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Geht doch, Club! Knöll erlöst den FCN gegen 96

Ishaks Treffer im ersten Durchgang zählt nicht - Hannovers Albornoz fliegt - 22.09.2018 17:24 Uhr

Törles war vorhin: Der eben erst eingewechselte Club-Youngster erzwang erst Hannovers Eigentor und traf kurz danach selbst. © Sportfoto Zink / DaMa


 Dreimal hatte der 1. FC Nürnberg in dieser Saison schon Bundesliga-Fußball gespielt, als am Samstagnachmittag Hannover 96 im Max-Morlock-Stadion vorbeischaute. Dreimal konstatierten die Kritiker der Mannschaft von Michael Köllner einen mindestens ordentlichen Ansatz, dreimal aber hatte der Club dummerweise nicht gewinnen können. Gegen Hannover, ebenfalls mit nur zwei Zählern in die Spielzeit gestartet, sollte sich das ändern. 

Eingewechselter Entscheidungsträger

Das tat es auch. Mit einem 2:0-Erfolg begeisterte der Club 36.736 Zuschauer. Nachdem der Club sich gegen dezimierte Gäste – Albornoz sah nach einer halben Stunde schon die Rote Karte – zwischenzeitlich schwer getan hatte, bedeutete die Einwechslung von Törles Knöll die Entscheidung. Der Neuzugang aus Hamburg provozierte das 1:0 und erzielte das 2:0 selbst. Es war die Belohnung für eine wieder einmal von Beginn bis zum Ende konzentrierte Leistung der Nürnberger. 

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Mitmachen durfte dabei diesmal von Beginn an der Torschütze aus dem Auswärtsspiel in Bremen. Virgil Misidjan ersetzte in der Startformation Matheus Pereira, ansonsten beließ es Köllner dabei, jenen Spielern zu vertrauen, die schon in Bremen begonnen hatten. Also saß auch Eduard Löwen wieder nur auf der Bank, immerhin sah er von dort aus eine angemessen turbulente erste Hälfte, die sich der Video-Schiedsrichter aus Köln ebenso zu eigen machte wie die mutigen Nürnberger. 

Die hatten nach 80 Sekunden die erste Gelegenheit, als ein Kopfball von Georg Margreitter in den Händen von Hannovers Torwart Michael Esser. Es blieb so munter, Hannovers Schwegler forderte nach drei Minuten Fabian Bredlow im Nürnberger Tor und eine Ecke von Enrico Valentini trudelte einen Meter parallel zur Torlinie durch den Strafraum.

Über die Torlinie setzte Mikael Ishak seinen Schuss nach 25 Minuten. Das Stadion feierte, der Video-Schiedsrichter arbeitete – und entschied mittenhinein in den Nürnberger Jubel richtigerweise auf: Abseits von Misidjan. Das Publikum schäumte nun, der Video-Schiedsrichter arbeitete weiter. Der Grund: Nach 27 Minuten machte sich Misidjan auf den weiten Weg in Richtung Tor, wurde aber kurz vor dem Strafraum gestoppt. Schiedsrichter Bastian Dankert hatte zunächst weiterspielen lassen, nach einem Anruf aus Köln gab er wieder richtigerweise Hannovers Albornoz die Rote Karte und Freistoß für Nürnberg. 

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Jetzt fühlte sich Hannover benachteiligt, was wiederum Tim Leibold egal war, der den Freistoß aus 17 Metern an den Pfosten setzte. Der Club hätte sich die Führung nun verdient gehabt, ging aber einigermaßen schludrig mit seinen Möglichkeiten um. Unter anderem scheiterte Misidjan nach einem klugen Pass von Hanno Behrens an Esser. 

So ging es in die Pause, in der die Nordkurve zunächst gegen den DFB protestierte und dann eine weitere, gute Seite zeigte: 13.000 Euro kamen zusammen bei einer Sammlung für Tobi, einen Fan, der nach einem Unfall auf Pflege angewiesen ist.

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Als es auf dem Platz weiter ging, war das Tempo aus dem ersten Durchgang erst einmal verschwunden. Hannover verteidigte seriös, der Club scheute das letzte Risiko und versprühte nicht mehr die Lust am Spiel wie noch in den ersten 45 Minuten. Köllner reagierte nach einer Stunde mit der Einwechslung Löwens für Fuchs, änderte damit aber erst einmal nichts am Geschehen. Warum der Club so vorsichtig blieb, zeigte sich nach 72 Minuten, als Georg Margreitter einen Fernschuss von Niklas Füllkrug an die Latte abfälschte.

Pfosten, Flanke, Tor! 

Sekunden danach brachte Köllner Knöll ins Spiel – und wechselte den Sieg ein. 76 Minuten waren absolviert, als nach einem Eckball Behrens per Kopf den Pfosten traf und Knöll nachsetzte: Seine Hereingabe beförderte der 96er Waldemar Anton über die Linie. Eine Minute später führte der Club sogar 2:0, weil Ishak an der Mittelinie erst den Ball erkämpfte und dann nach einem Pass von Eduard Löwen alleine mit Knöll in Hannovers Strafraum auftauchte. Ishak bediente Knöll, der traf erstmals in der Bundesliga. Der Rest war Glückseligkeit und die für Nürnberg in dieser Spielzeit neue Erkenntnis, dass man Fußballspiele nach guten Leistungen auch gewinnen kann. 

1. FC Nürnberg: Bredlow - Valentini, Margreitter, Mühl, Leibold - Petrak - Fuchs (64. Löwen), Behrens - Misidjan (73. Knöll), Kubo - Ishak (85. Ishak) 

Hannover 96: Esser - Sorg, Anton, Wimmer, Albornoz -  Schwegler (83. Elez), Walace - Bebou, Haraguchi (46. Bakalorz) - Wood (31. Korb), Füllkrug 

Tore: 1:0 Anton (Eigentor, 76.), 2:0 Knöll (77.) | Gelbe Karten: Misidjan, Petrak, Löwen - Schwegler | Rote Karte: Albornoz (Notbremse, 29.) Schiedsrichter: Dankert (Schwerin) | Zuschauer: 36.736. 

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Fadi Keblawi

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