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Club-Schwur in den Karpaten: Zrelak traut sich

Der Angreifer des Altmeisters ist jetzt unter der Haube - 04.06.2019 16:44 Uhr

Er weiß, wie man sich im Eins-gegen-Eins behauptet: Club-Stürmer Adam Zrelak. © Instagram / Adam Zrelak


Unweit der Demänovaer Eishöhle, in der Niederen Tatra also, hat der aus Hoher-Tatra-Nähe stammende Angreifer des 1. FC Nürnberg seine Veronika geheiratet. Und anschließend, in der Nacht auf Dienstag, ein mit liebreizenden Hashtags versehenes Hochzeitsbild auf Instagram gestellt. Im sanften Sonnenlicht drückt der Club-Slowake seine in Tüll und Spitze gekleidete Langzeitfreundin, mit der Zrelak eine dreijährige Tochter hat, nach unten. Und hält sie gleichzeitig fest. Auf einer sommerlichen Spielwiese, die kein Fußballplatz ist. Engagiert, aber trotzdem zärtlich, wie man es für solche Hochzeitsfotos halt macht. Seine Zweikampfstärke würde der Stürmer gerne bald auch wieder auf einem richtigen Feld unter Beweis stellen. Dass es dabei nicht so zärtlich zugehen muss wie in der Niederen Tatra, versteht sich mit Blick auf Zrelaks Spielweise von selbst. 

Anfang des Jahres, als der seit Sommer 2017 in der Noris engagierte Nationalspieler, der mit seinem Knallbonbon in Ingolstadt dem Altmeister zum Aufstieg verhalf, gerade Mikael Ishak im Sturmzentrum verdrängt hatte, durfte der in der Tat oft nissiger, in vorderster Front präsenter wirkende Angreifer fünfmal in Folge in der rot-schwarzen Anfangsformation ran. Neunmal zuvor war Zrelak da bereits schon beim FCN in der Bundesliga aufgeboten worden. Bei seinem Debüt in Deutschlands höchster Spielklasse gegen Frankfurt hatte er - erst zwei Minuten zuvor eingewechselt - prompt getroffen und mit seinen Teamkollegen erst in der Nachspielzeit den Ausgleich der Eintracht anerkennen müssen.

Großer Zeh und großer Schmerz 

Acht Einsätze und ein Tor auf Schalke später war der heute 25-jährige, inzwischen verheiratete Angreifer erneut einem Treffer nahe. Beinahe hätte Zrelaks in Mainz erfolgreich vorgenommener Spitzelversuch Eingang im Ergebnis gefunden. Hätte er nur eine kleinere Schuhgröße gehabt: Der FCN hätte in Rheinhessen geführt, vielleicht gewonnen und wäre vielleicht gar nicht abgestiegen. So aber lernte Fußball-Deutschland Zrelaks großen Zeh kennen. Aufgrund einer kalibrierten Linie gewann der Club in Rheinhessen nicht. Und musste einen Spieltag vor Rundenschluss den Abstieg akzeptieren. Adam Zrelak war da nicht mehr dabei. Weder auf dem Platz, noch auf der Bank. Im Anschluss an seinen fünften Startelf-Einsatz in Folge, dem 1:2 in Düsseldorf, riss das Kreuzband im rechten Knie des Angreifers. Passieren sollte dies beim Training auf dem Vereinsgelände.

Es wird noch dauern, bis Adam Zrelak auf Spielwiesen, die Fußballplätze sind, seine Zweikampfstärke erneut beweisen kann. Im Hotel Tro Studnicky, dort wo Adam Zrelak just Hochzeit feierte, hat sein malades Knie die hochzeitsüblichen Gymnastikübungen dem Vernehmen nach schadlos überstanden. 

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Kaum ein Lichtblick: Düsteres Jahreszeugnis für den 1. FC Nürnberg

Den Spieler der Saison hat Mikael Ishak bereits am Samstag in Freiburg gekürt. "Unsere Fans", sagte der Stürmer des 1. FC Nürnberg. Dem so genannten zwölften Mann gebührt tatsächlich eine Eins mit Stern – aber was ist mit den vielen Fußballern, die in der vergangenen Spielzeit mehr oder weniger erfolglos versucht haben, richtige Bundesliga-Profis zu sein? Das Jahreszeugnis fällt bis auf ein paar Ausnahmen entsprechend düster aus. Leider durchgefallen, Club!


  

apö

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