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Saisonabbruch in den A- und B-Klassen: Was wäre wenn?

Bei Quotientenregelung: Nagelberg und Frickenfelden wären knappe Meister vor Pappenheim und Stirn - 28.04.2021 10:28 Uhr

Das womöglich entscheidende Saisonspiel in der Fußball-A-Klasse Süd: Der FC Nagelberg (in schwarzen Trikots) hat sich am 20. Oktober 2019 in Schambach mit 1:0 gegen die TSG Pappenheim durchgesetzt. Aktuell sind beide Teams punkt- und quotientengleich. Aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs wären die Nagelberger im Falle eines Abbruchs nach jetzigem Stand Meister der A-Süd und Kreisklassen-Aufsteiger. Pappenheim ginge als Tabellenzweiter leer aus.

27.04.2021 © Archivfoto: Rainer Heubeck


Was wäre also, wenn der erwartete Abbruch tatsächlich kommt und dann die im vergangenen Jahr festgelegte Quotientenregelung greift? Eines steht dabei klar fest: In den A- und B-Klassen würde es ebenso wie in den übergeordneten Ligen zu einigen unvermeidlichen Härtefällen kommen. Vor allem aber würde ein spannungsgeladener Saisonendspurt verloren gehen, denn in etlichen Spielgruppen geht es im Kampf um die entscheidenden Platzierungen sehr eng zu. Beste Beispiele sind die A-Klassen des Altkreises Jura, in denen sich im Normalfall zwei bis drei Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel liefern würden.

FC Nagelberg knapp vorn

Besonders eng ist es an der Spitze der A-Klasse Süd: Hier liegen der FC Nagelberg und die TSG Pappenheim mit jeweils 44 Punkten aus 20 Spielen vorn. Auch der Quotient von 2,20 ist somit exakt gleich, weshalb als Nächstes der direkte Vergleich entscheiden würde. Hier hatten die Nagelberger das Hinspiel knapp mit 1:0 gewonnen und hätten die Nase als Meister und Aufsteiger hauchdünn vor den Pappenheimern, denn das Rückspiel würde nicht mehr stattfinden. Auch der Dritte und Vierte, die SpVgg Wellheim/Konstein und der VfL Treuchtlingen, hätten keine Chance mehr einzugreifen.

Auch im Abstiegskampf würden der IFC Weißenburg und die DJK Pollenfeld II ihrer Chancen beraubt. Sowohl nach Punkten als auch nach Quotienten stehen sie auf den Abstiegsplätzen 13 und 14 und müssten folglich runter in die B-Klasse. Die SG Langenaltheim/Solnhofen (von zwölf auf elf) und die SG Wettelsheim/Auernheim II (Rang neun) blieben in der A-Klasse.

Heißer Zweikampf 

Einen heißen Zweikampf gab es im bisherigen Saisonverlauf auch in der A-Klasse West zwischen dem FC Frickenfelden (44 Punkte) und dem SC Stirn (43). Die Stirner haben ein Spiel mehr ausgetragen und müssten sich mit einem Quotienten von 2,15 mit dem letztlich unbedeutendem zweiten Rang begnügen, denn bei einem Abbruch ist keine Relegation vorgesehen. Meister und Aufsteiger wäre Frickenfelden mit einem Quotienten von 2,31 Punkten pro Spiel.

Am Tabellenende ist es in der A-West eine klare Entscheidung um den ersten Abstiegsplatz: Der sieglose SV Cronheim II hat nur zwei Zähler und einen Quotienten von 0:1. Zweiter Absteiger wäre der SV Obermögersheim (0,80), der knapp schlechter dasteht als der FC Pleinfeld (0,89) und die SG Ramsberg/St. Veit II (1,00) – die beiden Nachbarn hätten somit den Klassenerhalt in der Tasche.

Auch die A-Klasse Mitte hätte einen interessanten Endspurt zwischen der SG Thalmässing/Eysölden (55 Punkte) und dem TSV Georgensgmünd (52) garantiert. Bei einem Abbruch würde der Quotient für die SG (2,75) und gegen den TSV (2,47) sprechen. Dahinter gäbe es zwar ein paar kleinere Verschiebungen, doch die SG Nennslingen/Bergen (1,52) bliebe jenseits von Gut und Böse im Mittelfeld auf Rang sieben. Auch im Abstiegskampf werden die Plätze beibehalten. Schlusslicht DJK Zell wäre mit einem Quotienten von 0,35 ebenso abgestiegen wie der TSV Bernlohe (0,55). Die DJK Untermässing (0,68) würde den Kopf aus der Schlinge ziehen (siehe auch Tabellenvergleich).

