Alles Nürnberger beim FCN? Vorarbeiter Ishak gefällt beim Club

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Online-Redaktion, Sport

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8.7.2020, 06:15 Uhr
Drin, aber zählt nicht: Der 2:0-Sieg gegen Ingolstadt fühlte sich für den Club an wie ein noch klarer erzielter Erfolg. Auch dank Mikael Ishak, dessen Treffer keine Gültigkeit hatten.

Drin, aber zählt nicht: Der 2:0-Sieg gegen Ingolstadt fühlte sich für den Club an wie ein noch klarer erzielter Erfolg. Auch dank Mikael Ishak, dessen Treffer keine Gültigkeit hatten. © Sportfoto Zink / DaMa

"Mika hat gesagt, ich könnte ihn rüberlegen. Das ist ein bisschen ärgerlich", sagte Fabian Nürnberger nach dem Ende eines aus rot-schwarzer Sicht enorm erfreulichen, aber eben nicht vollständig zufriedenstellenden Spiels. Zumindest der jugendliche Matchwinner, den Club-Refresher Michael Wiesinger beim 2:0-Heimerfolg gegen Ingolstadt auf die linke Offensivbahn beordert hatte, sah Steigerungsbedarf. Und wirkte nach seinen beiden ersten Profi-Toren, die dem Altmeister eine gute Ausgangsposition fürs Relegationsrückspiel verschaffen, trotz aller Selbstkritik und Ernsthaftigkeit natürlich gleichwohl gut gelaunt. 

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Für einen erfrischend aufspielenden FCN war gegen wohl auch aufgrund der kurzen Wettkampfpause schlappe Schanzer mehr drin als die zwei Nürnberger-Buden. Besonders in der ersten Hälfte, als ein vehementer, spielerisch ansprechender Club-Vortrag mit einer außergewöhnlichen Überlegenheit und einem massiven Chancenplus einher ging, der Ball aber eben nur zweimal ins gegnerische Tor. Oder nach der Pause, in der von Nürnberger angesprochen 66. Minute, als die Kugel nicht im Schanzer-Netz oder bei Mikael Ishak landete. Sondern - vom 20-Jährigen aus spitzem Winkel beschleunigt - krachend am linken Pfosten.

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Das Aluminium erschüttert hatte Beschwerdeführer Ishak da schon längst. Früh bereits, in der vierten Minute, nach einer Freistoßflanke von Valentini und einem wuchtigen Kopfball aus zentraler Position. Der vor seinem Comeback Ende Mai - in Regensburg hatte der Goalgetter glücklicherer Club-Zeiten nach knapp zehnmonatiger Startelf-Abstinenz prompt getroffen - quasi ausgemusterte und wenig später erneut zurückgestellte Schwede sollte auch im Anschluss auffallen. Und im von Michael Wiesinger gewählten 4-4-2 System, in dem Nürnbergs Nothelfer neben Ishak den Slowaken Adam Zrelak als Doppelspitze aufbot, ein Garant dafür sein, warum der Club so gut im Spiel war - und Ingolstadt nicht. 

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Die Angreifer des Altmeisters liefen die Schanzer bei ihren Aufbaubemühungen abwechselnd an - mit Erfolg sogar den Schlussmann. Sie waren - auch der giftige Zrelak - konsequent und griffig in den Zweikämpfen. Und präsent mit Läufen in die Tiefe oder dort, wo ein Stürmer ab und zu stehen sollte. In der Box, im Jagdrevier der Angreifer, in den Abschlusszonen des Strafraums also. Oder an dessen Rand, wo man sich durchsetzen muss und den Ball verlängern - wie Zrelak vor Nürnbergers Treffer zum 2:0.

Zugmaschine und zwei Abseitstore 

Die Vorarbeiter waren wichtig für den Club-Erfolg gegen Ingolstadt. Besonders Ishak, den man weiterhin als spielerisch gewandtesten Mittelstürmer des 1. FC Nürnberg bezeichnen darf, betätigte sich in dieser für den Club vorteilhaften Richtung als Ballfestmacher, Ballverteiler, Ballabholer und Ballschlepper. Ein bisschen so wie damals, als man eine Zweitliga-Saison nicht ganz unten, sondern ganz oben beendete. Als Zugmaschine etwa bei einer vielversprechenden Kontergelegenheit um die Stundenfrist. Nicht aber als Torschütze, obwohl sich dem von Ingolstadt mächtig malträtierten Kurzzeitturbanträger eine Vielzahl von Möglichkeiten boten - darunter die ein oder andere richtig gute. Möglichkeiten, die der Instinktstürmer auch zu zwei Abstaubertoren nutzte. Treffern, die aufgrund zuvorgehender Abseitsstellungen aber keinen Ausdruck auf der Anzeigetafel fanden. 

 

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Elan, Plan, Klassenerhalt 

Um die Restzweifel am Nürnberger Klassenerhalt vielleicht schon im Hinspiel zu beseitigen, wäre es freilich gut gewesen, wenn der im Kollektiv überzeugende Club einen dritten Eintrag auf die Anzeigetafel gebracht hätte. Angesichts der großen Menge von Großchancen vielleicht sogar erforderlich. Etwas was Fabian Nürnberger hätte erledigen können für den FCN. Oder eben Mikael Ishak. “Ein bisschen ärgerlich“ war das schon, wie der gleichwohl glückliche Doppeltorschütze am ZDF-Mikrofon also befand. Dass der Club über den kompletten ersten Durchgang jedoch beharrlich dabei blieb, sich für seinen Aufwand zu belohnen, stimmt positiv. Positiv, dass die Restzweifel am Samstag in Ingolstadt beseitigt werden. Mit einem gleichsam guten Plan. Mit einer entsprechenden Leistung, dem gleichen Elan. Und mit einem Vorarbeiter und Dann-vielleicht-auch Torschützen Mikael Ishak. 

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