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0:7! Auch Wolfsburg schlägt den Ice Tigers auf den Magen

Ernüchterung in der Arena: Jiraneks Jungs kommen den Playoffs nicht näher - 18.01.2019 21:27 Uhr

Auch wenn ihn der Virus nicht erwischt hatte: Niklas Treutle, der Ice-Tigers-Goalie, konnte einem am Freitag leid tun. © Sportfoto Zink / ThHa


Marcus Weber hatte es noch probiert. Aber auch ihm hatte der Noro-Virus keine Chance gelassen, an diesem Freitagabend Eishockey zu spielen. Sein Körper war zu geschwächt, nachdem er sich auf alle erdenklichen Arten entleert hatte. Und weil es Maximilian Kislinger, Jason Bast, Tim Bender, Marcus Weber, Leo Pföderl und Mike Mieszkowski genauso ergangen war, mussten die Ice Tigers dem EHC Wolfsburg mit einem Notaufgebot entgegentreten. Weil kurzfristig noch Yannick Wenzel und Pascal Grosse vom Kooperationspartner aus Bietigheim aushelfen konnten, standen Martin Jiranek immerhin zehn Stürmer, sechs Verteidiger und zwei Torhüter zur Verfügung. Aber dass sich diese 18 Mann einsatzbereit gemeldet hatten, bedeutete nicht, dass sie gesund und fit waren.

Es dauerte dann doch erstaunlich lange, bis man nicht mehr nur erahnen konnte, wie anstrengend dieses Spiel für die in personeller und körperlicher Hinsicht geschwächte Mannschaft war. Als Oliver Mebus während eines Unterzahlspiels nicht mehr vom Eis kam, verzog er immer wieder die Miene, es sah so aus, als würde er stumm schreien. Je länger die Partie dauerte, desto seltener ließen sich die Ice Tigers auf Zweikämpfe an der Bande ein. Selbst Mannsbilder mit den Ausmaßen von alten Bauernschränken wie Brett Festerling oder Brandon Segal schien es dafür an Kraft zu fehlen. Der Noro-Virus hatte sieben Ice Tigers niedergestreckt und den Rest entscheidend geschwächt. Dass Kuriose war, dass Nürnberg diese wichtige Begegnung trotzdem hätte gewinnen können. Ja, eine Begegnung, die letztlich 0:7 (0:0, 0:2, 0:5) endete.

Konsequentes Unglück 

Die drei Punkte nahmen die Grizzlys mit nach Wolfsburg, weil eine einzige Druckphase, Treffer von Spencer Machacek (23. Minute) und Gerrit Fauer (26.) erbrachte und weil sich David Leggio rechtzeitig selbst daran erinnerte, an guten Abenden wie diesem zu den besseren DEL-Torhütern zu zählen. Die Ice Tigers erspielten und erarbeiteten sich etliche vielversprechende Chancen, viel mehr noch als am Freitag zuvor, als sie die Wolfsburger in deren Eishalle mit 5:0 besiegt hatten. Nur traf diesmal niemand. Es war die konsequente Fortsetzung einer Woche, die unglücklicher kaum hätte verlaufen können.

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Am Mittwoch zuvor war es erstmals wieder eng auf dem Eis geworden. Zwei lange verletzte Stürmer waren wieder mit dabei. Kislinger war bereit für einen Einsatz, Eugen Alanov noch nicht, in dieser Konstellation war ohnehin kein Platz ihn. Nunja. Es fehlte nur Shawn Lalonde, krank. Am Freitag war er schon wieder fit, welch eine Ironie. An diesem Mittwoch waren die Ice Tigers sogar so vollzählig, dass es sich leisten konnten, Eric Stephan nach Bietigheim abzugeben. Bis zum 15. Februar wird der Verteidiger in der 2. Liga Spielpraxis sammeln.

Auch Pohl trifft

Ob Stephan diesen bitteren Abend hätte erträglicher machen können? Wohl kaum. Dazu hätten Reimer, Buck, Fox, Acton, Brown, Wenzel, Wenzel oder Wenzel treffen müssen. Gegen Ende des ersten und gegen Ende des zweiten Drittels hatten die Ice Tigers ihre besten Phasen, kamen mühelos zum Abschluss. Aber spätestens als der unermüdliche Philippe Dupuis nach einem Solo über die gesamte Eisfläche mit seinem Lupfer an Leggios Schoner hängenblieb, war klar, dass das mit dem Tore schießen an diesem Abend nichts mehr werden würde. Dafür schloss Alexander Karachun den ersten Konter des Schlussdrittels ab (43.), der Ex-Nürnberger Petr Pohl machte es ihm nach (55.). Und nachdem Spencer Machacek bei doppelter Überzahl getroffen hatte, verließen die ersten Fans in andächtiger Stille die Arena.

Es war ein frustrierender Abend, da machte es auch keinen Unterschied mehr, dass Daniel Sparre (53.) und nochmals Machacek (59.) trafen. Die Fans feierten ihre Mannschaft schon wieder. Als Motivation für das wichtige Spiel am Sonntag 17 Uhr (Sport1). Dass ihr Gastgeber, der Krefelder EV, in Iserlohn verlor, war die bislang beste Nachricht des Wochenendes. 

Nürnberg: Treutle; Jurcina/Mebus, Lalonde/Festerling, Gilbert/Grosse – Reimer/Buck/Bassen, Brown/Acton/Weiß, Segal/Dupuis/Fox, Wenzel. - Tore: 0:1 Machacek (22:15), 0:2 Fauser (25:06), 0:3 Karachun (42:54), 0:4 Pohl (44:49), 0:5 Machacek (48:59/5-3), 0:6 Sparre (52:31), 0:7 Machacek (58:15). - Schiedsrichter: Klein/Rohatsch. - Zuschauer: 4630. - Strafminuten: 10 – 6.  

Sebastian Böhm

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