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Drei Nürnberger sind heiß auf Triathlon

Familien-Staffel in Roth sorgt mit toller Atmosphäre für Begeisterung - 19.07.2010

Mutter Martina schwimmt ... © Timo Schickler


Auch Benjamin Berger lässt sich die Chance auf ein Zielfoto nicht entgehen. Im Sprint eilt der jüngste Berger seinen Eltern und seinem großen Bruder hinterher über den roten Teppich bis ins Ziel. Für den »Junior Challenge« ist der Vierjährige noch zu jung. Aber für die Bergers steht ohnehin fest, dass sie auch in den nächsten Jahren beim Familien-Triathlon in Roth teilnehmen. Vielleicht irgendwann mit dem kleinen Benjamin am Start - und nicht nur im Ziel.

»Fisch im Wasser«

»Rundum gelungen«, resümiert Mutter Martina den erstmals ausgetragenen Familien-Staffellauf. Sie ist die erste der »Nürn-Berger«, so lautet der von Vater Dirk kreierte Name des Teams, die in den Triathlon startet. 200 Meter schwimmen sind für sie kein Problem. In konstant hohem Tempo bewältigt sie die vier Bahnen im Triathlon-gerecht umgebauten Rother Freizeitbad. Trotzdem muss sie einigen Konkurrenten den Vortritt lassen, die technisch schlechter, aber auf den ersten Metern schneller sind. Der »Fisch im Wasser« (O-Ton Dirk Berger) hat seine Stärke eher auf der Langdistanz als auf der kurzen.

Trotzdem war Martina Berger von Beginn an Feuer und Flamme für den Wettkampf. Die lauffreudige Mutter von drei Kindern hat in ihrem Sportverein »Never Walk Alone« von der Familien-Aktion in Roth erfahren – und sich für eine Teilnahme entschieden. »War auch mal eine ihrer guten Ideen«, findet ihr Mann. Für die Aufteilung ihrer Familie in Schwimmer, Radfahrer und Läufer haben die Bergers keine Minute benötigt.

Zwei Wochen Training müssen reichen

Und für die Vorbereitung? »Zwei Wochen«, sagt der elfjährige Julian während er seiner Mutter im Schwimmerbecken zujubelt. Die zwei Wochen gelten für den »Nürn-Berger« Schlussläufer, der mehrere Jogging-Einheiten eingelegt hat. Vater Dirk hat sich lieber mit dem Material auseinandergesetzt, »und ich bin ein paar Mal mit dem Rad gefahren, um Besorgungen zu erledigen«, schmunzelt er.

Auf der Strecke ist von einer anzunehmenden Trainingsfaulheit nichts zu sehen. Das zuvor in Einzelteile zerlegte und danach sparsam – weil somit leichter – wieder zusammengesetzte Trekking-Bike hält. Auch wenn die Konkurrenz zum Teil mit Carbon-Räder auf die zehn Kilometer lange Radstrecke geht, macht Papa Berger Plätze gut, übergibt als Vierter an Julian. »Dabei hab ich falsch gemacht, was man nur falsch machen kann«, sagt Dirk Berger ausgelaugt direkt nach der Fahrt. Rad nicht gefunden, Zeituhr beinahe vergessen an den Läufer zu übergeben – aber er will im nächsten Jahr wieder starten.

Danke für den Applaus

Auch weil die Atmosphäre im umfunktionierten Freizeitbad und an der abgesperrten Radstrecke überzeugen. »Da stehen tatsächlich Leute, feuern dich an«, erinnert er sich. Am liebsten hätte er angehalten und sich dafür bedankt, spaßt Dirk Berger.

Hat er aber nicht. Denn ein bisschen spielt auch der sportliche Ehrgeiz eine Rolle, auch wenn Ergebnisse und Platzierungen für die Bergers eher unwichtig sind. Obwohl: Im internen Vereinsduell der Familien von »Never Walk Alone«, die mit fünf von 16 Familien-Staffeln die meisten Teams stellen, hätten die Bergers doch gerne die Nummer eins gemacht.

Kurz vor dem Ziel muss Julian die Konkurrenz aber passieren lassen. Da hilft auch der Sprint beim Zieleinlauf nicht mehr. Ein wenig geknickt lässt sich der jüngste »Nürn-Berger« in der Staffel trösten. Egal, wie alle anderen Familien erhalten auch die auf Platz fünf einlaufenden Bergers Shirt, Medaille und Urkunde für die absolvierte Strecke. Deswegen kann auch Julian schnell wieder lachen.

Timo Schickler

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