Alternative beim Club: Krätschmer empfiehlt sich

Nürnberg , am 17.07.2020..Ressort: Lokales Foto: Eduard Weigert.., {even....Uli Digmayer..........Mitarbeiterportrait
Uli Digmayer

NZ-Sportredaktion

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27.3.2021, 05:49 Uhr
Beim 2:2 in Mainz packte Pius Krätschmer - wie hier gegen Daniel Brosinski - auch schon mal ganz rustikal die Grätsche aus.

Beim 2:2 in Mainz packte Pius Krätschmer - wie hier gegen Daniel Brosinski - auch schon mal ganz rustikal die Grätsche aus. © Sportfoto Zink / Heiko Becker, Sportfoto Zink / Heiko Becker

Die gerade in Krisenzeiten oft reflexhaft formulierte Forderung, doch der Jugend eine Chance zu geben, wird beim 1. FC Nürnberg in dieser Saison durchaus mit Leben erfüllt. Immerhin verhalf Trainer Robert Klauß bereits Talenten wie Tom Krauß (19), Noel Knothe (21), Tim Latteier (20), Dennis Borkowski (19), Linus Rosenlöcher (20) und Erik Shuranov (19) zum Debüt in der zweiten Liga. Nur den Namen Pius Krätschmer sucht man bislang vergeblich in der offiziellen Einsatzstatistik.

"Über kurz oder lang"

Nun gehört Krätschmer mit seinen 23 Jahren zwar nicht mehr unbedingt zu den Kaderküken, doch war auch der Innenverteidiger im September 2020 vom FC Schweinfurt 05 als Perspektivspieler an den Valznerweiher gekommen. "Wir trauen ihm zu, über kurz oder lang bei uns seinen Weg zu gehen", sagte Sportvorstand Dieter Hecking damals. Genauer definiert wurde dieses "kurz oder lang" zwar nicht, ein paar Einsatzminuten hätte sich Krätschmer seitdem aber wohl schon erträumt - zumal gerade Nürnbergs Defensivabteilung keineswegs immer souverän wirkte.

"In der Innenverteidigung wechselt man eben nicht so oft", erklärt Klauß. Bewährungschancen bekam Krätschmer deshalb bislang nur in Testspielen. Und da ließ der Schwabe nach sehr soliden Leistungen gegen Jahn Regensburg (2:0) und Eintracht Frankfurt (2:0) nun auch beim 2:2 gegen den FSV Mainz 05 erahnen, dass er dem Club durchaus weiterhelfen könnte. "In den ersten 20 Minuten hatten wir ein paar Probleme, weil wir in dieser Konstellation noch nicht zusammengespielt haben, dann wurde es aber immer besser", befand Krätschmer.

Übersicht und gepflegter Spielaufbau

Der beim SSV Ulm und SC Freiburg ausgebildete Linksfuß, in Schweinfurt anfangs noch als zentraler Mittelfeld eingesetzt ("Meine Flexibilität ist sicher eine meiner Stärken"), überzeugt vor allem durch Übersicht und gepflegten Spielaufbau, könnte im Zweikampf trotz seiner stattlichen 1,87 Meter aber noch etwas robuster sein. "Körperlich gibt es sicher Verbesserungspotenzial, daran arbeite ich", sagt Krätschmer, hinsichtlich Tempo und Physis sei der Unterschied zur viertklassigen Regionalliga schon groß.

"Es ist cool beim Club"

Auch wenn die Pflichtspielpremiere noch auf sich warten lässt, hat Krätschmer den Wechsel nicht bereut. "Ich fühle mich sehr wohl, es ist cool beim Club", beteuert er und zeigt sich ebenso geduldig wie kämpferisch: "Ich habe mich weiterentwickelt, gebe Gas und hoffe auf Einsätze. Ich habe noch ein Jahr Vertrag und will mich hier langfristig durchsetzen."

Spätestens in der nächsten Saison dürften durch die Abgänge von Lukas Mühl und wohl auch Georg Margreitter im Abwehrzentrum diverse Planstellen frei werden. In Mainz konnte sich Krätschmer einmal mehr als reizvolle Alternative empfehlen. Klauß jedenfalls war zufrieden mit dem Auftritt seiner B-Elf, "man hat gesehen, dass wir uns auf die Jungs, die zuletzt weniger Spielzeit hatten, verlassen können." Und sogar auf die, die noch gar keine Spielzeit hatten.

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