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In Corona-Zeiten: Martin Meinzer singt für den Club

Der langjährige FCN-Fan produziert eine Hymne in Krisenzeiten - 19.04.2020 11:32 Uhr

Martin Meinzer überbrückt die Zeit ohne Fußball mit einer neuen Club-Hymne.


Deshalb hat er ein Lied für seinen Herzensverein geschrieben, dazu gibt es auch ein Video. Durch Erlöse aus dem damit verbundenen Musik-Download und Spenden hofft er nun auf Unterstützung in dieser für Künstler extrem harten Zeit.

"El Condor Pasa" als Vorlage

"Glubbfamilie" heißt der neue Song von Meinzer und der Name ist Programm, denn der Laufer beschwört darin das Zusammengehörigkeitsgefühl der Club-Fans – und die Freude auf die Zeit, wenn man wieder gemeinsam auf den Rängen stehen kann. Als Melodie dient ihm das legendäre "El Condor Pasa", das sich schon Simon & Garfunkel 1970 ausgeliehen haben.

"Es scheint als bleibt die Zeit jetzt einfach stehen, für den FCN, als würde sich die Welt jetzt nicht mehr drehen" – so beginnt der Text und bringt die Meinzer‘sche Gefühlswelt auf den Punkt. Weil er weiß, dass es vielen genauso geht, hat er die Macher der Fan-Vereinigung "Nordkurve Nürnberg" kontaktiert und schnell war die Idee zu einem Video geboren.

Ursprünglich wollten Meinzer und die Kameraleute der "Nordkurve" Anfang April im Max-Morlock-Stadion drehen; das Vorhaben scheiterte aber an den Bedenken des zuständigen Gesundheitsamtes. So wurde dann kurzerhand in der Lagerhalle der "Nordkurve" gefilmt – selbstverständlich unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards. Danach wurde lange geschnitten, denn die Filmemacher streuten in die Live-Aufnahme als Einblendung zahlreiche Zitate von diversen Club-Größen und Prominenten ein.

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Am Dienstag konnte Martin Meinzer das Endprodukt schließlich begutachten; am Mittwoch wurde es hochgeladen und schon in den ersten Stunden über 3500 Mal aufgerufen. Jetzt soll es den Anhängern des FCN die Wartezeit verkürzen, bevor man wieder auf den Rängen die eigene Mannschaft anfeuern kann.

Dabei ist Meinzer klar, dass das nicht so schnell passieren wird: "Es wird lange dauern, bis wir wieder ein volles Stadion sehen werden", ist sich der Laufer sicher. Und: "Es wird auch lange dauern, bis ich als Musiker und Musik-Veranstalter wieder arbeiten darf." Aktuell steht in seiner Bilanz nicht einmal die schwarze Null, sondern ein rotes Minus, da er als Veranstalter in Vorleistung gegangen ist.

Festivals wurden abgesagt

So hätte an diesem Samstag das von Meinzer veranstaltete "Lauf Live Festival" über die Bühne gehen sollen. Doch das wird jetzt ebenso wenig stattfinden können wie der "Nachtgieger Hersbruck" am 30. April. Flyer und Werbemittel für die Veranstaltungen hat Meinzer schon zu Hause – und kann sie nun wegwerfen. Bereits Mitte März ist in Meinzers Konzertreihe das "Schwabacher Kneipenfieber" entfallen, obwohl das zu diesem Zeitpunkt sogar noch erlaubt gewesen wäre. "Aber wir wollten da nichts riskieren", erzählt der Musiker. Somit fehlen ihm auch diese Einnahmen.

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Und natürlich fehlt ihm auch sein Publikum. Wer jahrzehntelang an fast jedem Wochenende Auftritte hatte, schaltet nicht so einfach in den Freizeitmodus. Deshalb setzt sich Martin Meinzer seit einigen Wochen nun auch sonntags in seinen Garten und musiziert – das Konzert der besonderen Art kann man im Internet über die Face­bookseite des Künstlers live verfolgen. Vielleicht kein vollwertiger Ersatz für ein Kneipenkonzert, aber besser als nichts.

Genauso virtuell wie der Auftritt ist die Entlohnung. Auf seiner Homepage können ihm Musikfreunde Geld spenden, damit der Künstler die einkommenslose Zeit überbrücken kann. Frei nach dem Motto "Einer für alle und alle für einen", so Meinzer, kann man auf www.martinmeinzer.de eine Spende in einen digitalen Hut werfen oder sich ab nächster Woche das Club-Lied auf Portalen wie Amazon, Spotify oder iTunes herunterladen.

Patrick Baer

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