Handball-Bundesliga

Zwischenbilanz: Wie die Neuzugänge beim HCE performen

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Peter Schulze-Zachau

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16.11.2021, 10:16 Uhr
Hat Zug zum Tor entwickelt: Patrik Leban soll das Spiel beruhigen und manchmal auch bescheunigen.

Hat Zug zum Tor entwickelt: Patrik Leban soll das Spiel beruhigen und manchmal auch bescheunigen. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Elf Spiele, elf zu elf Punkte. Knapp ein Drittel der Saison in der Handball-Bundesliga ist rum und der HC Erlangen steht dort, wo er sich selbst vor Rundenbeginn verortet hat: auf einem einstelligen Tabellenplatz. Leicht verzerrt kommt das Tableau allerdings schon daher, denn die vier Mannschaften hinter den Erlangern auf Position neun haben allesamt ein Spiel weniger absolviert. Die Tabelle, das betonen sie beim HCE sehr gerne, habe in dieser Phase der Saison aber ohnehin wenig Aussagekraft, weil noch nicht jeder gegen jeden gespielt hat. Und Erlangen bereits gegen sieben Teams aus den Top Acht. Wichtiger ist den Verantwortlichen, dass eine Entwicklung auf dem Platz zu sehen ist. Ein Anspruch, der nicht nur, aber insbesondere für die drei Neuzugänge gilt. Wie gut sind Patrik Leban, Tim Zechel und Christoph Steinert integriert? Ein Zwischenfazit.

Patrik Leban: "Assists sind mir wichtiger als Tore", hat der ruhige Slowene vor Saisonbeginn gesagt und damit nicht nur seinen Spielstil, sondern ein bisschen auch seinen Charakter beschrieben. Tatsächlich hat der 32-Jährige aber bisher mehr Tore erzielt (6) als direkt vorbereitet (4) und ist damit auf der Mittelposition die klare Nummer zwei hinter dem gesetzten Nico Büdel (26/11). Aber immerhin vor dem jungen Tarek Marschall, der in der vergangenen Saison gute Ansätze gezeigt hatte und heuer in der Dritten Liga bereits 79 Tore in neun Einsätzen erzielt hat. Leban - vor der Saison aus Celje gekommen - brauchte Zeit, um sich in der neuen Mannschaft, in der neuen Liga, in einem neuen Land zurechtzufinden und braucht sie auch weiterhin. Ein kleiner Knoten platzte im Heimspiel gegen Lemgo am sechsten Spieltag, als Leban mutiger in die Lücken stieß und somit begann, auch selbst Torgefahr auszustrahlen. Bis dahin durfte man sich leichte Sorgen um den Slowenen machen, seitdem geht es sichtbar bergauf. In der Abwehr spielt Leban - anders als Büdel - keine Rolle. Muss er aber auch nicht, dafür gibt es andere Experten im Aufgebot. "Wir werden noch Tore von ihm sehen, wir werden noch bessere Abstimmung mit ihm sehen", sagt Trainer Michael Haaß, der "alles im Plan" sieht. "Patrik ist wahnsinnig fleißig, er lernt deutsch, es wird immer besser." Und: "Von ihm erhoffe ich mir noch sehr viel."

Ab durch die Mitte: Christoph Steinert attackiert mit schnellen Beinen die Lücken der gegnerischen Deckungsreihen.

Ab durch die Mitte: Christoph Steinert attackiert mit schnellen Beinen die Lücken der gegnerischen Deckungsreihen. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Christoph Steinert: Ein Transfer, der nicht besser hätte einschlagen können. Es galt, den offensiv mitunter großartigen, defensiv zu oft schlampigen Sime Ivic zu ersetzen, der nach Leipzig wechselte. Nach Ivic fragt heute niemand mehr. Schon jetzt wirkt Steinert vorne wie hinten im Erlanger Spiel unverzichtbar, nicht nur wegen seiner 62 Tore in neun Partien, was ligaweit für Platz vier reicht. Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil Steinert in Erlangen eine andere Rolle spielt als zuletzt in Magdeburg, wo er deutlich weniger Spielzeit erhalten hatte. "Steini musste sich erstmal dran gewöhnen, wieder auf dem Feld zu stehen", sagt Haaß über seinen Go-to-Guy. "Er wird von Spiel zu Spiel routinierter. Ich sehe bei ihm, dass er da Spaß dran hat." Dass Steinert im Moment vielleicht sogar ein bisschen zu viel Spielzeit erhält, liegt daran, dass sein Wechselpartner im rechten Rückraum, Antonio Metzner, momentan verletzt ausfällt. Und mehr Linkshänder für diese Position gibt der Kader nicht her. "Das ist ein sehr wertvolles, variables Duo, was wir da haben", sagt Haaß über Steinert und Metzner. Und weiß, dass er in der Bundesliga vielerorts um dieses Duo beneidet wird.

Ein Schrank am Kreis: Tim Zechel verschafft sich mehr und mehr Respekt.

Ein Schrank am Kreis: Tim Zechel verschafft sich mehr und mehr Respekt. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Tim Zechel: "Tim hatte natürlich einen schwierigen Saisonstart", sagt Haaß über seinen neuen Kreisläufer aus Essen, der nach dem Abgang des Arbeitstieres Jan Schäffer in Richtung Coburg verpflichtet worden ist. "Wir haben drei Mittelblocker, die eingespielt sind", führt Haaß weiter aus und meint damit: Petter Overby, norwegischer Nationalspieler, Sebastian Firnhaber, deutscher Nationalspieler, und Nikolai Link, den Kapitän, der nach langer Abstinenz einen tollen Saisonstart hingelegt hat. Für Zechel galt es, viel zu lernen, die Abläufe schnell anzunehmen. Das gelingt zunehmend besser und gipfelte in seiner vielleicht besten Saisonleistung beim 23:22-Sieg gegen Hamburg am Sonntag. "Heute war er da. Heute hat er ein richtig richtig gutes Spiel gemacht", lobte sein Trainer danach, der Zechel auch für seine Einstellung schätzt: "Tim bringt uns im Training wie im Spiel einen richtigen Mentalitätsboost". Mit 25 Jahren ist der jüngste der drei Zugänge noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Auf ihn werden Sie in Erlangen künftig bauen.

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