Deutsche Leichtathletik Meisterschaft

Deutsche Leichtathletik Meisterschaft: Fränkischer Dreispringer verpasst nur knapp die15-Meter-Marke

8.6.2021, 05:55 Uhr
Benedikt von Hardenberg im Dreisprung-Finale bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft 2021 in Braunschweig.

Benedikt von Hardenberg im Dreisprung-Finale bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft 2021 in Braunschweig. © Theo Kiefner

Da stand Benedikt von Hardenberg nun an der Anlaufbahn zum Dreisprung des Eintracht-Stadions in Braunschweig und dachte sich: „So kann ich mich hier doch nicht verabschieden!“ Fünf Versuche war der 21-Jährige bei seinen ersten Deutschen Freiluft-Meisterschaften der Erwachsenen in der Leichtathletik bereits gesprungen, nur einer davon ging auch in die Wertung ein. Und der lag mit 13,96 Metern auch noch einen guten Meter von seiner persönlichen Bestleistung (14,97 Meter) entfernt.

Also musste es der sechste und zugleich letzte Versuch am frühen Samstagabend richten: Bei minimalem Gegenwind spurtete von Hardenberg auf den Absprungbalken zu und landete immerhin noch bei 14,73 Metern in der Sandgrube. Eine Weite, die im Finale der besten deutschen Dreispringer den achten und damit auch letzten Platz bedeutete.

„Was war denn das heute?“, mit diesem Gedanken verabschiedete sich der im Rother Ortsteil Belmbrach aufgewachsene und mittlerweile für die LG Telis Finanz in seiner Wahlheimat Regensburg startende Sportler am späten Samstagabend aus Braunschweig. Lange Zeit fand sich der Student bei den nationalen Titelkämpfen nicht zurecht. „Ich habe selten so einen komischen Wettkampf erlebt“, berichtete er am Sonntag. Allerdings, Benedikt von Hardenberg war nicht der einzige, der sich schwer tat.

In den ersten beiden Durchgängen waren von 16 Versuchen überhaupt nur fünf gültig, erst spät kam die nationale Dreisprung-Elite um den ehemaligen Europameister Max Heß in Schwung. Der Athlet des LAC Erdgas Chemnitz blieb mit seiner Siegerweite von 16,51 Metern aber auch ziemlich weit hinter seiner persönlichen Bestleistung (17,20 Meter) zurück.

Bei der Ursachenforschung und nach Rücksprache mit seinem Trainer verwies von Hardenberg in erster Linie auf äußere Umstände. Mit der neu in den Rasen verlegten Bahn taten sich die Dreispringer zunächst schwer, hinzu kam zu Beginn des Wettkampfs vor den erlaubten 2000 Zuschauern zeitweise Regen und wechselnde Windbedingungen. „Einen Versuch musste ich beim Anlauf sogar abbrechen, da hat mich eine Böe erwischt“, sagte von Hardenberg zu den nicht gerade einfachen Bedingungen. Zumal es zum Ende hin nicht nur bei von Hardenberg und Co. besser lief, die später gestarteten Frauen lieferten dann auf einer trockenen Bahn einen „richtig starken Wettkampf“ (von Hardenberg).


Rother Ehepaar lebt am Puls der Leichtathletik


„Je länger ich darüber nachdenke, desto besser kann ich mit dem Wettkampf leben, der letzte Versuch war ja ganz ordentlich, auch im Hinblick auf die Ergebnisse der anderen“, resümierte der 21-Jährige schließlich, „an sich hat es mega-Spaß gemacht, wir haben da eine witzige Truppe im Dreisprung.“ Und außerdem: „Lieber jetzt so einen komischen Wettkampf als in Koblenz“, sagte Benedikt von Hardenberg.

In Rheinland-Pfalz stehen ja am 26. Juni die Deutschen Meisterschaften der U23-Junioren an, dort liegt der Fokus des ehemaligen Sportlers der LG Landkreis Roth (TV Eckersmühlen), dort will er eine Medaille holen. Und spätestens dort will er die magische 15-Meter-Marke wieder angreifen. In Niedersachen lag diese am Wochenende zu weit entfernt.

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