Handball-Bundesliga

Mit Fans und Feuer: HCE will Stuttgart vergessen machen

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Peter Schulze-Zachau..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Peter Schulze-Zachau

Sportredaktion

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1.12.2021, 13:03 Uhr
Ist zuversichtlich: Christoph Steinert erlebte eine gute Trainingswoche, die Mannschaft scheint bereit für Wetzlar. 

Ist zuversichtlich: Christoph Steinert erlebte eine gute Trainingswoche, die Mannschaft scheint bereit für Wetzlar.  © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

"Wir werden morgen mit Zuschauern spielen." René Selke hatte am Mittwochvormittag Redebedarf, und vor allem diese Botschaft wollte er dringend loswerden. Am Tag vor dem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (Donnerstag, 19.05 Uhr/Sky) sprach der Geschäftsführer auf der Spieltags-Pressekonferenz ungefragt über all das, was ihn, seinen HC Erlangen und den Zuschauersport mindestens in Bayern in diesen Tagen bewegt. Wird es wieder Geisterspiele geben? Oder bleibt es bei Kapazitätsbeschränkungen? Eine neuerliche Runde von Bund und Ländern am Donnerstag soll Klarheit schaffen, wobei Markus Söder für den Freistaat das Ergebnis eigentlich schon vorweggenommen hat: Mindestens bis Jahresende bleibt das Publikum in Bayern außen vor.

Selke hat wenig Verständnis dafür und artikuliert das auch: "Meine persönliche Meinung ist, dass wir schon die maximalen Auflagen haben: Zuschauerbegrenzung, 2G-Plus, Maske - vielmehr geht eigentlich nicht." Natürlich könne man in der aktuellen Lage - auf der einen Seite hohe Inzidenzen und Hospitalisierungsraten, auf der anderen Seite 50000 weitgehend maskenlose Menschen im Kölner Fußballstadion, nicht so tun, "als wäre nichts passiert. Aber das andere Extrem, die Geisterspiele, sind auch nicht der richtige Weg." Selke plädiert für einen Kompromiss auf der Ministerpräsidentenkonferenz, wirkt aber ein bisschen so, als würde er selbst nicht dran glauben.

Es dürfte also das vorerst letzte Heimspiel vor Zuschauern werden und wer böse ist, könnte dem Ganzen auch eine Chance abgewinnen: Denn mit Publikum hat es zuletzt in fünf Liga-Heimspielen vier Niederlagen gegeben. "Wir sollten gucken, dass wir unsere Heimspielbilanz aufbessern", mahnt darum Trainer Michael Haaß, der natürlich auf möglichst viel Unterstützung von den Rängen hofft: "Sie werden uns helfen, wir brauchen die Zuschauer."

Gegen den TVB Stuttgart sahen Haaß und die Zuschauer zuletzt einen ungewohnt schwachen Auftritt der Erlanger, die 27:32-Niederlage war ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten und auch nicht nur mit dem Fehlen einiger Stammspieler zu erklären. Bis auf Torhüter Klemen Ferlin sind alle zuletzt angeschlagenen Akteure wieder spielbereit, auch Antonio Metzner dürfte demnach sein Comeback geben. Es gilt zu zeigen, dass Stuttgart ein Ausrutscher war. "Wir haben eine gute Trainingswoche hinter uns", sagt Rückraumschütze Christoph Steinert, "die Mannschaft hat sehr gut reagiert. Wir hatten viel Feuer im Training. Und das wollen wir transportieren."

Für all diejenigen, die sich geimpft oder genesen, getestet und mit Maske in die Arena begeben, soll sich das Kommen schließlich lohnen. Bevor sie dann gar nicht mehr kommen dürfen.

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