FC Bayern ist der größte Klub der Welt

28.11.2014, 21:05 Uhr
Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge geht auf dem Weg zum Rednerpult am Weltpokal vorbei.

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge geht auf dem Weg zum Rednerpult am Weltpokal vorbei. © dpa

Rekordumsatz, größter Sportverein der Welt und Ovationen für den inhaftierten Uli Hoeneß: Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Präsidenten-Ära von Hoeneß hat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag selbst gefeiert. Mit einem Rekordumsatz des Konzerns von 528,7 Millionen Euro sowie mit einem Anstieg der Mitglieder auf 251.315 stießen die Münchner in neue Dimensionen vor. Damit sind die Bayern nun vor Benfica Lissabon (235.000) der größte Klub weltweit. „Praktisch wurde der FC Bayern auch noch Weltmeister“, erinnerte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an den DFB-Triumph von Brasilien mit kräftig Bayern-Personal.

Nach der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr mit reichlich Tränen von Hoeneß („Ich werde dem FC Bayern dienen, bis ich nicht mehr atmen kann“) und viel Pathos bestritten die Münchner diesen November-Abend mit weitaus weniger Emotionen. Aber Thema war der wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilte ehemalige Präsident natürlich trotzdem. Nach knapp einer Stunde kam Hoeneß-Nachfolger Karl Hopfner auf den inhaftierten Bayern-Macher, auf dessen Rückkehr Mitglieder und Vereinsobere als Freigänger im Januar hoffen.

„Wenn die entsprechenden Justizstellen nun ihr Einverständnis geben, dann könnte Uli Hoeneß im neuen Jahr Freigänger werden und in unserer Nachwuchsabteilung eine Anstellung erhalten“, betonte Hopfner. Der inhaftierte Präsident wurde mit anhaltendem Beifall der geschätzt knapp 3000 Mitgliedern und einigen „Uli“-Rufen bedacht. Ohne Gegenstimme wurden die Präsidien um Hopfner und Hoeneß entlastet.

Zahlen der Superlative

Stolz berichtete Rummenigge von den vielen Erfolgen des Teams von Trainer Pep Guardiola, wie der Meisterschaft im Rekordtempo oder dem Sieg bei der Club-WM. „Kein Verein hat mehr Spieler zu dieser Weltmeisterschaft abgestellt als Bayern München“, sagte Rummenigge wenige Meter vom überdimensionalen Vereinswappen, drei Pokalen der Fußballer und einer Trophäe der Basketballer entfernt.

Kein Henkelpott, kein Hoeneß, aber weiter imposante Bilanz-Werte. „Unser FC Bayern steht heute sowohl sportlich als auch wirtschaftlich auf einem Fundament, wie wir es noch nie hatten“, sagte Finanzvorstand Jan Christian Dreesen. Der Konzerngewinn betrug beim Rekordumsatz unter dem Strich 16,5 Millionen Euro. Mehr wurde nur im Geschäftsjahr 2006/07 mit 15,8 Millionen verdient. Damals verzeichnete auch die FC Bayern AG mit 18,9 Millionen ihren Rekordgewinn. „Des weiteren sind wir mit 405 Millionen Euro Eigenkapital Weltspitze. Und dazu noch die Nachricht, dass die Allianz Arena abbezahlt ist – und damit endgültig dem FC Bayern gehört!“ 346 Millionen Euro hatten die Münchner seinerzeit für das WM-Stadion bezahlt.

Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2014, der ersten Saison unter Guardiola, stiegen auch die Personalkosten weiter. Nach 202,8 Millionen Euro im Jahr zuvor betrug dieser Posten diesmal 215 Millionen Euro.

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