Bader: René Weiler wäre im Sommer fast in Leipzig gelandet

29.9.2015, 13:45 Uhr
René Weiler und Martin Bader: Offenbar klappte ihre Zusammenarbeit beim 1. FC Nürnberg nicht allzu gut.

René Weiler und Martin Bader: Offenbar klappte ihre Zusammenarbeit beim 1. FC Nürnberg nicht allzu gut. © Zink

Wirklich geknickt wirkt Martin Bader nicht. Eigentlich wurde er in die Sport-Talkshow sky90 eingeladen, um über seinen anstehenden Job bei Hannover 96 zu sprechen. Dort übernimmt der derzeit Noch-Angestellte beim Club zum 1. Oktober den Posten des "Geschäftsführer Sport".

Der 1. FC Nürnberg steht dann aber freilich doch im Fokus des Gesprächs. Es geht um die vorletzte Chaos-Saison ("Die Mannschaft war für die erste Bundesliga sehr gut aufgestellt"), um den neuen Sportvorstand Andreas Bornemann ("Eine gute Entscheidung"), um Wolfgang Wolf. Vor allem geht es aber um ein brisantes Treffen von René Weiler mit Verantwortlichen von RB Leipzig. "In der Branche spricht sich relativ schnell rum, dass es da im Sommer Gespräche gab", sagt Bader auf die Frage von Moderator Patrick Wasserziehr, ob die Gerüchte um ein Angebot aus Leipzig denn stimmen würden.

"Mein Konzept war, alle an einen Tisch zu bringen"

Weiler sei "ein interessanter Trainer für RB gewesen", doch davon habe der 1. FC Nürnberg "erst im Nachhinein Kenntnis erlangt". Ein Geheim-Treffen zwischen dem Club-Trainer und der Vereinsführung aus Leipzig also. "Das macht natürlich die Kaderplanung für die neue Saison nicht einfacher, wenn man nicht weiß, ob der Trainer zur neuen Saison dann noch da ist", sagt Bader.

Auch sonst stichelt Martin Bader wohlformuliert gegen Weiler. Man habe unterschiedliche Auffassungen davon gehabt, "in einer Mannschaft, in einem Team zu arbeiten", sagt der 47-Jährige. "Mein Konzept war, alle an einen Tisch zu bringen. Die Nachwuchs-Arbeit ist mir wichtig, das Scouting hat in der Vergangenheit herausragende Spieler gefunden."

Doch das Zusammenführen der einzelnen Abteilungen habe besonders mit Bezug auf die Kaderplanung nicht geklappt - auch, weil René Weiler das nicht wollte, behauptet Bader. "Er hat sich sehr auf seine Arbeit, auf die Mannschaft konzentriert. Nur wenn du Kaderentscheidungen triffst, dann müssen mehr an einen Tisch."

Etwas geknickt wirkt Bader dann aber doch, als er über die Art und Weise seines Abschieds spricht. "Hintenraus", sagt er, lief nicht alles optimal. Der Sportvorstand habe sich eine Verabschiedung an seinem letzten Spieltag gegen Bielefeld gewünscht. "Das hätte auch im Stadion passieren können." Wirklichen Groll hege er aber nicht. "So war mein letztes Spiel eben auf dem Betzenberg."

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