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Aus Liebe zur Musik und ungezwungener Bewegung

Zumba erobert die Fitnesstudios - 22.08.2011 20:05 Uhr

Laut Sportwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Schwier sind alle sogenannten Trendsportarten „dadurch gekennzeichnet, dass sie unsere gewohnten Sportvorstellungen überschreiten und zuvor nahezu unbekannte Auslegungen des menschlichen Sich-Bewegens in unseren Horizont rücken.“ Und genau das dürfte auf die meisten Menschen zutreffen, denen man erstmalig zu erklären versucht, was „Zumba“ ist. Und warum es da gar nichts zu grinsen gibt.

Spricht man mit aktiven Zumbaistinnen über deren Passion, so fällt vor allem ein Ausdruck immer wieder: Gute-Laune-Sport. Ruth Fenke sagt: „Diese Musik macht einfach Stimmung und gute Laune, die sofort ansteckend ist, und man merkt gar nicht, dass man Sport macht.“ Und tatsächlich fangen unwillkürlich die Füße an zu zucken, sobald die ersten Töne aus der Anlage erklingen. Das Konzept ist so simpel wie effektiv. Lieder aus verschiedensten Musikrichtungen wie HipHop, Salsa, Reggaeton, Flamenco und Merengue werden ja nach Gusto des Trainers (oder Vorlieben der Teilnehmer) abgespielt.

Zu jedem Stück gibt es eine feste Choreographie aus sich wiederholenden Bewegungen, die dem jeweiligen Stil entnommen sind. Hüftschwingende Drehungen erhobenen Hauptes beim Salsa. Crisscross und viel Knie beim HipHop. Allen gemein ist ein durch die speziellen Bewegungen effektives Ganzkörpertraining. Ein kreisender Hüftschwung sieht nicht nur gut aus, sondern beansprucht verschiedenste Muskelgruppen und dazu die erforderliche Konzentration darauf, auch die richtigen zu bewegen.

Wer schonmal versucht hat, „isolierte Körperbewegungen“ wie beispielsweise beim orientalischen Tanz auszuführen, weiß, wovon die Rede ist. Das Schöne hierbei: Jeder Zumba-Teilnehmer kann im Prinzip selber die Intensität seines oder ihres Trainings bestimmen. Während die einen, Anfänger oder in Ermangelung regelmäßiger Teilnahme, noch versuchen, die Knoten aus den Beinen zu bekommen und wenigstens Schritte nach links und rechts in der richtigen Reihenfolge auszuführen, bewegen sich andere mit Routine und Selbstbewusstsein durch den Kursraum.

Die Teilnehmer gehen aus sich heraus

„Eine der schönsten Erfahrungen für mich als Trainerin beim Zumba ist es zu sehen, wie die Teilnehmer, Frauen wie Männer, nach und nach immer mehr aus sich herausgehen und sich neue Bewegungen zutrauen“, sagt Jutta Steger. Sie unterrichtet seit einigen Monaten im Nürnberger „Das Studio – Frauenfitness“ mehrmals wöchentlich Zumba. Mit Hingabe: „Zumba verbindet so viele Stile und Rhythmen, da ist für jeden was dabei. Der Unterricht soll Spaß und Party verkörpern, und das tut er auch.“ Regina Geyer, eine andere Teilnehmerin, begründet ihre Begeisterung so: „Egal wieviel Stress ich habe, spätestens nach dem ersten Lied fällt alles von mir ab und ich bekomme gute Laune. Zumba ist für mich endlich mal ein Sport, der nur Spaß macht und bei dem ich gar nicht mitbekomme, wie die Zeit verfliegt.“

Damit befindet sie sich, wie es scheint, in bester Gesellschaft. Die angebliche Entstehungsgeschichte dieser Bewegungs-Bewegung liest sich wie folgt: Ein kolumbianischer Choreograph vergaß in den 1990er Jahren die Musikkassette für seinen Aerobic-Kurs. Um die Stunde nicht ausfallen lassen zu müssen, bediente er sich einer Ersatzkassette voller lateinamerikanischer Musik, die er zwecks der guten Laune in seinem Auto hatte. Dazu musste er jedoch die Schritte improvisieren, was für ihn als professionellen Tänzer kein größeres Problem darstellte. Schon war ein neues Genre geboren, das Ende der 90er Einzug in die USA hielt und, wie soll es anders sein, von dort aus vor ein paar Jahren nach Deutschland schwappte.

Mittlerweile sprießen die Angebote nur so aus dem Boden. Während Tanzschulen Zumba wie früher HipHop als Tanzunterricht anbieten, fächern sich die Kurse in Fitnessstudios bereits breit auf unterschiedlichste Bedürfnisse der Teilnehmer auf: Es gibt Zumba für Senioren in entsprechend angepasster Intensität, Zumba für Kids mit einem Konzept zur Stärkung von Disziplin und Selbstvertrauen oder sogar Aqua-Zumba. Interessenten wie Spöttern sei wärmstens ans Herz gelegt, einfach mal eine Schnupperstunde zu riskieren. Mädels beispielsweise hier: www.das-studio-nbg.de.

Katharina Wasmeier E-Mail

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