Obenauf in Ostwestfalen

21:20! HCE gewinnt denkbar knapp die Schlacht von Lübbecke

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Sebastian Gloser

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14.10.2021, 21:32 Uhr
Matchwinner nach einem verhaltenen Start: In Lübbecke konnte Klemen Ferlin lange Zeit nicht glänzen, am Ende war es aber auch und vor allem Erlangens Torhüter, der den Sieg festhielt.

Matchwinner nach einem verhaltenen Start: In Lübbecke konnte Klemen Ferlin lange Zeit nicht glänzen, am Ende war es aber auch und vor allem Erlangens Torhüter, der den Sieg festhielt. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Auch wenn sie das beim HC Erlangen offiziell so nicht formulieren würden, weil in der stärksten Handball-Liga der Welt ja immer jeder jeden schlagen kann: Natürlich teilen sie ihre Gegner in drei Kategorien ein. Da sind, erstens, die Bonusspiele gegen die etablierten Topteams, es gibt, zweitens, viele Mannschaften auf Augenhöhe und dann sind da noch, drittens, die Underdogs, die ein ambitionierter Klub wie der HCE einfach schlagen muss, wenn er weiter klettern will.

Am Donnerstagabend waren die Spieler von Michael Haaß bei einem solchen Underdog zu Gast. Der Aufsteiger TuS N-Lübbecke hatte zuvor zwar das Ostwestfalen-Derby gegen Minden gewonnen, dabei aber mehrere Stammkräfte verloren. Als dann in der 19. Minute auch noch Kreisläufer Yannick Dräger nach einem rüden Foul gegen Antonio Metzner Rot sah, sprach viel dafür, dass der Underdog an diesem Abend seiner Rolle gerecht werden würde.

Nach 60 Minuten fiel der Erfolg allerdings denkbar knapp aus. 21:20 hieß es aus Sicht der Erlanger.

Der Ton war gesetzt

In der vergangenen Spielzeit hatte sich der HCE häufig gegen die vermeintlich Kleinen der Liga schwergetan. In dieser Saison wollen sie das unbedingt abstellen, dass dieser Prozess aber noch etwas länger dauern könnte, deutete der Auftritt in der Kreissporthalle Lübbecke aber nicht nur an.

Dabei hatte der Abend gut begonnen. "Eine Abwehr mit einer notwendigen Härte" hatte Sportdirektor Raul Alonso vor der Abfahrt gefordert, was vor allem Christopher Bissel verinnerlicht zu haben schien. Nach nur 34 Sekunden schickte er Luka Mrakovcic unsanft auf die Platte und musste direkt zwei Minuten zuschauen, der Ton war gesetzt – und zumindest Lübbecke für den Moment eingeschüchtert. Vier magere Törchen glückten den Gastgebern in den ersten 19 Minuten, dann schien das frühe Ende des Arbeitstages von Dräger aber nur Lübbecke zu beflügeln.

8:8 stand es nach 24 Minuten, weil der Aufsteiger in der Verteidigung nun mehr als die notwendige Härte einfließen ließ und im Angriff mutiger agierte. Der HCE wiederum wusste mit seiner Zeit in Überzahl nicht viel anzufangen, den Halbzeitstand von 11:11 mussten sie nach dieser Phase sogar als Erfolg werten.

Herz, Leidenschaft - und extreme Härte

Vor einer Mannschaft "mit viel Herz und Leidenschaft", hatte Haaß vorher gewarnt und wollte das Gleiche dagegen setzen. Das war neben extremer Härte auch nötig. Nach 44 Minuten lag sein Team 15:17 zurück, dann brachte der aufmerksame Bissel (zwei Steals), der jetzt bärenstarke Klemen Ferlin (14 Paraden) und eine weitere Rote Karte (gegen Mrakovcic) den HCE zurück – und am Ende, nachdem Ferlin den letzten Wurf des Abends abgewehrt hatte, zwei hart erkämpfte Punkte.

Erlangen: Ferlin, Ziemer; Jeppsson 6, Sellin 4, Steinert 4, Büdel 3, Bissel 2, Zechel 1, Olsson 1/1, Firnhaber, Link, Marschall, Metzner, Jaeger.

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