Montag, 24.02.2020

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"Spenglerhof": Bürger organisieren sich

Anwohner der Spenglerstraße 13/13a bangen nach wie vor um ihre Gärten — Unterschriftenliste überreicht - 25.10.2017 12:55 Uhr

Mit dem Transparent „Spenglerhof bleibt! Nein zu Ausverkauf und Verdrängung“ kämpfen die Anwohner der Spenglerstraße 13 und 13 a für den Erhalt ihrer Gärten. © Diana Schmid


Die Gärten im Spenglerhof haben ihre Farbe gewechselt, es ist Herbst. Die sommerliche Intensität ist gewichen. Was hat sich bei den Mietern getan und wurde im Vorhaben Farbe bekannt?

Mitte September fand ein Protest-Grillabend auf dem Anwesen statt, weil die Gärten zum 30. September gekündigt wurden. Der Schriftzug des damaligen Transparents "Spenglerhof bleibt! Nein zu Ausverkauf und Verdrängung" ist bei den Betroffenen nach wie vor Programm.

Im Unklaren

Ben Schwägerl, einer der vier WGBewohner, berichtet, dass ihr Widerspruch nicht beantwortet worden sei. Die Gärten würden sie weiter nutzen. Auch die Pacht für 2018 sei im September abgebucht worden. Weil aus ihrer Sicht somit keine Farbe bekannt wurde und sie sich nach wie vor im Unklaren wägen, haben sie mittlerweile verschiedene Schritte unternommen. Sie haben über 500 Unterschriften gesammelt und zogen damit am 16. Oktober zur Nürnberger Niederlassung der Vermietungsgesellschaft Vonovia los, wo sie an der falschen Anlaufstelle waren (wir berichteten). Am darauffolgenden Montag sollten sie Besuch von einem Vonovia-Vertreter bekommen. Die Anwohner sprachen als nächstes bei der Bauordnungsbehörde vor. Dort überreichten sie Gerhard Steinmann ihre Unterschriften.

Luise Oßmann am Gartentor: Die Familie Oßmann pflegt ihre kleine Oase schon seit dem Jahr 1968. © Diana Schmid


Wütende Stimmung

Diese Woche fand im Spenglerhof eine nicht öffentliche Mieter-Informationsveranstaltung statt. Auch Christine Wimmer, eine weitere WG-Bewohnerin, hat daran teilgenommen und verzeichnet keinen Erkenntniszugewinn. Dass sie die Gärten zunächst offenbar bis nächsten Sommer schon noch nutzen könnten, sieht sie als rechtliche Tatsache und nicht als "tolles zu verkaufendes Zugeständnis". Sie berichtet im Nachgang von einer wütenden Stimmung bei den Betroffenen. In puncto Mietsituation und Prognosen fühlten sie sich nicht besser informiert; sorgten sich um mögliche steigende Mieten und um eine lange Bauzeit.

Gerhard Steinmann, Leiter der Bauordnungsbehörde, berichtet auf Nachfrage, dass es im Verfahren selbst keine Neuigkeiten gebe und dass Lärm das Hauptproblem darstelle. Der Bauherr müsse gesunde Wohnverhältnisse trotz Lärm mittels eines Gutachtens nachweisen. Die Unterschriftenliste habe er von den Mietern entgegengenommen und an den Baureferenten, Daniel F. Ulrich, weitergeleitet, da der Bebauungsplan und damit die politische Ebene betroffen sei.

Bettina Benner, Pressesprecherin der Vonovia, sagt auf Anfrage: "Es wird wieder Mietergärten geben" und "bis ins Frühjahr 2018 hinein dürfen die Gärten weiterhin genutzt werden". Aktuell stehe noch nicht fest, was genau gebaut wird, man befände sich in einem noch frühen Stadium.

Nach Abschluss der Planungen will Vonovia auf die Mieter zugehen, eine Einladung für eine neue Mieterversammlung würde kommen, sobald belastbare Informationen vorlägen. Dann solle eine Präsentation gezeigt werden, die konkretere Informationen vermittle.

DIANA SCHMID

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