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Nach nur zwei Tagen: Super League vor dem Aus

Sechs Klubs sind in der Nacht zum Mittwoch ausgetreten - 21.04.2021 06:58 Uhr

Die sechs englischen Klubs, die sich an der Super League beteiligen wollten, wollen nun schon wieder aussteigen.

21.04.2021 © Peter Byrne, dpa


Die Pläne von zwölf europäischen Fußball-Topklubs für eine Super League sind zumindest fürs Erste krachend gescheitert. In der Nacht zum Mittwoch gaben die englischen Teams ihren Rückzug von dem Vorhaben bekannt - und die Macher wollen das Projekt nun "überdenken". Das geht aus einer Mitteilung hervor, über die unter anderem die US-Nachrichtenagentur AP berichtete. "Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen", hieß es demnach.

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Mehr Spiele, mehr Geld - mehr Solidarität? Das steckt hinter der Super League

Die Ankündigung allein führte im internationalen Fußball zu einem Erdbeben: Zwölf Klubs wollten sich von der Uefa loslösen und ihren eigenen internationalen Wettbewerb auf die Beine stellen, die Super League. Wir erklären, was es mit dem Projekt auf sich hat.


Zuvor hatten sich die Reihen der Rebellen gelichtet. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Dem folgten die anderen fünf englischen Mitgründer FC Liverpool, Manchester United, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und FC Chelsea. In Spanien sollen laut Medienberichten der FC Barcelona und Atletico Madrid diesen Schritt gehen wollen.

"Haben einen Fehler gemacht"

"Wir haben einen Fehler gemacht und wir entschuldigen uns dafür", hieß es in einem Tweet des FC Arsenal. Der FC Chelsea schrieb: "Nachdem wir uns der Gruppe Ende letzter Woche angeschlossen haben, hatten wir jetzt Zeit, uns eingehend mit der Angelegenheit zu befassen und wir haben entschieden, dass unsere fortgesetzte Teilnahme an diesen Plänen nicht im besten Interesse des Klubs, unserer Fans und der breiteren Fußballgemeinschaft ist."

Zwölf europäische Spitzenklubs, darunter neben City und Chelsea der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union Uefa. Aus der Bundesliga hatte sich kein Klub der Super League angeschlossen, auch Frankreichs Serienmeister Paris Saint-Germain hatte eine Teilnahme abgelehnt. Finanziert werden sollte das Projekt durch eine US-Großbank.

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"Krieg im Sport": Internationale Pressestimmen zur Super League

Zwölf europäische Topklubs haben sich zusammengeschlossen mit dem Plan, eine Super League zu gründen. Bei dem umstrittenen Projekt geht es um viel Geld - und angeblich auch um die Fans. Die internationale Presse schreibt von "Erdbeben", "Krieg im Sport" und jemandem, "der den Fußball so sehr hasst, dass er ihn beschneiden (...) will".


In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründerklubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der "Sun" an, dem "lächerlichen" Milliardenprojekt die Rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die "Big Six", die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William - Präsident des nationalen Verbandes FA - mischte sich ein.

Die Uefa drohte

Auch nationale Verbände und viele andere Klubs kritisierten die Pläne massiv. Die Uefa um ihren Präsidenten Aleksander Ceferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Klubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer.

Dem europäischen Klub-Fußball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor dem Halbfinale der aktuellen Champions-League-Saison Anfang Mai. Diese Gefahr scheint nun gebannt. Sowohl Regierungschef Johnson wie auch Uefa-Chef Ceferin begrüßten die Rückzugspläne der Mitgründer.

dpa

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