Prib-Hickhack: Auch Hannover 96 mischt mit

7.6.2013, 06:56 Uhr
Demnächst Kollegen? Edgar Prib im Zweikampf mit Didier Ya Konan von Hannover 96.

Demnächst Kollegen? Edgar Prib im Zweikampf mit Didier Ya Konan von Hannover 96. © Sportfoto Zink / WoZi

Die Regionalausgabe der Bild in Hannover vermeldete bereits, dass sich die SpVgg und 96 auf eine Ablöse von 2,2 Millionen Euro geeinigt hätten. Im Gegenzug bekräftigt Frankfurts Sport-Manager Bruno Hübner in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Wir schätzen Prib so charakterstark ein, dass wir uns auf sein Wort verlassen können.“ Wäre da nicht Fürths Präsident Helmut Hack, der im Angebot der Hessen im Vergleich zu den Mitbietern eine „riesige Lücke“ sieht.

Am entspanntesten im Millionen-Poker um das Fürther Eigengewächs wirkt Prib-Berater Fritz Popp. „Ich gehe davon aus, dass die Eintracht nachlegen wird. Und die genannten Zahlen kenne ich gar nicht. Entschieden ist nichts“, sagt er. Rund 5,5 Millionen Euro wird die SpVgg durch die Transfers von Prib, Felix Klaus (1,3 Millionen Euro/Freiburg), Johannes Geis (1,4/Mainz) und Max Grün (300.000/Wolfsburg) einnehmen. Mit Keeper Wolfgang Hesl wurde Anfang der Woche bis 2015 verlängert, von den Stammkräften hat lediglich Kapitän Mergim Mavraj ein bis Juni 2014 befristetes Arbeitspapier.

Alles in Butter beim Kleeblatt? Nicht ganz. Fürths Talentschuppen ist ausverkauft. Vom aktuellen Kader ließe sich höchstens für Linksverteidiger Baba (Vertrag bis 2017) noch eine gute Ablöse erzielen. Irgendwann vielleicht auch für Thomas Pledl. Beiden bescheinigt Hack, „herausragende Spieler“ werden zu können.

Nach der verpassten Chance, in der Bundesliga Fuß zu fassen, wird der SpVgg auch in Zukunft nichts anderes übrig bleiben, als sich mit dem Verkauf von Talenten über Wasser zu halten. Doch gerade in diesem Bereich stockt der Nachschub, obgleich Trainer Frank Kramer „zwei bis drei interessante Spieler“ in der U23 erspäht haben will. „Wir können nicht jedes Jahr einen Prib oder Sararer herausbringen“, so Hack.

Probleme gab es genug. Mit Konrad Fünfstück, Ludwig Preis und Mario Himsl hatte das Team in einer Saison drei verschiedene Trainer. Trotzdem fiel niemandem im NLZ auf, dass U19-Spieler Alexander Bareuther ein halbes Jahr die Schule schwänzte. Und auf die Frage, warum NLZ-Koordinator Mario Himsl, einst Co-Trainer in Bielefeld und 2010 Jahrgangsbester beim Trainer-Lehrgang, als Interims-Trainer nach der Entlassung von Mike Büskens nicht in Frage kam, gibt es bis heute im Verein keine Antwort. Stattdessen kümmert sich der 40-Jährige ab sofort nur noch um die Koordination des NLZ.

Ein XL-Bonbon für die SpVgg ist im Nachhinein der Geis-Verkauf. Im Winter auf dem Abstellgleis, wollte ihn der KSC als Rechtsverteidiger haben. Geis sagte ab, Preis holte ihn zu den Profis — und Fürth kassierte statt 200.000 Euro vom KSC 1,4 Millionen aus Mainz.

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