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Mit Ismaël kehrt die Zuversicht beim Club zurück

"Ich bin bereit, die Aufgabe anzugehen" - 06.06.2014 07:37 Uhr

Willkommen beim Club: Valerien Ismael ist angekommen. © Sportfoto Zink / MaWi


Die Frage, ob man sich in der Noris dank seiner Verpflichtung nun sicher sein könne, dass die Saison mit dem Wiederaufstieg endet, ist nicht zuläs­sig. Der gebürtige Elsässer gab sich aber auch erst gar keine Mühe, flotte Versprechungen abzuliefern, um so Zweiflern zu entgehen. Garantien gebe es im Fußball keine, meinte er. An Engagement, den Abstieg zu korri­gieren, mangelt es ihm nicht: „Ich bin sehr ehrgeizig, und das ehrgeizige Ziel, mit dem Club aufzusteigen, passt zu mir. Ich bin bereit, diese Aufgabe anzugehen“, sagte der Ex-Profi von Bremen und Bayern München.

Pluspunkte sammelte der aufge­schlossen und stilbewusst wirkende Ex-Profi auch mit einem klarem Bekenntnis zum Club: „Es ist eine Ehre für mich, hier zu arbeiten. Ich bin stolz, ein Teil dieses Vereins zu sein“, sagte der 38-Jährige, der sich während seiner Zeit als Profi gar nicht so wohl bei seinen Besuchen in Nürnberg gefühlt hatte, sich von einer Unterschrift unter einen Zweijahres­vertrag nun jedoch nicht abhalten ließ: „Der Club ist ein besonderer Ver­ein. Jedes Mal, wenn ich mit Bremen oder Bayern hierher gekommen bin, wusste ich, dass es sehr anstrengende 90 Minuten werden würden.“ Ismaël hinterließ bei seinem ersten Auftritt den Eindruck, gut vorbereitet zu sein. Die Gesetzmäßigkeiten der zweiten Liga selbst nie als Aktiver erfahren zu haben, empfindet er nicht als Makel. Dass er als junger Trainer auch noch nicht die raue Luft des Unterhauses eingeatmet hat, küm­mert ihn wenig: „Ich weiß genau, was auf uns zukommt“, meint Ismaël, der vor wenigen Tagen noch mit dem VfL Wolfsburg II in der Relegation zur Drittklassigkeit gescheitert war.

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Zu seiner Zeit als Profi glänzte er als besonnener Verteidiger mit gepflegtem Passspiel. Als Trainer hat er sich ebenso dem attraktiven Fuß­ball verschrieben und hegt eine große Vorliebe für den offensiven Spielstil mit viel Ballbesitz. Dennoch ist ihm bewusst, „dass auf uns auch Spiele zukommen, in denen es weniger um Fußballspielen geht, sondern andere Tugenden im Vordergrund stehen“.

Mit welcher Belegschaft er den nächsten Schritt als Trainer im Profi­geschäft angehen kann, davon hatte Ismaël gestern nur eine Ahnung. Der Umbruch beim Bundesligaabsteiger hat sich nach etlichen Abgängen längst zu einem veritablen Neuanfang ausgeweitet. Deshalb sei es auch die dringendste Aufgabe, in den nächsten Tagen ausgiebig „über den Kader zu sprechen“. Eine Namensliste mit potenziellen Verstärkungen hat der Verein ausgearbeitet. Für Ismaëls Vor­schläge ist darauf noch Platz: „Ich werde meine Ideen miteinbringen.“ Bei der Zusammenstellung zähle neben fußballerischen Qualitäten aber primär die Einstellung: „Die Spieler müssen sich alle dem Ziel Auf­stieg verschreiben und die Zweite Liga annehmen“, meinte Ismaël.

Die nötige Einstellung werde er ihnen täg­lich aufs Neue abverlangen – wenn es sein muss, zu Beginn auch erst noch einmal vermitteln: „Leidenschaft und Respekt sind Tugenden, die dazu gehö­ren. Profi zu sein, ist ein Privileg. Es ist der schönste Beruf der Welt.“ Ismaël hat hohe Ansprüche, gilt selbst als intelligenter Musterprofi. Im Umgang mit den Spielern be­schreibt er sich als wandlungsfähig: „Ich bin nah an den Spielern dran, aber kein Kumpeltyp. Ich arbeite situativ, ich versuche der Mannschaft das zu geben, was sie braucht.“ Assis­tieren wird ihm als Co-Trainer der ein Jahr jüngere Schweizer Roger Stilz, der zuletzt beim beinahe havarierten Hamburger SV die rechte Hand von gleich drei Cheftrainern (Thorsten Fink, Bert van Marwijk und Mirko Slomka) war. „Er hat einen Crashkurs bekommen, was das Profi-Geschäft bedeutet“, sagte Ismaël schmunzelnd. Marek Mintal und Adam Matysek komplettieren sein Trainerteam. Die Aufgabenstellung ist klar: „Der Club ist am Boden. Es geht jetzt darum, wie­der aufzustehen, und ihn in die Bun­desliga zu führen.“

Stefan Jablonka

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