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Möller Daehli und Nielsen: Derby-Experten aus Norwegen

Die Angreifer kennen und schätzen sich schon lange - 19.03.2021 05:55 Uhr

Vereint für Norwegen, im Derby am Sonntag Rivalen: Fürths Havard Nielsen (Nummer 18) und Nürnbergs Mats Möller Daehli (20).

18.03.2021 © Foto: imago/Digitalsport


Am Sonntagabend trennen sich die Wege der Norweger mal wieder, wenn auch nur vorübergehend. Mats Möller Daehli muss alleine zu seiner Nationalmannschaft nach Marbella fliegen, wo sie sich auf die drei anstehenden WM-Qualifikationsspiele vorbereitet. In Gibraltar gegen Gibraltar, in Malaga gegen die Türkei und danach in Podgorica gegen Montenegro. Sein Kumpel Havard Nielsen bleibt dagegen in Fürth. Und opfert vielleicht wieder ein Pferd. Sofern er einen Gegner auftreiben sollte.

Ansonsten haben die beiden, jeweils geboren in Oslo, zusammen schon einiges erlebt. Etliche Auftritte in den Junioren-Auswahlteams ihres Landes und auch in der A-Elf, ein gemeinsames Jahr beim Sport-Club in Freiburg, in dem sie sich aufgrund von Verletzungen gegenseitig eine Stütze sein konnten. Möller Daehli (24) hat mehr Länderspiele als Nielsen (14), dafür hat Nielsen (31) in knapp sieben Jahren Deutschland deutlich mehr Tore geschossen als Möller Daehli (7) in gut fünf.

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Nächstes Derby ohne Fans: Erinnerungen an bessere Zeiten

Seit einem Jahr sind die Fußballstadien nun bereits nicht mehr voll gewesen. Auch die Möglichkeit, die Ränge zumindest begrenzt zu füllen, hielt nicht lange an. In keinem Spiel allerdings tun die leeren Sitze, die Stille und die fehlende Atmosphäre so weh wie beim Frankenderby. Weil die Fans der beiden Vereine auch bei der 268. Ausgabe des Duells nur von zuhause zuschauen können, gibt es hier nochmal ein paar Erinnerungen an die guten, alten Zeiten.


Sie kennen und schätzen sich schon eine halbe Ewigkeit, erzählt Möller Daehli. Der am Sonntag erst zum zweiten Mal im Seniorenbereich gegen seinen Weggefährten Nielsen antreten muss. An das erste Mal kann sich zumindest Möller Daehli noch prima erinnern. Sein Lyn gegen Nielsens Valerenga, ein Oslo-Derby. "Eines der traditionsreichsten Spiele in Norwegen", erzählt Möller Daehli, mit 14 hat er seinerzeit in der immerhin drittklassigen zweiten Mannschaft debütiert. "Wir verloren 1:6. Havard machte zwei Tore, ich eins."

Übermorgen im fränkischen Derby rechnet sich Möller Daehli mit seinem Club schon ein bisschen mehr aus; wenn die Fürther an Nürnberg denken, denken sie ausschließlich an drei Punkte. "Aber wir wissen auch, dass das ein schweres Spiel wird und wir alles geben müssen", sagt Nielsen, "so ein Derby ist ein ganz eigenes Spiel und wir freuen uns schon drauf." Schwer zu sagen, für wen mehr auf dem Spiel steht. Die einen wollen ungern in der zweiten Liga bleiben, die anderen unbedingt.

Duelle am Schachbrett

Da Möller Daehli und Nielsen in der Offensive zu Hause sind, werden sie sich wohl nur selten bis gar nicht über den Weg laufen. "Wir haben in dieser Saison auch gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenregion gezeigt, dass wir es können", sagt Möller Daehli; zudem kennt er sich mit emotional aufgeladenen Vergleichen wie diesem aus. Mit dem FC Sankt Pauli hat er mal den Stadtrivalen HSV mit 2:0 besiegt, "ein magischer Abend", sagt Möller Daehli.

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(Stadt-)Grenzgänger: Sie waren für Club und Kleeblatt aktiv

Der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth: zwei Vereine, zwischen denen sich die Franken meist schon in frühester Kindheit entscheiden müssen. Beide Klubs ins Herz zu schließen, gelingt nur den wenigsten. Wir stellen Akteure vor, die auf beiden Seiten der Stadtgrenze aktiv waren.


Einen magischen Nachmittag aus Sicht der Gäste versucht Nielsen mit der Spielvereinigung selbstverständlich zu verhindern, der Ende November einen magischen Nachmittag im Max-Morlock-Stadion erwischt hatte. Zwei Treffer beim 3:2-Erfolg. "Aufgrund der Tore sind natürlich die Erinnerungen ans letzte Derby noch sehr präsent", sagt Nielsen, der mit seinen Fürthern weiter kräftig oben mitmischt und sich natürlich auch vom bedenklich taumelnden Club nicht aufhalten lassen möchte. Zumal sich das Kleeblatt, nach dem 2:1 in Regensburg am Mittwochabend wieder auf Rang drei notiert, wohl noch nie in der 117-jährigen Geschichte des Nürnberg-Fürther Vergleichs ähnlich überlegen gefühlt haben dürfte.

18 Punkte Vorsprung sind es bereits auf den vom Abstieg bedrohten Nachbarn, spielerisch trennten beide Vereine zuletzt Welten. Was zumindest der Freundschaft der Norweger nicht viel anhaben kann. "Schön, dass er jetzt auch hier in der Gegend wohnt", sagt Nielsen, in den vergangenen Monaten hätten sie "sehr viel Kontakt gehabt". Und sich neulich auch schon in Fürth getroffen. Zum Quatschen. Und Schachspielen.

Gewonnen hat, so viel sickerte durch: Havard Nielsen. "Er ist auch absolut gut, aber ich bin besser", sagt der norwegische Fürther über den norwegischen Nürnberger. Mal schauen, wie es am Sonntag ausgeht. Wenn zumindest keine Pferde geopfert werden müssen.

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