Fußball-Regionalliga

Kraftlos nach dem Kraftakt: SC Eltersdorf verliert gegen Pipinsried

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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19.11.2021, 22:06 Uhr
Belohnte sich zumindest persönlich für das Kampfspiel: Oliver Gonnert (links) erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2. 

Belohnte sich zumindest persönlich für das Kampfspiel: Oliver Gonnert (links) erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2.  © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / Oliver Gold

Die Beine waren "extrem schwer", und der Kopf noch mehr. Nach mehr als 90 Minuten Kampf-Fußball ist Kapitän Sebastian Schäferlein die Anstrengung anzusehen. "Wenn du drei Wochen nichts machst und von Null auf Hundert starten musst, das ist krass." Entsprechend schlecht waren die Quecken am Freitagabend in die Partie gekommen.

"Das hat extrem viele Körner gekostet"

Die Eltersdorfer standen kaum auf dem Platz, da gingen die Gäste schon in Führung. Ohne Gegenwehr konnte Serhat Imsak nach Zuspiel von Dominik Schröder im Quecken-Strafraum per Flachschuss ins linke Eck abschließen (2.). Für den SCE war das besonders bitter, denn Nackenschläge hatte der Aufsteiger zuletzt zur Genüge verkraften müssen.

Elf Spieler und drei Mitglieder des Funktionsteams, darunter Trainer Bernd Eigner, hatten sich mit Coronavirus infiziert. Drei Wochen setzte der Aufsteiger im Liga-Betrieb aus, erst am Sonntag hat die Mannschaft wieder mit 20 Fußballern trainiert. Nicht alle sind schon wieder komplett fit. Und doch steht in der Regionalliga ein Hammer-Programm bis Weihnachten an. Am Dienstag war es bereits losgegangen - mit unnachahmlichen Kampfgeist hatte der SCE den SV Heimstetten mit 2:0 besiegt. "Das hat extrem viele Körner gekostet", sagt Schäferlein.

Bereits am Freitag stand das nächste Heimspiel an - und anders als Heimstetten legte Pipinsried vor 250 Zuschauern im Elsner-Sportpark gleich hellwach los. Nach dem frühen Führungstreffer hatten die Gäste eine weitere gute Offensivaktion über die rechte Eltersdorfer Abwehrseite, im Zentrum fand sich nach einer scharfen Hereingabe kein Abnehmer. Es dauerte eine Viertelstunde, ehe sich auch die Hausherren mal nach vorne trauten. Insgesamt aber wirkten die Quecken weit weniger spritzig als noch am Dienstag - und offensiv ging im ersten Durchgang überhaupt wenig zusammen.

Leidenschaftliche zweite Halbzeit - und zweimal Gelb-Rot

Gefährlich blieben nur die Oberbayern. Albano Gashi scheiterte im Eins-gegen-Eins an Tugay Akbakla. Oliver Gonnert donnerte kurz vor dem Pausenpfiff den Ball aus 20 Metern über den Querbalken. Es folgte der nächste Nackenschlag. Direkt im Anschluss kassierte der SCE nach Gashis Freistoß-Flanke und den Kopfball-Treffer von Imsak - 0:2.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte Eigner offensiv: Tim Sulmer ersetzte Thomas Dotterweich. Doch mehr Durchschlagskraft vor dem Tor brachte auch das zunächst nicht. Erst mit Calvin Sengül kam nach einer Stunde etwas mehr Tempo ins Angriffsspiel. Seine Flanke setzte Robin Renner per Flugkopfball knapp links vorbei. Kurz darauf klärte Sebastian Schäferlein - natürlich unabsichtlich - eine weitere Kopfballchance des SCE am linken Pfosten. Der Anschlusstreffer war daher mehr als verdient: Oliver Gonnert eröffnete in der 74. Minute die Aufholjagd.

Pipinsried fand offensiv lange überhaupt nicht mehr statt. Erst in der Schlussphase konterten die Gäste über Imsak, dessen Schuss allerdings erneut am starken Akbakla abprallte. So kämpften die Quecken weiterhin um den Ausgleich, in der Nachspielzeit sogar in Überzahl. Schiedsrichter Thomas Ehrnsperger zeigte Daniel Jelisic und Jannik Fippl nach kleineren Fouls und wütenden Ball-Wegschlage-Aktionen Gelb-Rot (90.+4, 90.+7). Am Ende aber war es aus Sicht der Eltersdorfer vergebens. "Mit ein bisschen Glück rutscht der Ball mal durch", sagt Schäferlein, der seiner Mannschaft nach der leidenschaftlichen zweiten Halbzeit "nichts vorwerfen" kann.

Der SCE hatte wieder ungeahnte Kräfte mobilisiert. "Das ist der eigene Ansporn, der eigene Wille, sich in so einer geilen Liga jede Woche beweisen dürfen", sagt Schäferlein. "Der Coach stellt uns auch immer gute ein, selbst wenn die Köpfe müde sind." Und das waren sie am Freitag.

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