Sonntag, 18.04.2021

|

zum Thema

Lahmes Angriffsspiel: Gründe für die Sturm-Flaute beim FCN

Auch beim 0:0 gegen Braunschweig ging nach vorne wenig - 02.03.2021 06:00 Uhr

Menschlicher Prellbock: Manuel Schäffler hat es auch nicht leicht.

28.02.2021 © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr


Ein Nullnull ist selten geschichtsträchtig. Über das Nullnull vom Sonntag gegen Eintracht Braunschweig sprechen die Menschen noch, weil es wahrscheinlich auch nach vier oder fünf Tagen Spielzeit ein Nullnull geblieben wäre. Die 25 eingesetzten Nicht-Torhüter hatten in 90 Minuten exakt einen Abschluss zustande gebracht, der es auch über die Linie geschafft hätte. Die 40. Minute: Nikola Dovedan aus 15 Metern mit links, Schlussmann Jasmin Fejzic mit der rechten Faust.

Folge 85: Alles Kopfsache

Der überschaubare Rest: Oben oder seitlich vorbei oder Abseits. Die Offensivkräfte wie Manuel Schäffler und Dennis Borkowski hatten gegen den kompakt und tief stehenden Defensivblock der Gäste nicht viel zu melden, sehr ähnlich sah es auf der anderen Seite aus. 62 Ballkontakte hatten die beiden, zusammen. Und damit sieben weniger als ihr Innenverteidiger Georg Margreitter.

In Karlsruhe und gegen Braunschweig "ging viel über den zweiten Ball und mich als Wandspieler, auch nach Befreiungsschlägen", sagt Torjäger a.D. Schäffler, der somit vorrangig damit beschäftigt war, "extrem viele Zweikämpfe" zu führen: "Man ist viel am Ringen, am Platz freiräumen, um den Ball zu behaupten."

Resultate stimmen einigermaßen

Der entscheidende Nachteil der Hoch-und-weit-Strategie: Der Gegner kann sich prima darauf einstellen, wenn er weiß, dass Überraschungsmomente im Aufbau eher selten sind. Beim 1. FC Nürnberg nehmen sie gerne in Kauf, dass ihnen strategische Einfallslosigkeit vorgeworfen wird, solange die Resultate wieder einigermaßen stimmen. Wobei nicht jeder ein Heim-Nullnull gegen den auswärts weiter sieglosen Tabellenvorletzten als Erfolg wertet. Manuel Schäffler ist herzlich egal, was andere denken.


Eine Null zu viel: FCN fehlt gegen Braunschweig die Balance


Ihm und seinem Club geht es jetzt darum, es schon am Sonntag in Düsseldorf auch mit Ball wieder ordentlich hinzubekommen. Gestern folgte freilich der nächsten Dämpfer; im so genannten Spielersatztraining knickte Robin Hack um, die Diagnose am Nachmittag sorgte für Betroffenheit: Bänderriss im rechten Sprunggelenk, mehrere Wochen Pause. Nachdem er sich gerade mehrere Wochen von einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk erholt hatte und gegen Braunschweig in der Schlussviertelstunde sein Comeback gab.

Bilderstrecke zum Thema

Zwei Abseitstore und ein 0:0! FCN hält Braunschweig nur auf Abstand

Einen Weg in das langweilige, aber gesicherte Mittelfeld hatte der Club gegen Braunschweig finden wollen, konnte die Eintracht am Ende aber nur auf Distanz halten. Beim torlosen Remis traf der Club zwar zweimal, in beiden Fällen aber aus dem Abseits heraus. Immerhin kann der FCN mit dem Punkt etwas besser leben als Braunschweig und sich zumindest als seit zwei Spielen ungeschlagen bezeichnen. Schwacher Trost? Hier kommen immerhin starke Bilder!


Also müssen es vorn weiterhin die Kollegen richten. Rekonvaleszent Felix Lohkemper konnte am Montag die Belastung erneut steigern und darf vielleicht schon am Sonntag mit auf die Bank. Beim nächsten Versuch, wieder etwas mehr Balance zwischen Abwehr und Angriff in den 1. FC Nürnberg zu kriegen. "Wir stabilisieren die Defensive jetzt besser als noch im Januar", findet Schäffler, als lediglich zwei Punkte aus sechs Spielen mit insgesamt 14 Gegentoren für die erste allgemeine Verunsicherung der Saison gesorgt hatten.

Vereinfachtes Spiel nach Negativerlebnissen

Es folgten sieben Punkte aus vier Spielen, mit nur noch drei Gegentoren. "Wir mussten nach den vielen Negativerlebnissen etwas verändern", erzählt Schäffler, "und haben unser Spiel deshalb vereinfacht." Für die hinterste Reihe heißt das jetzt, möglichst zügig den kräftigen Mittelstürmer einzubinden, der mit dem Rücken zum Tor eine Art menschlicher Prellbock geben muss.

Bilderstrecke zum Thema

Doppel-Null statt Durchschnaufen: Der 1. FC Nürnberg in der Kritik

In einem über weite Strecken langweiligen Spiel mit wenig Tormöglichkeiten auf beiden Seiten hielt der FCN immerhin zum zweiten Mal in Folge hinten die Null, konnte aber nach vorne auch nichts reißen. Vor allem die Offensive ließ einige Wünsche offen, wie die Noten von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer zeigen.


Dass das leichter gesagt ist als umgesetzt, hat man auch am Sonntag gesehen. 36 Ballkontakte, die meisten mit Schmerzen verbunden. "Ich kann mich wirklich nicht an ein Spiel ohne eigenen Torschuss erinnern", sagt er, lediglich nach einer Hereingabe von Tim Handwerker hätte es einer werden können.


Von Zarate bis Pinola: Das waren die kuriosesten FCN-Frisuren


Flanken sind ja gerade auch so ein Thema beim 1. FC Nürnberg; die meisten verfehlen ihr Ziel doch relativ deutlich, wenn sie mangels potenzieller Abnehmer in der Mitte überhaupt geschlagen werden. Schäffler dürfte sich in etlichen Situationen ziemlich einsam gefühlt haben im Strafraum, so ganz allein unter sechs, sieben Braunschweigern. Deshalb würde er etwas mehr Unterstützung im vorderen Zentrum durchaus begrüßen.

Elf Runden vor Schluss scheint sich der Club defensiv wieder gefangen zu haben, allerdings auf Kosten der Offensive. Was aber wohl nur die halbe Wahrheit ist. "Wir treffen vorn noch zu oft falsche, nicht zielführende Entscheidungen", sagt Schäffler, "da geht es aber auch oft um Millisekunden." Im Bestreben, die ungeliebte Null wieder loszuwerden.


Sie wollen noch mehr Club-Content? Dann...

... melden Sie sich hier für "Ka Depp - der Newsletter" an

... folgen Sie unserer Facebook-Seite "FCN-News"

... folgen Sie unserer Instagram-Seite "Ka Depp - der FCN-Podcast"

... treten Sie unserer Facebook-Gruppe "Ka Depp - Der Club-Podcast von nordbayern.de" bei

47

47 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport