Erlangens Schwäche in der Crunchtime

Haaß ärgert sich: "Hören vorne und hinten auf zu spielen"

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

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22.10.2021, 16:12 Uhr

"Wir schaffen es nicht, aus positiven Erlebnissen den Schwung mitzunehmen und über 60 Minuten ein gutes Spiel zu machen": Michael Haaß ärgerte sich nicht zum ersten Mal über fehlende Konstanz. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Natürlich hätte es diese Szene nicht mehr gebraucht, aber gleichzeitig diente sie als gutes Beispiel dafür, dass an diesem Abend in der Nürnberger Arena nur die Gäste beherzigt hatten, dass ein Handballspiel 60 Minuten dauert.

49 Sekunden vor Schluss war die Partie entschieden, trotzdem hinderte Hannovers Filip Kuzmanovski beim Stand von 35:31 für seine Mannschaft Erlangens Antonio Metzner sehr rustikal daran, die Niederlage noch etwas erträglicher zu machen. Kuzmanovski sah Rot, Metzner – eine Woche, nachdem er in Lübbecke übel niedergestreckt worden war – schon wieder Sternchen. Dann war Schluss.

Ratlosigkeit beim HCE

Als Michael Haaß, der Erlanger Trainer, wenige Minuten später im Pressekonferenzraum der Arena ankam, war ihm die Ratlosigkeit noch immer anzumerken. "Wir hatten das Spiel 45 Minuten ganz gut unter Kontrolle", sagte er: "Wir hatten das Momentum auf unserer Seite. Und dann hören wir vorne und hinten auf zu spielen."

Genau genommen hatte seine Mannschaft die Partie gegen den TSV Hannover-Burgdorf sogar knapp 50 Minuten ganz gut unter Kontrolle, trotzdem war früh zu erahnen, dass sie noch kippen könnte. Kurz vor der Halbzeitpause hatte dem HCE auch eine deutliche Führung keine Sicherheit gegeben (16:12), immer wieder lagen die Gastgeber mit zwei Toren vorne. Als Simon Jeppsson beim Stand von 27:26 einen Siebenmeter über die Latte hämmerte, sahen die Gäste ihre Chance gekommen.

"Wir schaffen es nicht, aus positiven Erlebnissen den Schwung mitzunehmen und über 60 Minuten ein gutes Spiel zu machen", fasste Haaß den Abend und eigentlich den ganzen bisherigen Saisonverlauf zusammen. Nicht zum ersten Mal ärgerte er sich seit seinem Dienstantritt über fehlende Konstanz, vor allem in der "Crunchtime". Dann wenn Spiele entschieden werden.

Im Pokal kommt Wetzlar

Im Training lässt sich der Druck der Crunchtime nur bedingt simulieren, der HCE wird andere Mittel finden müssen, um konstanter zu werden. Etwas mehr als eine Woche bleibt nun Zeit, bevor mit Magdeburg der letzte Gegner vor der Länderspielpause wartet. Spätestens Mitte Dezember dürften sie dann wieder als Crunchtime-Experten gefragt sein, in K.o.-Spielen wird der Druck erfahrungsgemäß ja nicht kleiner.

Am 14. oder am 15. Dezember empfängt Erlangen im Achtelfinale des DHB-Pokals mit der HSG Wetzlar noch so eine Mannschaft, die in dieser Saison bislang schuldig geblieben ist, auch und gerade unter Druck zu funktionieren.

DHB-Pokal, Achtelfinale: HC Erlangen - Wetzlar, Minden – Göppingen, Rhein-Neckar Löwen – Stuttgart, Lemgo Lippe – Berlin, Hamm-Westfalen – Magdeburg, Hannover-Burgdorf – Kiel, Melsungen – Bergischer HC, Gummersbach – Nordhorn-Lingen.

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