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Deutlicher Verlust! Kleeblatt verkündet triste Bilanz

Das Geschäftsjahr 2019/2020 ist kein Fürth-Jahr - 25.11.2020 13:32 Uhr

Ernüchtert: Holger Schwiewagner, der Geschäftsführer der Spielvereinigung Greuther Fürth, musste eine unerfreuliche Bilanz des Geschäftsjahres 2019/2020 ziehen.

04.09.2020 © Sportfoto Zink / WoZi, NZ


In seinen Worten schwang die Zuversicht eindeutig durch. "Wir blicken sehr, sehr positiv in die Zukunft", erklärte Holger Schwiewagner am 26. November 2019. Eine Pandemie konnte der Geschäftsführer der SpVgg Greuther Fürth zu diesem Zeitpunkt freilich nicht mal erahnen. Doch genau diese Pandemie machte den Fürthern im wahrsten Wortsinn einen Strich durch ihre Rechnung. "Es ist extrem bitter, wenngleich es alle trifft", hob Schwiewagner fast genau ein Jahr später am Mittwochvormittag an, als er die neuen Zahlen präsentierte. Zum erst dritten Mal seit 2009 hat die Spielvereinigung in der Bilanz einen Verlust gemeldet. Doch der unterscheidet sich im Geschäftsjahr 2019/2020 deutlich von dem aus 2018/2019.

Fast vier Millionen Euro Verlust

Insgesamt verzeichnen die Fürther einen Verlust von 3,96 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 521.000 Euro, damit hat sich der Verlust mehr als versiebenfacht. Der Umsatz ging in diesem Zeitraum auf 22,6 Millionen Euro zurück, im Vorjahr waren es 26,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote sank gar von 65 Prozent auf 40 Prozent. Für die laufende Saison plant Schwiewagner bereits mit einem Minusergebnis.

Die Gründe für den Einbruch liegen besonders in der Pandemie. Zuschauererlöse gibt es kaum, die Sponsorengelder fließen auch nicht mehr so, wie es aus Zeiten vor Corona im Profisport und damit auch in Fürth üblich war. Auf dem Sektor Zuschauereinnahmen konnte die "Solidaritäts-Dauerkarte" zumindest ein bisschen Linderung verschaffen. "Anteilig planbare Erlöse, die das ein wenig abfedern", nannte Schwiewagner dieses Einnahmen. Da keine Veranstaltungen durchgeführt werden konnten, brachten auch die Räumlichkeiten, die dafür im Ronhof bereitstehen, kein Geld ein. "Im Veranstaltungsbereich ist das eine Summe im sechsstelligen Bereich, die uns wegbrechen wird, wenn bis Sommer keine Veranstaltungen möglich sind", so Schwiewagner.

"Diese Pandemie hat alles verändert"

"Diese Pandemie hat alles verändert: geringere Medieneinnahmen, wegbrechende Zuschauereinnahmen und Ausfall von Sponsoringerlösen. Dennoch haben wir sehr viel Solidarität und Zuspruch erhalten, sonst wäre unser Minus noch höher ausgefallen", erklärte Schwiewagner, dankte dabei besonders den Dauerkartenkäufern und Sponsoren. Die Tendenz hört sich dennoch nicht allzu positiv an, obwohl die Personalkosten um über zwei Millionen Euro reduziert werden konnten. Wie hoch die künftigen TV-Einnahmen sein werden, ist noch offen und wird von der DFL erst geregelt. Und wie es auch bei den Sponsoren selbst weitergeht, ist noch nicht absehbar.

Transfers noch nicht beabsichtigt

Zumindest einen kurzfristigen Erlös durch Transfers plant Schwiewagner aktuell nicht, wirklich ausgeschlossen ist er durch seine Worte aber auch nicht. "Bislang haben wir nicht die Absicht, in der Winterpause zu transferieren. Es wird sich sicherlich etwas tun, nicht in der Winterpause, aber sicher Richtung Sommer", sagte der Geschäftsführer. Am Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) wird der Rotstift eher nicht weiter angesetzt, schließlich wurden dort schon in jüngerer Vergangenheit die Kosten gesenkt. Noch weitere Einsparungen würden sich womöglich auf die Konkurrenzfähigkeit auswirken.

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