Reserven als Absteiger

In den drei weiteren A-Klassen wären der TSV Rohr (Nordwest), der TSV Ochenbruck (Nordwest) und der FSV Berngau (Ost) die Meister und Aufsteiger. Absteigen müssten durchwegs Reservemannschaften, und zwar von der SpVgg Roth und vom SV Pfafenhofen (beide Gruppe Nordwest), vom Henger SV und vom SV Postbauer (beide Nordost) sowie vom SV Pölling und von der SG Forchheim/Sulzkirchen (beide Ost).

Bleibt zum Abschluss noch der Blick auf die B-Klassen. Weil es sich um die untersten Ligen handelt, gibt es logischerweise keine Absteiger. Zu den Meistern und Aufsteigern der insgesamt neun Gruppen gehören (siehe auch nachstehende Auflistung) unter anderem die DJK Preith (B-Süd) und der SV Möhren (B-Süd 2) sowie der SC Polsingen II (B-West) und die SG Gunzenhausen/Unterschwaningen II (B-West 2).

Während bei den Reserveteams abzuwarten wäre, ob sie überhaupt aufsteigen wollen, wäre es für Möhren ganz eng. Das Duell gegen den gleichauf liegenden VfL Treuchtlingen II endete 2:2, das Torverhältnis spricht aber für den SVM. Wie die VfL-Zweite würden auch der FC/DJK Weißenburg II (B-West 2) und der SV Burgsalach (B-Süd) als Tabellenzweite leer ausgehen.

Das Auf und Ab im Überblick

Bezirksliga Süd
Meister und Aufsteiger: TSV 1860 Weißenburg.
Absteiger: SV Marienstein, TSV Freystadt und SV Ornbau.
Bezirksliga Nord
Meister und Aufsteiger: Türkspor/Cagrispor Nürnberg.
Absteiger: SV Tennenlohe, SV Hagenbüchach und TSV Burgfarrnbach.
Kreisliga West
Meister und Aufsteiger: SV Unterreichenbach.
Absteiger: FC/DJK Weißenburg und SV Kammerstein.
Kreisliga Ost
Meister und Aufsteiger: SV Lauterhofen.
Absteiger: Henger SV und SV Pölling.
Kreisklasse West
Meister und Aufsteiger: SSV Oberhochstatt.
Absteiger: SV Alesheim und ESV Treuchtlingen.
Kreisklasse Süd
Meister und Aufsteiger: SG Forchheim/Sulzkirchen.
Absteiger: DJK Raitenbuch und SG Ochsenfeld/Pietenfeld/Adelschlag.
Kreisklasse Nord
Meister und Aufsteiger: SV Eintracht Penzendorf.
Absteiger: TSV Kornburg II (zurückgezogen) und TSV Wolkersdorf.
Kreisklasse Ost
Meister und Aufsteiger: SpVgg FB Reichertshofen.
Absteiger: SV Stauf (zurückgezogen) und FC Sindlbach.
A-Klasse West
Meister und Aufsteiger: FC Frickenfelden.
Absteiger: SV Cronheim II und SV Obermögersheim.
A-Klasse Süd 
Meister und Aufsteiger: FC Nagelberg.
Absteiger: IFC Weißenburg und DJK Pollenfeld II.
A-Klasse Mitte
Meister und Aufsteiger: SG Thalmässing/Eysölden.
Absteiger: DJK Zell und TSV Bernlohe.
A-Klasse Ost
Meister und Aufsteiger: FSV Berngau.
Absteiger: SV Pölling II und SG Forchheim/Sulzkirchen II.
A-Klasse Nordost
Meister und Aufsteiger: TSV Ochenbruck.
Absteiger: Henger SV II und SV Postbauer II.
A-Klasse Nordwest
Meister und Aufsteiger: TSV Rohr. 
Absteiger: SpVgg Roth II und SV Pfaffenhofen II.
Die Meister und Aufsteiger der B-Klassen NM/Jura
DJK Preith (B-Süd); SV Möhren (B-Süd 2); SC Polsingen II (B-West); SG Gunzenhausen/Unterwurmbach II (B-West 2); SF Offenbau (B-Mitte); EKSG Rummelsberg (B-Nordost), TV Eckersmühlen (B-Nordwest) II; TSV Feucht II (B-Ost 1); SV Lauterhofen II (B-Ost 2).
(Das wären die Meister, Aufsteiger und Absteiger im Bezirk Mittelfranken sowie im Kreis Neumarkt/Jura im Falle eines Saisonabbruchs mit einer sogenannten Quotientenregelung.)

 

UWE MÜHLING

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