Endlich fliegt in Fürth wieder der Baseball

30.7.2020, 12:46 Uhr
„Wir wollen uns dauerhaft in der 2. Bundesliga etablieren“: Die Pirates haben in den kommenden Jahren einiges vor.

„Wir wollen uns dauerhaft in der 2. Bundesliga etablieren“: Die Pirates haben in den kommenden Jahren einiges vor. © Foto: Dominic Barth

Die Vorfreude ist Georg Barth, dem Macher des Fürther Baseballs, anzumerken. "Wir sind froh, überhaupt wieder spielen zu dürfen, selbst wenn die Umstände ungewohnt sind", sagt er. "Das ist unheimlich wichtig für die Mannschaft. Die Jungs sind motiviert und mit Vehemenz dabei."

Nach dem Aufstieg von der Bayernliga in die 2. Liga geht es vor allem darum, sich dem gesteigerten Niveau der anderen sechs Mannschaften anzupassen. Die Pirates bekommen einen Joker in die Hand gedrückt, denn dank Corona gibt es in dieser Saison weder Auf- noch Abstieg. Barth hat dennoch klare Vorstellungen, wo seine Pirates in dieser Saison landen sollen: "Unser Saisonziel vor Corona war ein Platz im Mittelfeld, also Platz 4 etwa. Dass es keinen Abstieg gibt, macht die Sache für uns entspannter, doch wir wollen uns dauerhaft in der Liga etablieren."

Vom Aufstieg in die Bundesliga träumen sie in Burgfarrnbach noch nicht, dafür fehlen schlicht die Sponsoren. Und die sind wegen der Coronakrise auch schwer zu finden, wie der Vereinsvorsitzende betont; eher gehe es darum, den Status Quo zu wahren: "Wir haben ein Minus von 6000 Euro, weil uns die Einnahmen vom Catering während des Spieltags wegfallen, wir weniger Anzeigen für unser Saisonheft haben, aber auch keine Camps für Schüler anbieten können. Ums Überleben kämpfen wir aber nicht."

Große Sprünge beim Kader haben die Pirates nicht eingeplant, bislang gibt es weder Zu- noch Abgänge. Nachdem Leonard Larry das Traineramt vergangene Saison übernommen hat, soll auch in der Mannschaft Stabilität einkehren und der Trainer weiter sein Konzept implementieren.

Larry war zuvor für die Nachwuchsprogramme der US Army im Baseball zuständig, der Anspruch des Coaches ist höher als das noch unter Spielertrainer Jason Metcalf der Fall war.

Georg Barth sieht das als Glücksfall: "Jetzt geht man hinterher vielleicht nicht mehr mit dem Trainer ein Bier trinken, doch die Mannschaft hat sich definitiv weiterentwickelt", erzählt er. "Mehr Disziplin ist immer gut, und da achtet unser Coach drauf. Das Training ist professioneller geworden, und die Jungs sind zufrieden, auch mit den hohen Ansprüchen. Selbst wenn der Ton manchmal ein bisschen härter ist, ist es wichtig, was er für die Mannschaft und den Verein macht."

Dazu gehört auch, Perspektivspieler in die erste Mannschaft einzubauen, ein Konzept, das in Fürth bekannt ist. Sowohl die zweite als auch die dritte Mannschaft tritt in der Landesliga an, hier sollen künftige Stammspieler heranwachsen.

Doch normal, das wird auch schnell im Gespräch mit den Baseballern klar, ist auch dort trotz Saisonstart herzlich wenig. Zuschauer sind nicht erlaubt, auch die Anzahl der Spiele ist reduziert.

Normalerweise gibt es pro Spieltag einen "Doubleheader", das heißt, dass zwei Mannschaften aufeinandertreffen und zunächst zwei Spiele auf der Anlage des einen Vereins ausspielen, um dann am Nachmittag die Fahrt zur anderen Mannschaft anzutreten, wo gleich die beiden Rückrunden-Matches folgen. Jetzt gibt es nur zwei Spiele pro Tag auf einer Anlage.

Saison nur bis 6. September

Georg Barth befürwortet das in der aktuellen Situation, hat aber auch erleichtert durchgeatmet, als er den Spielplan gesehen hat. "Zum Glück müssen wir nicht ins Allgäu, sondern dürfen zu Hause gegen Füssen spielen. Das Auswärtsspiel in Lauf nehmen wir gerne in Kauf", sagt er mit einem Lachen.

Dazu kommen Heimspiele gegen die Ingolstadt Schanzer und die Buchbinder Legionäre aus Regensburg sowie Auswärtspartien bei den München Caribes und den Gauting Indians. Damit ist die Saison zum Ende der Sommerferien am 6. September für die Pirates bereits wieder beendet.

Dem Auftakt gegen Ingolstadt blicken die Pirates mit freudiger Erwartung entgegen. Bei einem Testspiel im Juli triumphierten die Fürther bereits mit 16:5, jetzt wollen sie die Schanzer ein zweites Mal versenken. Barth ist optimistisch: "Ingolstadt, das sind für uns alte Bekannte, das ist eine uralte Freundschaft. Sie haben viele neue Spieler, es könnte auch ein emotionales Spiel werden, aber ich sehe gute Chance, beide Spiele zu gewinnen."

Das Wichtigste ist, dass endlich wieder Spielbetrieb herrscht. Selbst wenn die Saison kurz ist, die Zwangspause hat die Vorfreude nach dem Aufstieg nur gesteigert. Die nächsten sechs Zweitligawochen werden für Fürths Baseballer vor allen Dingen eines: aufregend.

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