Bayern öffnet die Stehplätze

Publikum im Sport: Was sich in Bayern nun ändert

31.8.2021, 18:07 Uhr
Man kann auch vor Sitzplätzen stehen: Nun sind in den Stadien aber auch „echte“ Stehplätze wieder erlaubt.

Man kann auch vor Sitzplätzen stehen: Nun sind in den Stadien aber auch „echte“ Stehplätze wieder erlaubt. © Foto: Daniel Karmann/dpa

Was ist neu? Neu ist, dass die Ausrichter von Sportveranstaltungen die Stehplätze in ihren Stadien und Hallen für Zuschauerinnen und Zuschauer öffnen dürfen. Das ermöglicht höhere Publikumszahlen als die letzte Version der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die eine 50-prozentige Auslastung erlaubte, durch Abstandsregelungen und Sperrung der Stehränge die Vereine aber diese Marke nicht erreichen konnten.

Wie viele Menschen dürfen in die Sporthallen?

Bei Hallen mit bis zu 5000 Plätzen darf jeder besetzt werden. Bei Arenen mit mehr als 5000 Plätzen dürfen darüber hinaus 50 Prozent der Kapazität genutzt werden. Bei einem Fassungsvermögen von 7000 Personen sind also maximal 6000 zulässig.

Wie viele Menschen dürfen in die Stadien?

Hier gilt der Beschluss der Bundeskanzlerin und der Länder: Maximal 25 000 Plätze dürfen besetzt werden.

Müssen Zuschauer eine Maske tragen?

Hier muss unterschieden werden: Auf dem Weg zum Sitz- oder Stehplatz, also beispielsweise in Eingangsbereichen, muss bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern jeder Maske tragen. Das gilt für Stadien wie für Hallen. Im Freien darf die Maske am Platz abgenommen werden, in der Halle, wenn der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Zuschauern gewährleistet ist.

Schreibt der Freistaat eine 3G-Regelung vor?

Ja, und der Veranstalter muss das kontrollieren.

Dürften Veranstalter auf 2G setzen und dafür auf die Maskenpflicht verzichten?

Hierzu äußerte sich Gesundheitsminister Klaus Holetschek nicht deutlich, sagte lediglich, dass die Anforderungen an Hygienekonzepte dann andere seien, und: "Auf die Maske würde ich zumindest am Anfang nicht verzichten."

Und was ist mit Kindern?

Kinder, die nicht eingeschult sind, gelten als Ausnahme der 3G-Regeln. Und Schüler gelten mit Blick auf die regelmäßigen Tests in der Schule als getestet.

Was sagen Club und Kleeblatt dazu?

"Wir begrüßen die Entscheidung der Politik, dass man diese Öffnung jetzt zulässt", sagt Holger Schwiewagner, Geschäftsführer der Spielvereinigung Greuther Fürth. "Ich bin mir sicher, dass wir das Vertrauen rechtfertigen werden." "Wir begrüßen es sehr, dass die Staatskanzlei Lockerungen für Sportevents vorgenommen hat, und gehen künftig von einer höheren Auslastung aus", sagt Niels Rossow, Kaufmännischer Vorstand beim 1. FC Nürnberg, "es war der ausdrückliche Wunsch, Stehplätze zu ermöglichen. Deshalb gehen wir davon aus, dass mit dieser Anpassung wieder mehr unserer treuen Fans ins Stadion kommen werden."

Was sagen Ice Tigers und HC Erlangen dazu?

Carsten Bissel, Aufsichtsratschef des HCE, ist froh, "dass Bayern sich entschlossen hat, den Weg der anderen Bundesländer zu gehen. Die Gefahr für Arena-Besucher, sich zu infizieren, ist geringer als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, dafür sorgten 3G, Maskenpflicht und das gute Belüftungssystem. In Karlsbad war die Stimmung derweil "überragend". Vor dem Testspiel der Ice Tigers hatte Geschäftsführer Wolfgang Gastner die Pressekonferenz mit Söder auf seinem Smartphone verfolgt. In Nürnberg wurden sofort Dauerkarten verschickt. Zum Saisonauftakt gegen Bietigheim rechnet Gastner am 12. September mit 4000 Fans.

Ab wann gilt der Beschluss?

Es wird eine neue, 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erlassen, die am 2. September in Kraft tritt und bis einschließlich 1. Oktober gilt.

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