0:7-Debakel gegen Ingolstadt wirkt nach

Klauß hat Mitleid mit Klaus: "Die ärmste Sau auf dem Platz"

Nürnberg , am 17.07.2020..Ressort: Lokales Foto: Eduard Weigert.., {even....Uli Digmayer..........Mitarbeiterportrait
Uli Digmayer

Sportredaktion

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Sieben Mal musste Club-Keeper Carl Klaus im Testspiel gegen Ingolstadt hinter sich greifen.

Sieben Mal musste Club-Keeper Carl Klaus im Testspiel gegen Ingolstadt hinter sich greifen. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Einen Spieler nahm Klauß von seiner Manöverkritik allerdings explizit aus. Der Torhüter Klaus sei von den Kollegen „im Stich gelassen worden“ und die „ärmste Sau auf dem Platz“ gewesen, klagte der Trainer Klauß und empfand sogar ein bisschen Mitleid mit seinem Fast-Namensvetter, „das war für ihn undankbar und schade, denn er trainiert gut und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft“. Und gerade Ersatzkeepern gelten solche Partien ja eigentlich als nette Gelegenheit, um sich auch mal abseits des Trainingsalltags zu präsentieren.

"Eine unschöne Erfahrung"

„Natürlich hatte ich mir das etwas anders vorgestellt“, gestand Carl Klaus nach einer „unschönen Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden. Das einzige Positive war, dass es zumindest nicht so viele live gesehen haben“. Zwar wollte sich der 27-Jährige als braver Teamplayer „aus dem Mannschaftssport Fußball nicht herausnehmen“, konkrete Vorwürfe waren ihm aber keine zu machen.

Weitschüsse in den Winkel, Eigentore, Fehlpässe im eigenen Strafraum, sträflich freistehende Schanzer – viel zu halten gab es nicht für Klaus, das bestätigte auch das Videostudium samt kritischer Analyse der Gegentore. Ein Trost war ihm das freilich nicht. „Kein Torwart ist zufrieden, wenn er sieben Tore bekommt“, sagte Klaus, zwei, drei Tage habe er daran „schon zu knabbern gehabt“. Am Dienstag war dann aber die Lust auf Fußball zurückgekehrt, auch sein Selbstvertrauen sei „nicht beeinträchtigt“, beruhigte Klaus: „Und ich hoffe, dass Mannschaft und Trainerteam wissen, dass sie sich auf mich verlassen können“.

Oft beweisen durfte das der im Sommer vom SV Darmstadt 98 nach Nürnberg gewechselte Schlussmann bislang nicht. In der ersten Runde des DFB-Pokals vertrat er Stammkeeper Christian Mathenia, ohne sich beim mühsamen 1:0-Sieg in Ulm groß auszeichnen zu können. Bei allem Ehrgeiz scheint sich der gebürtige Stuttgarter aber mit seiner Rolle als loyale Nummer zwei arrangiert zu haben. „Wir spielen eine sehr stabile Saison, stehen gerade defensiv sehr gut und kriegen wenig Tore“, sagt Klaus.

Seine momentane Aufgabe sieht er deshalb darin, „das Niveau im Training hochzuhalten und Druck zu machen, zu pushen“. Und auf weitere Bewährungschancen zu hoffen, ob nun im Pokal, in der Liga oder in Testspielen: „Ich versuche, alles mitzunehmen, was geht und was man mir zutraut.“ Es muss ja nicht immer gleich 0:7 ausgehen.


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