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Hrubesch muss den HSV-Mist wieder geraderücken

Der 17. Trainer in zehn Jahren: Auf der Vereinslegende ruht Hamburgs Hoffnung - 04.05.2021 15:35 Uhr

Letzte Hoffnung: Horst Hrubesch soll den HSV zurück in die Bundesliga coachen.

04.05.2021 © Marcus Brandt/dpa


Am Montagvormittag sind sie alle noch einmal gelesen worden. Gibt ja genug Interviews mit Deutschlands liebstem Trainer. Horst Hrubesch ist schließlich zu jedem Thema befragt worden, ein Dalai Lama des Fußballs. Und Hrubesch hat geantwortet - zu Kopfbällen, Lachsen, zum Ruhestand ("Für mich irgendwie schwer vorstellbar. Werde ich je im Ruhestand sein?") und natürlich zum Hamburger SV. "Die sagen", hat er gesagt, "sie sind besser als letztes Jahr - das kann ich aber nicht feststellen." Drei Jahre sind seither vergangen, und weil die Feststellung immer noch auf den HSV zutrifft, ist der 70 Jahre alte Hrubesch wieder in den akuten Unruhestand zurückgekehrt.

Zuletzt fehlte es an Führungskraft

In Hamburg macht man sich Sorgen um den HSV. Das ist nichts Neues, es ist auch nicht überraschend, dass am Montag deshalb ein Trainer seiner Aufgaben entbunden wurde. Daniel Thioune ist vertraglich bis 2022 an das Bundesliga-Gründungsmitglied gebunden, seit Montag aber ist er nicht mehr Trainer der ersten Mannschaft. "Zuletzt war bei Daniel die Führungskraft nicht mehr in diesem Maße vorhanden", erklärte Jonas Boldt, Sportvorstand. "Zuletzt war die Überzeugung nicht mehr da, dass das Konstrukt mit Mannschaft und Trainer noch funktioniert."

Von 14 Rückrundenspielen hat der HSV nur drei gewonnen. Dass er zumindest nach Punkten noch immer Dritter ist, zeigt, wie groß die Chance auf den Wiederaufstieg war. An der Castroper Straße kann man sich bereits mit einer coronakonformen Aufstiegsfeier beschäftigen, der VfL Bochum hat 60 Punkte. Es folgt die Spielvereinigung aus Fürth (57), fünf Zähler dahinter der HSV. Noch.

Mist und Nürnberg

Holstein Kiel kam bislang auf 50 Punkte, hat aber noch drei Nachholspiele. Deshalb ist seit Montagnachmittag Hrubesch dafür zuständig, den Spielern das Selbstvertrauen zurückzugeben. In Fußball-Deutschland findet sich kaum ein Ex-Nationalspieler, der sich seinen guten Ruf so beeindruckend bewahrt hat. Hrubesch war dem DFB 16 Jahre lang ein erfolgreicher U-Trainer, die U21 führte er 2009 zum EM-Titel, mit der Olympia-Auswahl holte er 2016 Silber. 2018 trainierte er übergangsweise Deutschlands Frauen. Und nun für drei bis fünf Spiele den HSV, das erste ist am Montag gegen den Club.

Hrubesch lobte die Qualität der Profis und formulierte zu Dienstbeginn einen Hrubesch-Satz: "Wir müssen alles daran setzen, den Mist, den wir verbockt haben, wieder geradezurücken." Horst Hrubesch sprach von "Wir", zuletzt war er beim HSV für den Nachwuchs zuständig. Er zählt selbst zu jenen, die sagen, dass der HSV eigentlich gut genug sei.

seb

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