Olympia 2021: Reist fränkische Sprinterin nach Tokio?

12.2.2021, 17:13 Uhr
Amelie-Sophie Lederer in Aktion: Die 26-Jährige darf sich noch berechtigte Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme machen.

Amelie-Sophie Lederer in Aktion: Die 26-Jährige darf sich noch berechtigte Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme machen. © Foto: Theo Kiefner

Amelie-Sophie Lederer aus Ornbau rennt auf der Erfolgsspur: Bayerns 100-Meter-Rekordsprinterin darf sich ab sofort Polizeimeisterin nennen und legte zum Saisonauftakt beim Biel Athletics-Hallenmeeting in der Schweiz ein erstklassiges Ergebnis hin.

Die 26-jährige Leichtathletin, die früher für den LAC Quelle Fürth und die LG Telis Finanz Regensburg startete, trägt seit dem Jahreswechsel das Trikot der LG Stadtwerke München. In diesem trat sie zum Wettkampf bei den Eidgenossen an und sicherte sich in ihrem Spezialgebiet einen Platz in der deutschen Top-5-Liste – denn in beiden Läufen über 60 Meter blieb Lederer mit 7,26 beziehungsweise 7,30 Sekunden unter ihrer bisherigen Bestzeit von 7,35 Sekunden aus dem Jahr 2017.


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Hiermit war sie nicht nur die jeweils Schnellste im Feld, sondern setzte drei Wochen vor den nationalen Hallenmeisterschaften in Dortmund ein deutliches Ausrufezeichen. Dabei gab und gibt es durchaus erschwerte Bedingungen. Aktuell ist Leistungssport bekanntlich einzig und allein unter Einhaltung eines detailliert ausgearbeiteten Hygienekonzeptes erlaubt, das nicht bloß in den Indoorbereichen zum fast durchgehenden Tragen einer Maske verpflichtet und die Anzahl der Betreuer und Helfer stark reduziert hat. Zudem bleiben anfeuernde Zuschauer außen vor.

Lederer ist jetzt Polizistin

Im Fall Lederers kommt hinzu, dass sie erst kurz vor dem Contest im schweizerischen Magglingen ihre viereinhalbjährige Ausbildung zur Polizeimeisterin der 2. Qualifikationsebene (ehemals mittlerer Polizeivollzugsdienst) abschloss. Doch den anstrengenden – und natürlich ebenfalls von Corona-Maßnahmen geprägten – letzten Prüfungsblock bewältigte die gebürtige Gunzenhäuserin mit Bravour. Ende Januar erhielt sie gemeinsam mit weiteren Absolventen ihre Ernennungsurkunde.

Seit 2015 gehört die altmühlfränkische Athletin dem Spitzensportprogramm der Bayerischen Polizei an. Dieses stimmt die berufliche und die sportliche Karriere optimal aufeinander ab: Für hoffnungsvolle Talente unterschiedlichster Disziplinen wird die normalerweise zweieinhalbjährige Ausbildung um zwei Jahre verlängert und flexibel gestaltet. So bleibt genügend Raum zum Trainieren und für die Fahrt zu Wettbewerben. Und auch nach der Abschlussprüfung profitieren die frischgebackenen Ordnungshüterinnen und Ordnungshüter von einer Arbeitseinteilung, die ihnen die professionelle Ausübung ihrer Sportart gestattet.

Hallen-DM wird richtungsweisend

Für Amelie-Sophie Lederer heißt das, ihren Fokus nun auf eine Teilnahme bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio zu richten, sofern diese tatsächlich stattfinden können. Die sprintende Polizeimeisterin wurde dank ihrer herausragenden Leistungen nämlich erneut in den Perspektivkader des Deutschen Leichtathletikverbandes aufgenommen. 2017 reiste sie auf diese Weise mit dem 4x100-Meter-Staffelteam zu den Weltmeisterschaften nach London, jetzt konzentriert sie sich unter anderem auf das begehrte Ticket nach Japan.

Inzwischen kann die U23-Europameisterin von 2015 auf über ein Jahrzehnt Wettkampferfahrung und auf Bestzeiten von 11,28 Sekunden (100 Meter) beziehungsweise 23,43 Sekunden (200 Meter) zurückblicken. Die nächste große Entscheidung erwartet sie bei der Hallen-DM in Dortmund am 20. und 21. Februar. Wie ihre Performance in der Schweiz zeigte, ist die fertig ausgebildete Polizistin und potenzielle Olympionikin aus Ornbau, nicht nur zur Freude ihres Trainers Patrick Saile, dafür in Bestform.

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