Zusammenhalt

Dreifache Mutter aus Freystadt braucht Stammzellenspende

6.5.2021, 19:04 Uhr
Eine glückliche Familie (v.l.), die jetzt in schweren Zeiten noch stärker zusammenhält und auf die Unterstützung von Bekannten bauen kann: Matthias, Birgit, Marlene, Franz und Tobias Maget.

Eine glückliche Familie (v.l.), die jetzt in schweren Zeiten noch stärker zusammenhält und auf die Unterstützung von Bekannten bauen kann: Matthias, Birgit, Marlene, Franz und Tobias Maget. © Foto: Andreas Weigel

Zuerst dachte Birgit Maget, sie hätte sich nur "verlegen". Als die Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen aber auch nach zwei Wochen nicht abgeklungen waren, stellte sich ein "ungutes Gefühl" ein. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Nach einer ersten Untersuchung im Neumarkter Krankenhaus folgte noch am selben Tag des 31. März die Diagnose Leukämie und die Verlegung nach Nürnberg. "Die Nachricht zieht einem die Füße weg. Eben führst du noch ein glückliches Leben, im nächsten Moment hast du nur noch Angst", berichtet die 50-Jährige aus Freystadt.


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Fünf Wochen später durchläuft Maget ihre zweite Chemotherapie und führt einen täglichen Kampf nicht nur mit den körperlichen Folgen der Behandlung. Schließlich muss sich die dreifache Mutter, die außerordentlich "gerne Hilfe für andere" leistet und den "positiven Stress" genießt, die Organisation des Familienalltags mit der eigenen Berufstätigkeit zu verbinden, daran gewöhnen, auf andere angewiesen zu sein. "Das ist schwer zu verkraften. Nicht jeder Tag ist gut, aber ich möchte leben."

Um den aggressiven Blutkrebs zu besiegen, braucht es eine Stammzellen-Transplantation und öffentliche Aufmerksamkeit, die Birgit Maget eigentlich scheut. Denn weder Ehemann Franz, noch die gemeinsamen Kinder oder weitere Geschwister kommen für eine Spende in Betracht. Die Suche läuft international, bekommt indes gerade lokal mächtig Auftrieb, seit der rührende Aufruf im Namen der Familie auf dem Internetportal der DKMS freigeschaltet ist.

Sportverein leistet Unterstützung

Von einer "überwältigenden Unterstützung" spricht Maget, die auf die unzähligen Nachrichten aus dem nahen und fernen Bekanntenkreis "teilweise nicht mehr antworten konnte", weil "es zu emotional" wurde. Dass sich bereits 600 Personen registriert haben, ist zu einem beträchtlichen Teil dem Einsatz ihres Neffen Andreas Weigel zu verdanken. Der Freystädter Energie-Unternehmer befindet sich in Vorbereitung einer Plakat-Aktion in örtlichen Geschäften und koordiniert die Medienarbeit mit weiteren Multiplikatoren.


Welle der Hilfsbereitschaft im ganzen Landkreis Neumarkt


Im nahen Berching, dessen Bevölkerung 2007 seine rege Hilfsbereitschaft schon einmal bei einer Typisierungs-Aktion unter Beweis stellte, findet die Situation von Birgit Maget besondere Anteilnahme in der Tischtennis-Szene. Die zehn Jahre alte Marlene Maget avancierte in der Nachwuchsschule des TSV zu einem der bayernweit vielversprechendsten Talente ihres Jahrgangs, während sich Mutter Birgit bei Fahrdiensten, der Planung von Ausflügen und Kuchen-Versorgung für Turniere engagierte.

In der Abteilungsführung habe man sich in einer extra einberufenen Videokonferrenz über Möglichkeiten zur Unterstützung abgestimmt, verrät Trainerin Evelyn Merkle-Wudi. "Da tritt alles Sportliche in den Hintergrund." Einerseits herrsche Einigkeit darüber, die junge Marlene etwas aus dem Rampenlicht zu nehmen, andererseits war ihre Bekanntheit ausschlaggebend, dass der Spendenaufruf vom bayerischen Tischtennisverband und diversen Vereinen verbreitet wurde. "Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein gibt mir zusätzliche Kraft", sagt Birgit Maget, die froh ist, wenn ihre Tochter bei Bedarf eine Mitfahrgelegenheit zum Stützpunkttraining nach Burglengenfeld in Aussicht gestellt bekommt. Bei allen möchte sich Birgit Maget noch in gebührender Form bedanken, sobald sie ihre Therapie abgeschlossen hat. Für deren Erfolg muss sie sich in den nächsten Monaten ganz auf sich konzentrieren.

www.dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/birgit

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