.2012 © Stefanie Goebel


Außerdem hat Knigge eine Art Bestecksprache erfunden: Je nachdem, wie du dein Messer und deine Gabel auf den Teller legst, bedeutet das etwas anderes für den Kellner. Auf dem Bild ganz oben auf dieser Seite siehst du drei Aussagen der „Bestecksprache“. Legst du Messer und Gabel zu einem umgekehrten V, sagst du also, dass du eine Pause machst. Es gibt auch noch ein viertes Zeichen: Wenn du dein Besteck gerade nebeneinander (also wie ein „I“) nach oben auf den Teller legst, heißt das: Das Essen ist schlecht. Aber Achtung! Dieses Zeichen ist sehr unfreundlich, man sollte es also nicht machen!

Puh, das klingt ja, als gäbe es tausend Vorschriften! Dabei ist Knigge gar nicht so streng. Pizza zum Beispiel darfst du mit der Hand essen. Das sieht einfach eleganter aus, als wenn du mit einem Messer wie ein Holzfäller daran herumsägst!
 

EVA HETZNER E-Mail

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