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Befreiungsschlag: Gebhart hievt Club aus der Krise

Mainz vor der Brust und zwei Derbys im Hinterkopf - 04.11.2012 16:37 Uhr

Der vor dem Spiel zu spürende Druck wich auch bei Kiyotake & Co. mit Gebharts Siegtreffer kollektiver Freude. © Zink


Als sich Timo Gebhart nach seinem spielentscheidenden Treffer jubelnd vor die Nürnberger Nordkurve legte, wurde klar wie viel Druck da eigentlich gerade von Kiyotake, Chandler & Co. abfiel. Das erste Tor nach zuvor 452 Minuten ohne Tor und sechs sieglosen Spielen - Serien auf die nicht nur Dieter Hecking "gerne verzichtet hätte."

Ein Befreiungsschlag in jedem Fall, vielleicht auch eine Trendwende. Für Dieter Hecking aber nicht unbedingt eine klare Leistungssteigerung: "Schon auf Schalke hat die Mannschaft zueinander gefunden und auch in der Woche davor gegen Augsburg war die Leistung gut", erklärt der 48-Jährige. Nun im zum Kellerduell am 10. Spieltag stilisierten Duell gegen den VfL Wolfsburg kam das dazu, was im Bundesliga-Fußball unabdingbar ist: Wille. "Wir haben um jeden Ball gekämpft - bis zur letzten Minute", fasst Matchwinner Gebhart zusammen.

"Eine Aktion habe ich noch"

So verdient der Sieg war, spielerisch ließ der Club dennoch einiges vermissen. Gegen destruktiv defensiv spielende Wölfe reichte es nur zu neun Torschüssen - die wenigsten davon wirklich gefährlich. Vor allem Stürmer Pekhart blieb blass und wurde in der 72. Spielminute frühzeitig durch Leihspieler Sebastian Polter ersetzt. Apropos Auswechslung: Der Torschütze Timo Gebhart nämlich sollte bereits in der 75. Minute aus dem Spiel genommen werden, Mike Frantz stand bereits zur Einwechslung beim vierten Offiziellen. Der Wechsel verzögerte sich und Gebhart packte die Gelegenheit beim Schopf: "Eigentlich wäre ich gar nicht mehr im Spiel gewesen, der Trainer wollte mich schon auswechseln, da habe ich mir gedacht, eine Aktion habe ich noch."

Die bisherige Saison gleicht einer Berg-und-Talfahrt. Stand der Club vor wenigen Wochen noch auf einem internationalen Rang, kämpft das Team von Trainer Dieter Hecking vermeintlich dreckig gegen den Abstieg. 

So eng geht es in der Tabelle zu, vor allem zu Saisonbeginn.

Zum Durchschnaufen hat der Club keine Zeit, die Aufgaben werden schließlich nicht leichter. Bereits am nächsten Spieltag wartet mit Mainz eines der Überraschungsteams der noch jungen 50. Bundesligasaison. Mit einem Auge schielt das Team von Dieter Hecking aber bestimmt schon auf die kommenden Derbys gegen den FC Bayern München und die SpVgg Greuther Fürth. Dann geht es darum, nicht wieder in die Krise zu rutschen.

Tobias Lang

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