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Grammozis, der Club und die Rückkehr der Ambitionen

Neu-Sportvorstand Dieter Hecking ist beim FCN auf der Trainersuche - 29.07.2020 14:22 Uhr

War schon in Nürnberg - und ist vielleicht sogar dort bald hauptberuflich tätig: Dimitrios Grammozis

© Sportfoto Zink / WoZi


"Ka Depp": Jetzt übernimmt Hecking

Am Tag nach seiner Vorstellung ließ sich der neue Sportvorstand erst mal entschuldigen, und das gleich für den Rest der Woche. Dieter Hecking braucht absolute Ruhe und möchte nicht gestört werden bei seinen mannigfaltigen Aufgaben.

Es gibt viel zu tun beim 1. FC Nürnberg, sehr viel sogar, also packt der neue Sportvorstand gleich kräftig mit an. Dass sein Arbeitsvertrag eine dreijährige Laufzeit hat, wird von der Vereinssatzung so verlangt, könnte aber trotzdem auf einen Dreijahresplan hindeuten. Die Frage ist nur, für was.

 

Schlechter? Beim FCN ist das kaum noch möglich 

Der Zweijahresplan seines Vorgängers Robert Palikuca, aufgestellt im vergangenen Sommer, kann ja nach wie vor aufgehen; vom Bundesliga-Aufstieg zu reden wäre aber wohl gerade ziemlich vermessen, da der Zweitligaaufstieg als nächstes Saison-Ziel erst in praktisch letzter Sekunde noch vermieden werden konnte.

Weil viel schlechter als 2019/20 kaum noch möglich ist und ja den Zweitligaabstieg 2020/21 bedeuten würde, soll sich der Club künftig wieder an weniger turbulenten Tabellenregionen orientieren. Damit das auch etwas werden könnte, muss Hecking lediglich den richtigen Trainer, den richtigen Sportdirektor und die richtigen Spieler finden. Oder beim Verein halten.

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Drei Jahre beim Club: Das war die Ära von Dieter Hecking

Am Ende ging alles ganz schnell: Genau auf den Tag nach drei überaus erfolgreichen Jahren verkündet Dieter Hecking seinen sofortigen Wechsel nach Wolfsburg. 2020, acht Jahre nach seinem Abschied in die Autostadt, kehrt der einstige Trainer als Sportvorstand zum 1. FC Nürnberg zurück.


Patrick Erras zum Beispiel ist seit dem Schlusspfiff in Ingolstadt am 11. Juli vereinslos; Werder Bremen soll interessiert sein am fast zwei Meter langen Oberpfälzer, der aber, wie man hört, zurzeit nur bedingt interessiert ist an Werder Bremen.

Überredungskünste: Hält Hecking Erras? 

Auch künftig das defensive Mittelfeld des 1. FC Nürnberg? Hanno Behrens hätte bestimmt wenig gegen einen neuen Vertrag für Patrick Erras.

© Foto: Daniel Marr/Zink


Am liebsten würde der Oberpfälzer offenbar beim Club bleiben, wo er einst in der D-Jugend angefangen hatte. Vater einer kleinen Tochter ist er vor gut einem Jahr geworden und hat Anfang des Monats geheiratet. Wer ihn kennt, kennt auch seine Heimatverbundenheit, die aber offenbar finanzielle Schmerzgrenzen hat. Ein erstes Angebot zur Vertragsverlängerung hat Erras abgelehnt, ein zweites soll zeitnah auf dem Tisch liegen. Noch in dieser Woche möchte Hecking den 25-Jährigen zum Bleiben überreden, sein Hauptargumente neben dem nötigen Kleingeld: die Perspektive. "Ich glaube, dass der Club nach wie vor ein Verein ist, der Ambitionen haben darf, haben muss", sagte Hecking gestern dem Vereinsfernsehen, "der nicht nur seine Tradition verwalten soll, sondern wirklich jetzt auch zukunftsorientiert denken muss." Jetzt wirklich.

Vorerst nicht mehr beschäftigen muss sich Hecking mit Iuri Medeiros; der Portugiese, im vergangenen Sommer angeblich 2,5 Millionen Euro teuer, wechselt zunächst auf Leihbasis zum SC Braga; der portugiesische Erstligist hat sich allerdings eine Kaufoption gesichert.

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Zeit für den Club? Diese Trainer sind gerade auf dem Markt

Niko Kovac, der Ex-Bayer und Neu-Monegasse, wird es schon mal nicht. Vielleicht ein Hoeneß - oder doch das Phantom? Doch unabhängig davon, wer gerade beim 1. FC Nürnberg als neuer Trainer ins Gespräch gebracht wurde - wer wäre denn überhaupt verfügbar, wer hat bei keinem anderen Verein Vertrag? Eine Auswahl.


Der Blick zurück verbietet sich ohnehin und dürfte höchstens noch in der Aufarbeitung des Niedergangs hilfreich sein. Auch der neue Trainer, der zum Ende dieser oder spätestens Anfang nächster Woche gekürt sein soll, wird sich wohl oder übel mit den Ursachen beschäftigen müssen. Wer dafür infrage kommt, hat Hecking am Montag in der Pressekonferenz angedeutet und gestern präzisiert: Wichtig sei, "nicht irgendeinen zu präsentieren, sondern den Richtigen für die Situation."

Trainings-Auftakt am Mittwoch

Die ist nach Platz 16 samt vogelwilder letzter Halbzeit in der Relegation schließlich mehr als verfahren und soll bereits in der zunächst rund fünfwöchigen Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Leipzig am zweiten September-Wochenende korrigiert werden; am Mittwoch nimmt der Nachfolger von Interimslösung Michael Wiesinger, der jetzt auch als Sportdirektor gehandelt wird, seine Arbeit auf, nach zwei Corona-Tests mit der Mannschaft am Sonntag und Dienstag.

Heiß ist ...

Ein heißer Trainer-Kandidat ist nach wie vor Dimitrios Grammozis, der beim HSV kürzlich beinahe der Nachfolger von Einjahreslösung Dieter Hecking geworden wäre. So klein kann die große Fußball-Welt manchmal sein.

+++ Hecking legt los: Neuer FCN-Trainer am Sonntag? +++

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Club-Kritik und Noten: Miese Zeugnisse beim FCN

Eine Saison voller Höhen und vor allem Tiefen, okay mit deutlich mehr Tiefen als Höhen, ging mit dem Doppel-Duell Ingolstadt just zu Ende. Komplettabsturz verhindert, Durschschnaufen! Nun ist es Zeit, Bilanz zu ziehen: Wer wusste in dieser wenig überzeugenden Spielzeit zu überzeugen und wer enttäuschte besonders? Hier kommen die Einzelkritiken und Zensuren der Nürnberger Nachrichten - und natürlich auch ihre Noten!


 

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