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Nach Wittek-Schock! Kleeblatt gibt Diagnose bekannt

Fürths Verteidiger musste bereits nach wenigen Minuten raus - 12.11.2018 15:58 Uhr

Unschöne Bilder: Blutüberströmt musste Maximilian Wittek in die Kabine gebracht werden. © Sportfoto Zink / WoZi


"Ich hoffe, es geht ihm schnell wieder gut. Das ist das Wichtigste", sagte Abwehrkollege Mario Maloca nach der Partie. Was war passiert? Bei einem Luftduell hatte Union-Spieler Suleiman Abdullahi Wittek unglücklich angesprungen und mit dem Kopf an der rechten Gesichtshälfte erwischt; den Ball aber verpasst. Innenverteidiger Maloca sah in Witteks schwerer Verletzung einen ersten Wirkungstreffer, von der sich die Mannschaft trotz großen Aufbäumens nicht mehr wirklich erholen sollte. "Wir waren für einen Moment ein bisschen verunsichert. Maximilian spielt da immer. Wir wissen, was wir von ihm erwarten können. Wobei auch David Raum natürlich ein guter Spieler ist", meinte Maloca über jene Szene, die sich nach nicht einmal gespielten 120 Sekunden ereignet und eine Kettenreaktion ausgelöst hatte.

Weil der eingewechselte Raum in keiner Weise Wittek ersetzen konnte, und der Schiedsrichter auch eine Abseitsposition übersah, führte gleich die erste Aktion nach Wiederanpiff zum 1:0 für die Berliner. "Wir haben damit gerechnet, dass es schwer werden könnte. Aber das erste Tor war klar Abseits", sagte Maloca. Der Kroate wollte aber nicht infrage stellen, dass Union zurecht das Verfolgerduell um Tabellenplatz drei für sich entschieden hatte. Nur die Art, wie das klare Ergebnis zustande gekommen war, machte ihn unzufrieden: "Wir haben heute nicht unser Level erreicht. Und Berlin hat eigentlich nichts Besonderes gemacht, sondern nur unsere Fehler knallhart bestraft bei allen vier Toren, wobei das erste ja nicht unser Fehler war."

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Die Freude auf das Auswärtsspiel an der Alten Försterei war groß bei der SpVgg Greuther Fürth. Doch nach 90 kurzweiligen Minuten, einer schweren Verletzung, kapitalen Abwehrfehlern und einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters herrscht beim Kleeblatt vor allem: Ernüchterung. Hier kommt die Partie in Bildern!


Schon zur Pause war die Partie nach weiteren Treffern von Mees und Sebastian Polter entschieden. Und dennoch war Berlins Trainer Urs Fischer kurioserweise alles andere als zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft. "Die erste Halbzeit hat mir nicht so gefallen, da wir nicht so den Zugriff bekommen haben, den wir wollten. In der ersten Halbzeit war Fürth die bessere Mannschaft", konnte er sich angesichts des klaren Endergebnisses so viel Ehrlichkeit leisten. Ein verstecktes Lob also für Fürth.

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Wittek-Verletzung, Doppelschlag, 0:3 nach 30 Minuten, dazu Auseinandersetzungen im Kleeblatt-Block, ein Schiri-Aussetzer sowie ein Slapstick-Gegentor in Hälfte zwei! Der Sonntagsausflug der Spielvereinigung nach Berlin war in jeglicher Hinsicht ein Fiasko. Bemühte Fürther kassierten einen Nackenschlag nach dem anderen. Dass es keine gute Leistung war, die zur Niederlage beitrug, wird jedoch anhand der Noten deutlich.


Am nächsten Tag teilte die medizinische Abteilung des Zweitligisten dann die genaue Diagnose mit. Wittek erlitt eine starke Prellung der Augenpartie und eine Verletzung des Augenmuskels. Mehrere Hautschichten mussten wieder miteinander vernäht werden. "Eine Platzwunde in diesem Ausmaß haben wir in all den Jahren, auch in dieser Tiefe, nicht erlebt. Nachfolgende CT-Untersuchung im Kopfbereich am Unfallkrankenhaus in Berlin haben Gott sei Dank keine weiteren Schäden gezeigt", wird Martin Meichelbeck, Technischer Direktor der Fürther auf der Homepage des Vereins zitiert. 

Momentaufnahme aus dem Krankenhaus. © Instagram


Weil der Schiedsrichter nach langer Behandlungspause das Spiel mit einem Einwurf fortsetzen ließ, die Aktion also nicht als Foul, sondern als branchenüblichen Zweikampf wertete, fühlten sich die Fürther Verantwortlichen das erste Mal an einem insgesamt rabenschwarzen Tag in der Alten Försterei verschaukelt. "Da hat man gleich gesehen, in welche Richtung das heute gehen wir", echauffierte sich Manager Rachid Azzouzi über "mangelnden Schutz für unsere Spieler". Und auch Meichelbeck legte gestern noch einmal nach: "Es ist unter anderem die Aufgabe des Schiedsrichters die Gesundheit der Spieler zu schützen. Leider war dies weder in dieser Situation, als auch später bei Keita, der ebenfalls eine Platzwunde im Gesicht erlitt, die getackert werden musste, der Fall. Unabhängig davon, dass wir niemandem Absicht unterstellen möchten und auch wir ein zweikampfbetontes Spiel bevorzugen, erwarten wir, dass die Schiedsrichter entsprechende Foulspiele ahnden, um die Gesundheit unserer Spieler schützen." 

Ob die Länderspielpause genügt, bis Witteks Wunde wieder vollständig verheilt ist, ist fraglich. Lediglich die bittere Pleite könnte bald schon wieder aus den Köpfen der Spieler getilgt sein, wenn sie Malocas Ratschlag befolgen: "Ich denke, wir müssen dieses Spiel einfach schnell vergessen und gleich wieder an unser nächstes gegen Magdeburg denken. In Kroatien sagen wir, es ist besser einmal mit 0:4 zu verlieren, als viermal mit 1:0." Vor der nächsten Partie liegt wegen der Länderspiele ein spielfreies Wochenende. Erst dann kommt es zum Duell mit dem Zweitliga-Aufsteiger. Das Kraftpaket Wittek dürfte dann aber fehlen  

Stefan Jablonka

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