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Hoffen auf 2021: Snooker-Turnier in Fürth kämpft um Existenz

Der Traditionswettbewerb hätte im August stattfinden sollen - 20.06.2020 14:36 Uhr

Irgendwann werden die Kugeln wieder rollen.

© Alina Geuppert, NN


Thomas Cesal weiß am besten, dass sich die seit einigen Jahren bestehenden Probleme für den Fortbestand der Paul Hunter Classic des SSC Fürth, seit 2004 das Traditionsturnier der deutschen Snooker-Familie, durch das Aus der Veranstaltung am 29./30. August in der Stadthalle erheblich vergrößert haben. "Vorerst ist wegen der Corona-Pandemie alles in der Schwebe", sagt er – aber Aufgeben ist für den SSC-Vorsitzenden kein Thema: "Ich bin trotz der momentanen Ernüchterung jedenfalls guter Dinge, dass wir auch unser 17. PHC-Turnier noch erleben."

Nicht der Weltverband WPBSA und auch der nicht wegen fehlender Sponsoren immer enger werdende Finanzrahmen sorgen erstmals für den PHC-Stopp in der Stadthalle. Gegen das Coronavirus kämpften Cesal mit seinem Organisationsteam wie so viele Ausrichter nicht nur sportlicher Veranstaltungen vergeblich. Absage heißt daher nach sorgfältigem Abwägen die Entscheidung, weder Vorjahressieger Barry Hawkins noch sein Vorgänger Kyron Wilson oder der viermalige Finalteilnehmer Shaun Murphy, um nur einige der namhaften Snookerstars zu nennen, stehen diesmal in der Stadthalle am Tisch.

Reisebeschränkungen und PHC-Retter

Von der Enttäuschung der Snooker- und speziell der PHC-Fans ganz zu schweigen. Die Gründe für das Aus sind vielschichtig, als entscheidend in den vielen Gesprächsrunden auch mit der Stadt kristallisiert sich heraus, dass nicht abzusehen ist, ob die überwiegend aus Großbritannien stammenden Profis, unabhängig von den Hygiene- und Abstandregeln sowie dem in Bayern noch bis 31. August geltendem Verbot von Großveranstaltungen, wegen möglicher Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften überhaupt nach Fürth kommen können.

Eine Ausnahmesituation, auf die die Fürther Verantwortlichen mit Blick auf die Planungen für das PHC 2021 mit einer Ausnahmeaktion reagieren: "PHC-Retter" heißt das Stichwort für die Snooker-Fans, die um Spenden gebeten werden oder zumindest auf einen Teil des Geldes für die bereits gezahlten Karten zu verzichten.

Fan-Unterstützung als zusätzlicher Ansporn

Dafür gibt es spezielle T-Shirts mit dem Retter-Aufdruck in der Gold- und Silberversion. Und dass sich die enge Verbundenheit mit den Fans bestätigt hat, hat Cesals Zuversicht für den Fortbestand des Turniers bestärkt. "Bisher hat schon ein Viertel unserer Dauerkunden sehr positiv reagiert, ich bin sehr zufrieden und sehe das als zusätzlichen Ansporn und klaren Auftrag, die Fürther PHC-Tradition fortzuführen". Es spricht also vieles dafür, dass auch künftig weiter Weltklasse-Spieler der Snooker-Szene an den Tischen in der Fürther Stadthalle ihr Können demonstrieren.

Wieland Peter

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