Ermittlungen gegen 70 Personen

Schlag gegen Drogenhändler: Polizei nimmt zwölf Verdächtige in Mittelfranken fest

3.11.2021, 16:24 Uhr
Die Polizisten klinkten sich in die Handelskette ein und bestellten in einem Fall auch selbst Drogen, um den Dealer bei der Übergabe festzunehmen.

Die Polizisten klinkten sich in die Handelskette ein und bestellten in einem Fall auch selbst Drogen, um den Dealer bei der Übergabe festzunehmen. © Diane Mayer

Die Kriminalpolizei Ansbach hat einen Schlag gegen zwölf Tatverdächtige aus dem Drogenmilieu gelandet. In der vergangenen Woche hatte es Festnahmen im westlichen Mittelfranken gegeben.

Im Moment laufen die Ermittlungen gegen rund 70 Personen. Bei den Festnahmen und Wohnungsdurchsuchungen stellten Beamte rund drei Kilogramm Marihuana, drei Kilogramm Amphetamin, einen Elektroschocker, eine Schreckschusspistole und eine Geldzählmaschine sicher.

Die Polizei schätzt das Handelsvolumen auf rund 230 Kilogramm Marihuana, 30 Kilo Amphetamin, 150 Kilogramm Kokain und Testosteron. Sie geht davon aus, dass die Drogen aus Baden-Württemberg und dem Darknet stammen. Wegen der Corona-Beschränkungen verlagere sich laut Polizei der Drogenhandel zunehmend auf den versteckten Teil des Internets.

Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Polizeieinsatz Ende März. Ein Jugendlicher aus dem Kreis Ansbach hatte versucht, sich mit Amphetamin das Leben zu nehmen. Der 17-Jährige gab an, die Drogen von einem 20-Jährigen gekauft zu haben. Ihn nahmen Beamte im August fest.

Weitere Hinweise auf Drogenhandel in Mittelfranken

Der junge Mann erzählte, dass er das Rauschgift vor dem Weiterverkauf im Internet erworben hatte. Zum Schein bestellten Rauschgiftfahnder ein Kilogramm Amphetamin bei der Quelle. Die Handschellen klickten am 14. Oktober. In der Wohnung fanden Beamte ein halbes Kilo Amphetamin und eine Cannabis-Aufzucht mit 15 Pflanzen.

Während der Vernehmung machte der 19-Jährige Angaben zu einem Rauschgiftlieferanten aus Rothenburg, der jetzt ins Visier der Ermittler geriet. Außerdem gingen Anfang September weitere Hinweise bei der Kripo Ansbach auf einen schwunghaften Drogenhandel in Westmittelfranken ein.

Arbeitsgruppe Westwind

„Wir haben gewusst, da kommt was Größeres auf uns zu“, sagte Oberstaatsanwältin Gabriele Hofmeier, Leiterin der Ansbacher Staatsanwaltschaft. Im baden-württembergischen Ostalbkreis fanden Beamte bei einem 25-Jährigen Marihuana und Kokain. Er erzählte, dass er als Drogenhändler Opfer eines Raubüberfalls geworden war - er soll malträtiert worden sein. Ein Trio ließ den Mann gefesselt und verletzt in seiner Wohnung zurück. Es erbeutete Marihuana, Bargeld und Schmuck: rund 70.000 Euro. Auch in dem Fall gelang die Festnahme von zwei Männern und einer Frau.

Dann stießen Beamte auf Verbindungen von dem Mann aus Rothenburg und dem Händler aus dem Ostalbkreis und die Kripo richtete die Arbeitsgruppe Westwind mit acht Beamten ein.

Durch die Ermittlungen kam es zu weiteren Haftbefehlen und Wohnungsdurchsuchungen. Die zwölf Festgenommen sitzen in Gefängnissen in ganz Bayern verteilt. Einige haben schon Aussagen gemacht.