SCO überrollt ASV 31:4

Oberölsbach ist und bleibt die Ringer-Hochburg im Kreis Neumarkt

4.10.2021, 06:30 Uhr
Thomas Kleesattel holte das Duell gegen Thomas Kreml (ASV).

Thomas Kleesattel holte das Duell gegen Thomas Kreml (ASV). © Fritz-Wolfgang Etzold, NNZ

Es gab dennoch die üblichen 15 Minuten Pause, doch die hätte man sich fast schenken können in der bis zum Bersten gefüllten SCO-Halle am Barstenweg in Unterölsbach: Der zweite Durchgang bot keine acht Minuten Netto-Kampfzeit mehr.

Falls vorher noch ein Zweifel bestanden haben sollte, nach dem Nachbarschaftsduell war es klar: Die Oberölsbacher sind der heißeste Kandidat auf die Bayernligameisterschaft und die Rückkehr in die Oberliga, die jungen Neumarkter können nur den Klassenverbleib als Ziel nennen. Wobei beide möglicherweise ihre Aufgaben vom Verband erleichtert bekommen: Der plant eine Wiedereinführung der Zweiten Bundesliga, wodurch in den Ligen darunter weniger Druck im Kessel wäre.

Apropos Druck: Vor dem Kampf hatte man beim SCO noch etwas tiefgestapelt und gesagt, dass man diesmal als Favorit allen Druck tragen müsse. Im Unterölsbacher Hexenkessel war davon nichts zu spüren: Nur einer der Gastgeber musste sich geschlagen geben: Elias Brunner wurde im achten Kampf (Freistil bis 80 Kilogramm) vom erfahrenen Michael Schmid nach 1:02 Minuten geschultert. Und obwohl das nur die Ehrenpunkte zum 4:23 waren, bot Schmid den 400 Zuschauern einen Jubel-Salto. Immerhin war es damit keine Zu-Null-Klatsche.

Ansonsten hatten nur zwei seiner Teamkollegen echte Chancen gehabt, als Sieger von der Matte zu gehen. Gleich zum Auftakt wurde Ivan Eberhardt von Fabian Meier beim Stand von 1:1 doch noch ausgekontert. Und im packendsten Kampf des Abends bot Rostislav Leicht dem hochfavorisierten Magomed Kartojev lange Paroli, am Ende hieß es 4:12, wobei ASV-Coach Armin Prantl da befand, dass der Kampfrichter da etwas zu großzügig mit den Punkten für den Oberölsbacher gewesen sein.

Insgesamt nahm er die Niederlage aber sehr gefasst auf: "Wir sind mit sechs Jugendlichen unter 17 Jahren angetreten, da war einfach nicht mehr zu erwarten. Wir müssen unsere Punkte gegen den Abstieg gegen andere Gegner als den SCO holen." Klar, dass ein erst 14-Jähriger wie Dominik Nosdrenko gegen einen Routinier wie Christian Gregor nichts zu bestellen hat.

"Aber die Jungs wurden nicht gezwungen zu kämpfen", betont Armin Prantl und fügt an: "Im Gegenteil, die sind stolz, dass die bei den Erwachsenen mitringen dürfen. Natürlich wäre das ein, zwei Klassen tiefer leichter für sie."

Diese grundsätzliche Situation sei aber allen vor der Saison klar gewesen. Wegen der Unklarheiten angesichts der Corona-Politik habe man sich auch nicht um ausländische Verstärkungen bemüht. Dennoch sei der Klassenverbleib drin, glaubt Prantl. Schließlich hat er noch einige Kämpfer in der Hinterhand, die bisher aufgrund ihrer beruflichen und privaten Hintergründe ausfielen. Beispielsweise ist Top-Mann Achim Thumshirn als Polizist am Wochenende meist bei Spielen der Fußball-Bundesliga gefragt.

Achim Thumshirn kommende Woche an Bord

"Doch am kommenden Wochenende hat er mir zugesagt", freut sich Armin Prantl, der das Team mit Alexander Fröhlich coacht. Dann geht es gegen Unterdürrbach, das vor dem Wochenende noch Schlusslicht war, aber die Rote Laterne nun an den ASV Neumarkt weiterreichte.

Dass man in Oberölsbach kein "Mitleid" mit dem Lokalrivalen zeigte, war für Cheftrainer Fabian Schmitt klar: "Im Derby sind alle noch einmal so heiß, da wollen wir uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Da sind wir natürlich mit der bestmöglichen Aufstellung angetreten - und alle Jungs haben alle super gekämpft."

Natürlich sei jetzt der Aufstieg ein Thema, zumal man in der Rückrunde nach dem Wechsel der Stilrichtungen eher noch stärker sei. Denn fast alle seine Ringer treten sowohl im Freistil als auch im Griechisch-Römisch an. Trotzdem sehe er im AC Regensburg durchaus noch einen harten Konkurrenten, selbst wenn dieser bereits drei Punkte zurückliege.

Zum Glück stehen zwei der größten Regensburger Talente im SCO-Kader: Magomed Kartojev und sein Bruder Magomed-Baschir sind wahre Punktegaranten für die Oberölsbacher. Ein Aufstieg wäre schon daher wünschenswert, weil die Staffel in der Bayernliga auf Dauer unterfordert wäre, zumal diese etwas schwächer wurde, als sie zweigeteilt wurde.

Fabian Schmitt ist als selbst noch aktiver Bundesligaringer für Burghausen nicht immer dabei am Mattenrand, darum vertritt ihn in solchen Fällen Jörg Geitner, der ihm ansonsten an den Wettkampftagen assistiert.

Übrigens haben sich am Samstagabend einige besonders über das frühe Kampfende gefreut: Sofort nach der Verabschiedung der Teams stürmten Dutzende von Kindern die Matte, um zu ringen. Der Nachwuchs geht in Oberölsbach definitiv nicht aus.

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