Belastungstest bestanden: Matavz meldet sich zurück

30.11.2016, 17:45 Uhr
Applaus für Matavz: So sieht man in Nürnberg den Club-Rekonvaleszenten am liebsten.

Applaus für Matavz: So sieht man in Nürnberg den Club-Rekonvaleszenten am liebsten. © Sportfoto Zink / DaMa

Gute Club-News? Bitteschön! Mit seinen Fortschritten in der Reha und seiner relativ frühen Rückkehr ins Einzeltraining hatte Tim Matavz zuletzt schon angenehm überrascht. Das Wohlbefinden beim FCN dürfte weiter steigern, dass der 27-Jährige am Mittwochnachmittag am Valznerweiher erstmals wieder mit der Mannschaft proben konnte.

Zu erwarteten war dies zu so einem frühen Zeitpunkt nicht gewesen. Vor knapp vier Wochen, beim 1:1 am Hamburger Millerntor, war Lasse Sobiech Nürnbergs Vorzeigestürmer kurz vor der Pause vehement in die Parade gefahren. Weit vor dem Pauli-Gehäuse - noch dazu von hinten. Gelb für den Ex-Fürther gab's nicht. Dafür am Tag darauf die Nachricht, dass Matavz, der nach Wiederbeginn auf dem Kiez zunächst noch weiterstürmte, sich dank Sobiechs derbem Einsteigen einen Syndesmoseanriss im rechten Sprunggelenk zugezogen hatte.

Comeback gegen Sandhausen möglich

Auch ohne den Slowenen, den man als großgewachsenen, aber auch ballgewandten Mittelstürmer seit Sommer aus Augsburg ausgeliehen hat, gewann der Club anschließend in Aue und erkämpfte sich gegen Würzburg spät noch ein Remis. Doch spätestens in Stuttgart wurde wieder einmal klar, welche Wichtigkeit der 31-fache Nationalspieler für den FCN in vorderster Front hat. Neben vier Treffern und zwei Assists hat der Sturmriese auch in anderer Hinsicht großen Anteil daran, dass der Club-Angriff mit 25 Buden zu den besten der 2. Liga gehört.

Matavz kann den Ball halten, behaupten, ihn mit Raffinesse und technischem Geschick weiterleiten oder selbst verarbeiten - und ihn wenn's darauf ankommt, auch selbst in die Maschen jagen. Mit diesen Qualitäten und seinem Arbeitseifer war der als Zielspieler gecastete Vorarbeiter dafür verantwortlich, dass das Nürnbergs Offensivspiel zwischenzeitlich äußerst gut harmonierte und auch Torgarant Burgstaller, der um die slowenische Schrankwand herumstürmen konnte, besser zur Geltung kam. Es bleibt nur die Frage: Wann kann der Nationalspieler diese Fähigkeiten wieder auf dem Platz zeigen? Wohl ziemlich bald, wie Trainer Alois Schwartz am Mittwoch andeutete: "Wenn er vom Kopf frei ist, gehört er zum Aufgebot." Und auch der Stürmer selbst zeigt sich hoffnungsvoll: Er werde alles versuchen.

Vier Millionen Gründe

Dass sich der Einsatz für den zuletzt uneffektiven Club lohnen würde scheint logisch. Der 27-Jährige gehört zu den Ausnahmekönnern im Schwartz-Team. Beim FCA und auf seiner letzten Leihstation in Genua kam der Angreifer - mitunter auch verletzungsbedingt - zwar nicht zur Geltung. Vor zweieinhalb Jahren indes hatten die Fuggerstädter nicht ohne Grund der PSV Eindhoven vier Millionen Euro aufs Konto gebucht. Im Nachbarland war Nürnbergs neben dem ruhiger, auf dem Feld mitreißender Rekonvaleszent 2012 niederländischer Pokalsieger geworden. Und hatte in der Ehrendivision, aber auch auf internationalen Spielwiesen Tore satt geliefert.

Somit gilt: Der rechte Fuß und sein Besitzer haben den Belastungstest gut bestanden, Matavz tummelte sich im Mannschaftstraining zwischen den Kollegen - ein Comeback am Samstag, wenn der Club in Nürnberg gegen Sandhausen spielt, scheint in der Tat möglich. Gute Club-News? Bitteschön!

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