Match-Statistik: Die Club-"Boyband" spielt auf

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Peter Schulze-Zachau

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3.12.2017, 12:52 Uhr
Hoch die Hände! Die Club-Elf feiert nach Spielschluss den Sieg in der Kurve.

© Sportfoto Zink Hoch die Hände! Die Club-Elf feiert nach Spielschluss den Sieg in der Kurve.

Am Tag danach ging es erst einmal in den Wald. Auslaufen, ein bisschen regenerieren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Es ist kalt am ersten Adventssonntag, doch die Club-Profis dürfte das kaum stören. 

Denn erstens tragen sie an diesem Morgen allesamt lange Kleidung, viele dazu noch Handschuhe und Mütze - anders als beispielsweise Patrick Kammerbauer, der am Vortag den eisigen Temperaturen im Nürnberger Achteck lediglich im kurzen Trikot getrotzt hatte. Und außerdem - mindestens genauso wichtig - zementierte der 1:0-Sieg gegen den SV Sandhausen dann auch noch die Aufstiegshoffnungen einer Mannschaft, die nicht nur auf dem Platz zeigt, dass sie genau das ist. Sondern auch auf Instagram.

Die "Boyband", wie Torschütze Tim Leibold seine Kameraden dort nennt, war am Samstagabend gemeinsam auf Tour. Enrico Valentini rappt am Karaoke-Mikrofon ("I like the way you work it"), Hanno Behrens nickt rhythmisch mit und Laszlo Sepsi genießt einen #easysaturday. Dank sozialer Netzwerke darf der Club-Fan seiner Mannschaft auch bei der dritten Halbzeit zusehen.

 

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Den gemeinsamen Partyabend hatten sich die Club-Profis Stunden zuvor verdient, als sie unangenehm zu bespielende Sandhäuser so lange bearbeiteten, bis dieses eine Tor fiel. 22:11 Torschüsse standen am Ende zu Buche, 525 Pässe spielte die Boyband auf dem Platz (Sandhausen: 367), und hatte 59 Prozent Ballbesitz. Auch die Ecken-Statistik (7:1) sprach für den FCN, dennoch wurde es gegen die beste Abwehr der Liga das erwartet harte Stück Arbeit. 

"Mit der Wucht, die wir in der zweiten Hälfte entwickelt haben, haben wir verdient gewonnen", schreibt Trainer Michael Köllner auf seiner Facebook-Page. Und: "Wir hätten noch mehr Treffer erzielen können." Allein Edgar Salli verzeichnete fünf Torschüsse, scheiterte aber entweder am gut aufgelegten Marcel Schuhen im Gästetor oder an seinen eigenen Nerven. Ein abermals bemühter, aber letztlich glückloser Auftritt des Kameruners, der genauso viele Ballaktionen wie sein Pendant auf dem anderen Flügel, Tobias Werner, hatte: 48.

Weniger Ballkontakte (36) hatte nur Mikael Ishak im Sturmzentrum, der jedoch mehr und mehr unersetzlich scheint. Er bindet seine Gegenspieler, hält die Bälle und verteilt sie wieder - so wie vor dem Tor des Tages, als er den einlaufenden Tim Leibold mustergültig bediente. Bereits der fünfte Assist für den Schweden, der damit nicht nur in der Torschützen- sondern auch in der Scorerliste ligaweit das Maß der Dinge ist.

Dieses eine Tor reichte dem FCN am Samstag, weil - einfache Fußball-Arithmetik - er hinten den Kasten dicht hielt. Und das scheint dem 1. FC Nürnberg in der Zweitliga-Saison deutlich schwerer zu fallen als dem Autor dieses Artikels die Grundzüge des Rechnens mit natürlichen Zahlen. Erstmals seit dem zweiten Spieltag in Regensburg (1:0) musste die Köllner-Truppe kein Gegentor hinnehmen, für Torhüter Fabian Bredlow ein gänzlich neues Club-Gefühl.

"Das Team wächst weiter", formuliert es sein Cheftrainer. Auf dem Platz und auch daneben, wo es dann doch noch eine Kategorie gab, in der Sandhausen an diesem eisigen Dezembertag als Punktsieger hervorging: Etwa 20 Minuten vor Abpfiff zog eine handvoll SVS-Fans im Gästeblock obenrum blank und feierte so bis zum Ende durch. So hart war nicht einmal Patrick Kammerbauer.

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