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Bitter: Melsungen bringt Erlangen mit Kempa zu Fall

MT dreht Halbzeit-Rückstand und siegt mit einem Tor - 30.05.2019 11:03 Uhr

Enttäuschung: Der HC wollte das letzte Heimspiel für sich entscheiden. © Sportfoto Zink / OGo


Es war, wie jedes Jahr zum letzten Heimspiel in der Handball-Bundesliga, natürlich auch gestern Abend wieder vor allem ein Spiel der Emotionen. Fünf Spieler wurden vom HC Erlangen verabschiedet, darunter mit Nicolai Theilinger und Jonas Thümmler zwei, die sich zu den Gesichtern dieser Mannschaft entwickelt hatten. Außerdem ihren letzten Auftritt vor eigenem Publikum in der Arena vor 4538 Zuschauern hatten Andreas Schröder, Gorazd Skof und Christoph Steinert – letzterer fehlte verletzt.

"Wir wollen den Jungs einen Sieg zum Abschied schenken", hatte Co-Trainer Stefan Mittag gesagt, deshalb wurden die Abschiedszeremonie auf die Zeit nach Spielschluss gelegt – und da herrschte dann eher Traurigkeit und Enttäuschung: Mit 24:25 (16:11) unterlag der HCE in der Schlusssekunde in einer Partie gegen die MT Melsungen, die man nach einer herausragenden ersten Hälfte niemals mehr verlieren hätte dürfen. Da nämlich hatte der HCE die Gäste regelrecht zerlegt. Immerhin eine Mannschaft, für die es noch um die Teilnahme am Europapokal ging und die sich bis auf Tabellenrang fünf geschoben hatte.

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Niederlage im letzten Heimspiel: Erlangen verspielt klare Führung

Es hätte eine schöne Verabschiedung von den heimischen Fans werden sollen. Doch die MT Melsungen kämpfte - buchstäblich bis zum Schluss. Beim Stand von 24:24 hatten die Männer aus Nordhessen den Ball und verwandelten ihn mit einem dreisten Kempa-Trick zum Siegtreffer.


Melsungen mit Fehlstart

Doch Melsungen, wie auch das stimmungsvolle Publikum, musste sich erst einmal kräftig die Augen reiben: Von wegen Lustlosigkeit, von wegen Müdigkeit, von wegen verlorene Leichtigkeit – Erlangen dominierte die Partie in den ersten 30 Minuten mit mit beeindruckender Spielfreude, mit Mut, mit Herzblut. Es waren diesmal nicht nur markante Worte gewesen, es waren vor allen Dingen Taten, die man sprechen ließ.

Die 5:1-Deckung zog den Gästen zunächst den Zahn, hinter der beweglichen, aggressiven Abwehr hielt Nikolas Katsigiannis bis zur Pause die Hälfte aller Würfe, ein Weltklassewert. So durfte Erlangen davonziehen, angeführt von Neu-Nationalspieler Nico Büdel und dem weiter entfesselten Andreas Schröder ging es von 4:3 bis auf 7:3 davon (9. Minute). Melsungen blieb einzig durch die Siebenmetertore von Tobias Reichmann im Spiel, als auch der erstmals verwarf (18.), traf Erlangen acht Minuten nicht ins Gästetor. Die Chancenverwertung war der Makel.

Zirkushandball: Erlangen präsentierte sich stark

Dafür gelang sogar Zirkushandball, von 11:10 (21.) warf sich so Erlangen wieder mit mehr Treffsicherheit bis auf 15:11 davon. Petter Overby verwertete vom Kreis mit dem Pausenpfiff zum 16:11. Erlangen konnte sich nur noch selbst besiegen, wenn die Konzentration verloren gehen würde. Und genau so kam es: Als Adalsteinn Eyjolfsson die Auszeit nahm, war Melsungen mit Härte und Willen wieder auf 16:17 (40.) herangekrochen. Der HCE musste dringend wieder einen Gang hochschalten, angetrieben von einem begeisterten Publikum. Eyjolfsson brachte den von den Fans lautstark geforderten Theilinger – doch wer traf, war weiter Reichmann vom Siebenmeterpunkt: Der sechste verwandelte Strafwurf brachte das 17:18, Lasse Mikkelsens Rückraumtreffer das erste Unentschieden seit dem 1:1.

Die Entscheidung in letzter Sekunde

Unglückliche Entscheidungen der Unparteiischen spielten den Gästen in die Karten, Reichmanns siebtes Siebenmetertor aber bedeutete das 20:21 – auch Erlangen hatte jetzt vom Zauber- in den Kampfmodus geschaltet und in Unterzahl eine Zwei-Tore-Führung erzwungen. In die Schlussphase ging es auf Augenhöhe.

Als Theilinger traf, führte Erlangen wieder mit drei Toren – es war in der 53. Minute aber das letzte Heimtor in diesem Spiel. Melsungen wackelten erst noch die Nerven: Bissel, auf und davon, wurde von Reichmann gefoult. Folgerichtig sah der Melsunger Rot, doch Büdel vergab den Siebenmeter zur etwaigen Vorentscheidung (24:21, 53.). Weil aber Erlangen einfach nicht mehr traf, Murawski, Gruchalla und Büdel Großchancen vergaben, kippte die Partie. Allendorfs verwandelter Kempa-Trick in der Schlusssekunde ließ sie dann alle richtig traurig sein.

 

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