Dienstag, 22.10.2019

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Der Club macht's offiziell: Gold-Coach hilft dem FCN

Ski-Trainer soll zuletzt wankelmütige Nürnberger siegreicher machen - 20.09.2019 16:05 Uhr

Ab auf die Piste! Beim Club, dem sich der ehemalige Ski-Bundestrainer Mathias Berthold nun anschließt, soll das Motto Aufstieg statt Abfahrt lauten. © Maximilian Haupt


Die Lobeshymne auf den Mann, der das Trainerteam des FCN fortan verstärken wird, kam aus berufenem Munde. Mathias Berthold, sagte Felix Neureuther als sich die Zusammenarbeit zwischen Gold-Coach und Platinum-Club noch anbahnte, sei "menschlich genial", ein "Typ, dem man 100 Prozent vertraut". Egal, welche Athleten Berthold trainiert habe, er hätte sie "vom Kopf her richtig eingestellt", führt Ski-Deutschlands langjähriger Posterboy im Interview mit dem BR aus. Mit Blick auf diese Qualitäten - so Neureuthers Fazit - sei es schließlich auch egal, ob man im Skisport oder mit einer Fußballmannschaft arbeitet.

Berthold, vor 54 Jahren in Vorarlberg geboren und 1993 als Aktiver selbst Slalom-Weltmeister, schaffe es “sehr gut, dass Sportler wieder den Glauben an sich finden“, unterstreicht Neureuther, der einmal in Fahrt scheinbar gar nicht mehr aufhören will, die Vorzüge des Neu-Nürnbergers hervorzuheben. Deutschlands ziemlich gebeutelte Abfahrtsmannschaft habe Berthold, “wieder das Sieger-Gen injiziert“. Nach seinem Comeback beim DSV hatte Berthold aus dem zuvor zweitklassigen Speed-Team - mit Thomas Dreßen und Josef Ferstl an der Spitze - eine Mannschaft aus Stockerlfahrern geformt. Vier Jahre zuvor waren Maria Höfl-Riesch und Vicky Rebensburg bei den Olympischen Winterspielen 2010 unter seiner Anleitung zu Gold gerast.

"Ein absoluter Spitzenmann" 

"Er hat es immer geschafft, Mannschaften vom Kopf her auf den Punkt hin einzustellen", sagt Neureuther. "In Sachen Psychologie ist er ein absoluter Spitzenmann, der an der Körpersprache und in Gesprächen merkt, was der Athlet braucht. Du siehst ihm in die Augen und er fesselt dich sehr. Nach so einem Gespräch gehst du raus mit einem wesentlich breiteten Kreuz".

Ein breiteres Kreuz können sie beim Club, der gegen Heidenheim und Darmstadt zuletzt in unnötige Punktverluste einwilligen musste, definitiv gebrauchen. Deswegen haben sie den 54-jährigen Persönlichkeitsentwickler nun auch wirklich engagiert.

 

“Wir sind froh, dass wir so einen renommierten Fachmann für uns gewinnen konnten. Ich bin fest davon überzeugt, dass Mathias seinen Beitrag dazu leisten wird, dem Club zu einer erfolgreichen Zukunft zu verhelfen“, lässt Sportvorstand Robert Palikuca am Freitag auf der vereinseigenen Website ausrichten, als es darum geht, Nürnbergs Neuen auf der rot-schwarzen Homepage auch vorzustellen.

Aufstieg statt Abfahrt? 

Ka Depp, Folge 9: Club-Stürmer Michael Frey im Podcast-Studio

"Mein Ziel ist es, mit erfolgreichen Sportlern zusammenzuarbeiten und ihnen zu helfen, besser zu werden", erklärt Deutschlands ehemaliger Ski-Bundestrainer, der auch in Österreich sehr erfolgreich arbeitete, an gleicher Stelle. "Es geht für mich auch weiterhin darum, Sportler in ihrer Lebensentwicklung zu unterstützen. Das war als Ski-Trainer so, das ist mit den Individualsportlern, die ich betreue, so und das wird mit den Menschen hier beim 1. FC Nürnberg so sein", wird Berthold auf der Club-Site zitiert. In einem Video dort erklärt er, dass es sein Job sei, den Club-Jungs "Strategien zu vermitteln, um in vermeintlich schwierigen Situationen die richtigen Dinge zu tun". Gelingt das dem Gold-Coach, könnte der Club - anschließende Pisten-Gaudi eingeschlossen - im Aufstiegsrennen vielleicht wirklich noch eine gute Rolle spielen. 

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Vorne hui, hinten pfui: Der Noten-Vergleich nach der Darmstadt-Action

Im Vorwärtsgang machte der Club beim vogelwilden 3:3 in Darmstadt eine mitunter durchaus gute Figur. Für Sturmbulle Michael Frey und Doppelpacker Robin Hack galt das besonders. Eine schwache Chancenverwertung, eine bröckelige Defensive und ein mindestens einmal übereifriger Schlussmann verhinderten jedoch einen Club-Sieg am Böllenfalltor. Hier kommen die Noten der NZ, des "kicker" und der User im Vergleich.


 

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