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"Hat funktioniert": Kerk überrascht als linker Außenverteidiger

Rotschopf will mit dem 1. FC Nürnberg noch einmal angreifen - 18.03.2019 12:05 Uhr

Machte ein starkes Spiel und musste nach Abpfiff aufgemuntert werden: Nürnbergs Nummer Zehn Sebastian Kerk. © Arne Dedert/dpa


Sebastian Kerk hatte keine Lust auf Schnörkel. Ob das angesichts des Chancenverhältnisses und bei aller Liebe am Ende doch wieder eine verdiente Niederlage war, die sein 1. FC Nürnberg da gerade bei Eintracht Frankfurt hatte quittieren müssen? "Nö", sagte Kerk. Er wurde dann doch noch ein bisschen ausführlicher und sagte: "Einen Punkt hätten wir mindestens verdient gehabt. Wir hatten einige klare Chancen, wenn wir das besser ausspielen, machen wir auch mal ein Tor."

Man muss wahrscheinlich Verständnis haben für Kerk und seine Kollegen. Seit einigen Wochen gelingt es ihnen, die Fußballspiele zumindest dem Ergebnis nach einigermaßen ausgeglichen wirken zu lassen.

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Diesmal war es eben ein 0:1, mit ein bisschen Phantasie kann man sich da als direkt Beteiligter schon vorstellen, dass einem bei etwas mehr Klarheit im Angriffsspiel mal ein Tor gelingt und man sich so einen Punkt verdient.

"Zwei Siege wären schon gut" 

Nur gibt es für Phantasie immer noch keine Punkte in der ersten Bundesliga, weshalb man nun selbst einiges an Vorstellungskraft braucht, um sich auszumalen, wie das noch klappen könnte mit dem Club und dem Klassenverbleib. Die Spieler selbst immerhin haben da zumindest einen Ansatz einer Idee. "Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit, da heißt es alles reinzuhauen", sagt Kerk über die Wochen nach der Länderspiel-Unterbrechung, die sie zuerst im Max-Morlock-Stadion mit dem FC Augsburg und in der Woche darauf in Stuttgart mit dem VfB zusammenführen.

 

Zwei Mannschaften warten da also, die ebenfalls mit einigen Sorgen durch die Spielzeit taumeln und die schon alleine deshalb für den Club noch als sogenannte schlagbare Gegner gelten müssen. "Zwei Siege", sagt dazu Mittelfeldmann Patrick Erras, "wären schon gut".

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Einer, der in Frankfurt zumindest ein wenig Hoffnung gemacht hat, dass es noch besser werden könnte mit dem Club und dem Fußball, war Kerk selbst. Nach seiner langen Verletzungspause kämpft der Mittelfeldspieler noch um Anschluss – und zeigte in Frankfurt nun eines seiner besseren Spiele seit dem Comeback, allerdings auf einigermaßen ungewohnter Position.

Keine Umstellungsprobleme 

Als Bibiana Steinhaus die Partie anpfiff, fand sich Kerk tatsächlich als Bestandteil einer defensiven Viererkette wieder. Möglich und nötig geworden waren die Umbauarbeiten ganz hinten ja, weil sich vor einer Woche in Sinsheim Enrico Valentini verletzt und Tim Leibold eine Gelbsperre eingehandelt hatte. Rechts übernahm für Valentini der Außenverteidiger Robert Bauer, links übernahm für Leibold der offensive Mittelfeldspieler Kerk – und sah über 90 Minuten sogar so aus, als sei er der eigentliche Experte für diese Rolle.

Gleich zu Beginn legte Kerk mit einer schönen Hereingabe Hanno Behrens die Möglichkeit zum Führungstreffer auf – und auch in der Folge wirkte Kerk sehr souverän. Das überraschte um so mehr, als Frankfurt sich in dieser Spielzeit darauf spezialisiert hat, die Gegner über die Außenbahnen zu bedrohen. Kerk aber nahm das alles gelassen und souverän hin. So souverän, dass die Eintracht früh in der Partie auf die Gegenseite auswich, offenbar weil Bauer als der anfälligere der Außenverteidiger ausgemacht worden war.

Unter Cluberern: "Schlimmer kann es nicht mehr werden"

Boris Schommers, der Übergangs-Trainer, war unter der Woche auf die Idee gekommen, dass man es ja auch mal mit diesem Kerk als Linksverteidiger probieren könnte. Also ging Schommers zu Kerk und fragte, ob Kerk sich das auch vorstellen könnte, dieses temporäre Leben als Linksverteidiger. "Klar", sagte Kerk - und dass er da spielt, "wo ich aufgestellt werde".

"Heute war Sebastian einer der besten Spieler" 

Als er dann gespielt hatte, durfte sein Trainer sich und Kerk loben, in dem er sagte: "Heute war Sebastian einer der besten Spieler." Kerk selbst fand sich auch ganz okay. "Hat ganz ordentlich funktioniert", sagte er und verriet dann noch, dass er eigentlich die natürliche Wahl war für die Leibold-Vertretung.

Einmal nämlich hat der Offensivmensch Kerk bisher in seiner Profi-Karriere den Linksverteidiger geben müssen: In Frankfurt, als er noch beim SC Freiburg angestellt war. "Lustig" fand das Kerk, der dann noch über die Vorzüge der neuen Position referierte, auf der man "das Spiel vor sich hat". Trotzdem will er demnächst wieder weiter vor auf dem Platz -  möglichst schnörkellos. 

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Fadi Keblawi

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