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Negativserie der Ice Tigers hält beim 4:5 gegen Iserlohn an

Die Aufholjagd der Nürnberger bleibt ungekrönt - 30.12.2019 22:05 Uhr

Trotz bemerkenswerter Aufholjagd nach 0:3-Rückstand konnten die Ice Tigers auch gegen den Tabellenletzten keinen Sieg einfahren und mussten sich in der Verlängerung geschlagen geben.

30.12.2019 © Roland Fengler, NNZ


Für Beratungen war die Zeit ziemlich kurz. Nach der Rückkehr von Chefcoach Kurt Kleinendorst aus den USA, wo er bei der Trauerfeier für seinen verunglückten Bruder Scot weilte, blieben kaum 24 Stunden. Fünf Niederlagen hatten die Ice Tigers vor dem Duell mit den Iserlohnern aneinandergereiht, der Gegner deren sechs. Der Begriff Krisengipfel drängte sich im Vorfeld auf. Eines der beiden Teams würde zumindest einen Schritt nach vorne machen, das andere noch tiefer in die Misere schlittern. So viel war im Voraus klar. Unentschieden gibt es im Eishockey nicht.

Manuel Kofler, der Assistenztrainer der Ice Tigers, der Kleinendorst in dessen Abwesenheit vertreten hatte, hatte unmittelbar nach dem 1:5 gegen München am vergangenen Samstag angedeutet, dass er und der Chefcoach die Köpfe zusammenstecken würden, um zu überlegen, welche Umstellungen vielleicht Sinn ergeben und den benötigten Schub verleihen würden. Handeln mussten sie sowieso, da Brett Festerling mit muskulären Problemen fehlte. Schon die Partie gegen München hatte er deswegen nicht beenden können. Also rückte Markus Weber vom Angriff in die Abwehr, im Sturm gab es nur noch drei komplette Reihen plus Max Kislinger und Chad Bassen, im Tor begann erstmals vor eigenem Publikum Jonas Langmann.

Misslungener Start und liegengelassene Chancen

Nürnbergs Start ins Spiel misslang trotz der Veränderungen. Mit ihrem ersten Angriff der Partie kamen die Iserlohner durch Brody Sutter zum 1:0. Nach nur 44 Sekunden. Die Ice Tigers reagierten nicht konsterniert sondern mit dem, was sie in dieser Saison bislang positiv ausgezeichnet hatte. Kollektivem Druck, schnellem Überbrücken der neutralen Zone. Aber weder Kapitän Patrick Reimer (2.), noch Chad Bassen (3.) oder Brandon Buck (4.) erzielte den 1:1-Ausgleich. Vielmehr fiel das 0:2, weil Bassen mit insgesamt vier Minuten für einen hohen Stock auf die Strafbank musste. Doch der besagte hohe Stock, der Iserlohns Jake Weidner im Gesicht traf, gehörte einem seiner Teamkollegen. Aus der Fehlentscheidung resultierte das 0:2, das Michael Clarke in Überzahl erzielte (12.).

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Wieder kein Sieg: Ice Tigers unterliegen auch dem Tabellenletzten aus Iserlohn

Statt die eigene Serie von fünf Spielen ohne Zählbares zu brechen, ließen die Ice Tigers den Gegner aus Iserlohn über deren ersten Sieg seit sechs Partien jubeln. Zwar holen die Nürnberger einen 0:3-Rückstand auf und gehen sogar kurzzeitig in Führung, müssen sich in der Verlängerung dann aber mit 4:5 geschlagen geben. Damit rutschen die Ice Tigers auf einem Nicht-Playoff-Platz ins neue Jahr.


In Rückstand, aber mit Oliver Mebus, der im ersten Drittel nach einem grenzwertigen Check von Michael Halmo am Handgelenk behandelt worden war, kehrten die Ice Tigers zurück zum zweiten Drittel. Chris Brown, Kevin Schulze und Daniel Fischbuch hatten binnen weniger Sekunden alle die Möglichkeit, zu verkürzen (26.). Dann war die Dringlichkeit in den Nürnberger Angriffen weg und die Fehler der vorangegangenen Spiele wieder da, aus denen die negative Serie entstanden war. Erik Buschmann erhöhte auf 3:0 für die Gäste (36.) in einer Phase, in der bei den verunsicherten Ice Tigers gar nichts klappte und die Fans pfiffen. Erst das 1:3 durch Max Kislinger nährte die Nürnberger Hoffnungen wieder (40.).

Zum Schlussabschnitt mussten die Franken neu sortieren – ohne Mebus, der nicht mehr weitermachen und bei der furiosen Aufholjagd nicht mitwirken konnte. Phil Dupuis leitete die Wende in doppelter Überzahl ein (45.), Schulze glich aus (48.) und Buck drehte die Partie ebenfalls im Powerplay mit seinem 4:3 zunächst für die Gastgeber (50.), Iserlohn zog jedoch durch Alexej Dmitriev auf 4:4 (57.) in der Verlängerung nach.

Nürnberg: Langmann – Summers, Schulze; Bender, Mebus; Gilbert, Weber – Brown, Buck, Fischbuch; Eder, Dupuis, Alanov; Reimer, Acton, Schwartz; Kislinger, Bassen / Iserlohn: Jenike – Möser, Baxmann; O‘Connor, Buschmann; Orendorz, Raymond – Halmo, Grenier, MacQueen; Samanski, Weiß, Dmitriev; Lautenschlager, Sutter, Petan; Hoeffel, Weidner, Clarke / SR: Falten/Iwert / Zuschauer: 5449 / Strafminuten: 6 (Bassen 4, Brown 2) – 10 / Tore: 0:1 Sutter (00:44), 0:2 Clarke (11:39/5-4), 0:3 Buschmann (35:10), 1:3 Kislinger (39:28), 2:3 Dupuis (44:54/5-3), 3:3 Schulze (47:35), 4:3 Buck (49:14/5-4), 4:4 (56:02) Dmitriev, 4:5 O‘Connor (63:59).

Florian Jennemann

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