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Gladbach im siebten Himmel, Frankfurt und Wolfsburg voller Frust

In der Europa-League konnte nur eine deutsche Mannschaft feiern - 08.11.2019 15:38 Uhr

Allein Gladbach konnte am Donnerstagabend jubeln. © Marcel Kusch


Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach wähnte sich nach dem Last-Minute-Sieg gegen AS Rom im siebten Himmel, Eintracht Frankfurt war nach dem späten K.o. bei Standard Lüttich am Boden zerstört. Am 4. Gruppenspieltag der Europa League wurde die Gefühlswelt der beiden deutschen Clubs kurz vor Schluss dramatisch auf den Kopf gestellt. Während sich die Borussia mit dem ersten Dreier im Kampf um das Weiterkommen zurückmeldete, erlitt die Eintracht - wie der VfL Wolfsburg bei der Heimpleite gegen KAA Gent - einen herben Rückschlag auf internationalem Terrain.

"Ich ärgere mich selten über ein Spiel so wie heute. Ich kann es noch nicht in Worte fassen", sagte der Frankfurter Trainer Adi Hütter nach dem enttäuschenden 1:2 (0:0) in Lüttich. "Natürlich sitzt der Frust sehr tief. Wenn du so eine unglückliche Niederlage hast, bleibt das schon ein wenig länger im Kopf", gestand Sportdirektor Bruno Hübner.

Statt im November schon das Überwintern in allen drei Wettbewerben zu bejubeln, wird die Europa-League-Gruppenphase für den Vorjahres-Halbfinalisten nun zur Zitterpartie - und womöglich auch zu einem Rechenspiel. Nach dem Siegtreffer von Joker Maxime Lestienne in letzter Sekunde - zuvor hatte Filip Kostic die Führung der Belgier durch Zinho Vanheusden egalisiert - ist das Weiterkommen der Hessen in der Europa League in großer Gefahr.

In der Gruppe F heißt es nun: Fernduell mit Lüttich. Beide Teams haben sechs Punkte, der direkte Vergleich ist mit zwei 2:1-Erfolgen ausgeglichen, zudem haben die Rivalen jeweils eine Tordifferenz von minus zwei. "Die Ausgangsposition hat sich wieder stark verändert", befand Hütter.

Um aus eigener Kraft das Sechzehntelfinale zu erreichen, muss die Eintracht jetzt beide Spiele gewinnen. Und die nächste Aufgabe heißt: Auswärts beim ungeschlagenen Tabellenführer Arsenal. Erneut ohne die eigenen Fans, die schon in Lüttich von der UEFA ausgesperrt wurden und nach den Krawallen Anfang Oktober in Guimaraes auch in London nicht dabei sein dürfen.

Freude in Gladbach, Krise in Wolfsburg

Riesen Jubel und pure Emotionen gab es in Mönchengladbach nach dem späten Siegtreffer von Marcus Thuram. "Es war fantastisch, in der letzten Minute der Nachspielzeit das entscheidende Tor zu schießen. Wir sind überglücklich und werden das Lachen heute nicht mehr aus dem Gesicht bekommen", sagte der Franzose. Zuvor hatte Roms Verteidiger Federico Fazio jeweils einmal ins eigene und ins gegnerische Tor getroffen.

Auch Torwart Yann Sommer war aus dem Häuschen. "Ein wichtiges Spiel so zu gewinnen, ist wunderschön. Es war fantastisch, wie wir an uns geglaubt haben. Dass wir uns am Schluss mit so einem Sieg belohnt haben, ist toll", sagte der Schweizer.

Mit fünf Zählern schob sich die Borussia in der Gruppe J an den punktgleichen Römern vorbei auf Rang zwei hinter Tabellenführer Istanbul Başakşehir (7). "Vor dem Spiel standen wir mit dem Rücken zur Wand. Die Ausgangslage ist nun deutlich besser", befand Sommer. Trainer Marco Rose verkniff sich allerdings jegliche Rechenspiele: "Ich war in Mathe eher Kreide holen."

In Wolfsburg ist die Stimmung erst einmal im Keller. In drei verschiedenen Wettbewerben setzte es zuletzt drei Niederlagen. Das zu Saisonbeginn in 13 ungeschlagenen Spielen am Stück erarbeitete Selbstvertrauen ist weg. "Wir müssen schnellstmöglich den Schalter umlegen", forderte Mittelfeldrackerer Maximilian Arnold nach dem 1:3 gegen Gent. Trainer Oliver Glasner analysierte: "Wir schaffen es momentan nicht, den Glauben an uns wiederzufinden, dass wir das Spiel noch drehen können."

Wollen die Niedersachsen in Europa überwintern, müssen sie schnell die Kurve kriegen. Die Chancen in der Gruppe I sind trotz des Rückschlags weiter gut. Mit fünf Punkten ist der VfL Zweiter hinter Gent (8) und vor AS Saint-Etienne (3).

dpa

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